Wand aus Altholz – Wohnzimmer im Ski-Lounge Style

Nun wohnen wir seit zehn Jahren in unserem Haus und es gibt nicht Vieles was wir ändern würden. Von manchen Dingen sieht man sich mit der zeit ab und andere sind einfach abgewohnt. Im Falle unseres Wohnzimmers war es eher wegen der Änderungen die wir bereits zuvor vorgenommen hatten. Nachdem wir ja einen neuen Esstisch mit dazu passenden Drehstühlen kauften, passte uns die TV-Wand nicht mehr zum Gesamtbild. Hauptsächlich wegen der Farbe und der damit verbundenen Eintönigkeit.

Ich wollte schon vor zwei Jahren ein Highlight setzen indem ich hinter dem TV eine Wand aus Altholz anbringen wollte. Dafür wollte ich neues Holz auf alt trimmen, was ziemlich viel Arbeit ist. Mit ein Grund warum es bis heute nicht passiert ist.

Die Planung

So nun war mein Plan ja eine Holzvertäfelung. Da es hier sehr aufwendige Abschlüsse auf beiden Seiten des Fernsehers gebraucht hätte, damit man nicht hinter die Konstruktion sehen könnte, dachte ich mir, dass es eventuell ganz nett sein könnte gleich die komplette Wand mit Holz zu verkleiden. Dafür suchte ich ein, für mich passendes, Holz beim Baumarkt aus und präsentierte meine Idee Sabine. Die Zerschlug meine Vorstellungen sehr schnell, da das von mir gewählte Holz viel zu homogen und damit nicht hübsch genug gewesen wäre. Dafür war es mit 65 Euro am Quadratmeter nicht ganz so teuer.

Also suchte ich nach gebraucht aussehendem Holz und fand auch einen Anbieter der mit einem Quadratmeterpreis von etwas über 70 euro noch im Rahmen gewesen wäre. Aber auch dieser Vorschlag erhielt keine Freigabe von Sabine. So suchte ich weiter und stieß auf Brenners Altholz. Die Bilder auf deren Website erhielten eine zarte Zustimmung von Sabine obgleich sie meinte, dass die Nadelholzvarianten zu hell und nicht gebraucht genug aussehen würden und ich nach Eiche fragen sollte. Ein Telefonat mit dem Anbieter stellte schnell klar, dass Eiche auf Grund der Holzhärte nicht so stark verwittern würde wie Nadelhölzer und wir daher eher zum Nadelholz greifen sollten. Also gab ich meine Projektdaten bekannt. Wandlänge 450cm, Wandhöhe 273cm und noch ein paar andere Kleinigkeiten. Daraufhin erhielt ich ein Angebot über aufbereitete Bretter in vier verschiedenen Höhen mit 3cm Stärke.

Dazu passend wurden Balken für die Regale geliefert und sogenannte Half-Beams, das sind geschnittene Balken, für die Umrahmung des Smart-TVs. Die bestellten 12 Quadratmeter Altholz, 3,3lfm Balken und 7lfm Halfbeams kamen in Summe auf rund 1.700 Euro. Pro Quadratmeter kam das Holz nun auf 125 Euro.

Die Vorbereitung

Wenn ich schon mal alles umräume, dann mache ich es gleich ordentlich. Also malte ich das Wohnzimmer gleich komplett neu aus, damit ich nicht in den nächsten Jahren wieder alle Möbel durch die Gegend schleppen muss. Da wir auch unseren Fernseher verkauften um ihn durch einen Samsung The Frame 75 zu ersetzen, hatten wir ein paar Wochen lang das Vergnügen mit unserem Gästezimmer-TV Vorlieb zu nehmen. War mal etwas ganz anderes, fast schon puristisches.

Im Zuge dieser Arbeiten habe ich auch das Sideboard demontiert und verkauft. Hier haben wir zwar noch keine Idee für eine Alternative, aber da wird uns schon noch was unterkommen. Lieber etwas länger warten und dafür was passendes finden.

Die Lieferung

Sehr cool fand ich, dass das Holz passend für unser Projekt angefertigt wurde. Zudem erhielten wir um knapp 6% mehr Fläche wodurch es noch etwas leichter wurde die passenden Bretter zusammen zu finden. Geliefert wurde mittels Spedition, pünktlich und sehr zuvorkommend.

Die Unterkonstruktion

Bereits bevor das Holz bestellt war begann ich mit der Unterkonstruktion da diese auf jeden Fall benötigt wurde. Außerdem musste ich die nötigen Verkabelungen vornehmen und dann auch noch den Fernseher montieren, der schlussendlich in der Wand aus Altholz integriert würde. Unabhängig von dem letztendlich verwendeten Material würde die Unterkonstruktion ohnehin immer gleich aussehen.

Dazu kaufte ich im Baumarkt 9 gehobelte 34x54mm mit jeweils 3m Länge. Gehobelte Leisten zu verwenden ist zwar ein kleiner Luxus, aber es ist einfach angenehmer bei der Verarbeitung. Die Leisten wurden auf Länge zugeschnitten und dann mittels Hohlwanddübel mit der bestehenden Trockenbauwand verbunden. Durch die Balken fädelte ich die Stromleitungen für die Beleuchtung. Zudem bereitete ich bereits die Verkabelung für die Steckdosen unter der Couch (hier wird in Zukunft der Saugroboter seine Heimat finden), die Steckdose beim Aschekübel für den Subwoofer der Soundbar und natürlich die Leitungen und Kabel für den Anschluss des Smart-TVs vor.

Dort wo der Fernseher montiert würde, setzte ich ein paar zusätzliche Leisten an. Darüber legte ich quer zwei gehobelte Bretter mit 26mm Stärke. Damit der Fernseher später absolut bündig mit der Wand abschließen würde, musste ich auf die Brettstärken und auf den Wandabstand des Fernsehers Rücksicht nehmen.

Der Fernseher

Bei uns an der Wand hängt ein Samsung The Frame 75. Zugegeben, es gibt Smart-TVs mit besseren Spezifikationen und sicher auch günstigere. Was dieses TV-Gerät jedoch auszeichnet ist die Tatsache, dass es sehr flach an der Wand anliegt, denn hier beträgt der Abstand zwischen der Wand und der Vorderkante des Fernsehers lediglich 34mm, und was für uns noch wichtiger ist, ein externer Tuner der über eine 5m lange Steuerleitung mit dem Display verbunden ist. Da der Fernseher bei uns in der Wand eingebaut ist haben wir absolut keine Möglichkeit mal einfach einen USB-Stick anzustecken oder auch sonst irgendwelche Anschlüsse zu nutzen. Somit musste es ein Smart-TV mit externem Tuner sein. Diese Geräte sind mehr als dünn gesät am Elektronikmarkt.

Damit The Frame im richtigen Abstand hängt, ist er auf 26mm starken Brettern an der Wand befestigt. Das umschließende Altholz hat eine Stärke von 30mm und die Half-Beams als Rahmen um den Fernseher haben ebenfalls 30mm. In Summe liegt nun die Frontfläche absolut bündig und eben zum umschließenden Rahmen aus Altholz.

Ebenfalls in den Rahmen integriert ist die Soundbar von der ich dachte, dass sie notwendig sein würde, weil die Lautsprecher des Fernsehers durch die Holzumrahmung verdeckt wären. Ich dachte davor nicht daran, dass die Lautsprecher hinter der Display-Fläche liegen würden und man sie daher völlig problemlos hören kann. Aber die Soundbar macht ohnehin einen viel besseren Sound, und im Zuge dieses DIY-Projekts war deren Einbau ein vertretbarer zusätzlicher Aufwand.

Die Balken

Um der Wand etwas mehr Schwung zu verleihen, montierte ich auf der Höhe der Unterkante des Fernsehers einen massiven Balken den Sabine später für Deko nutzen wird und so etwas Bewegung und Leben in die Wand aus Altholz bringen kann.

Zudem verwendete ich die gleichen massiven Balken als Abschlüsse für die seitlichen Regale in denen später sowohl das Holz zum Heizen als auch ein bisschen ‚Show-Holz‘ und natürlich der Receiver vom TV-Gerät untergebracht werden. Ganz unten in dem Regal steht der versteckte Subwoofer der Soundbar, die nun direkt unter dem Fernseher ebenfalls in die Wand integriert ist. Dieser Woofer versteckt sich hinter dem Aschekübel des Kamins. So ist die moderne Technik schön im rustikalen Umfeld versteckt und untergebracht.

Die Altholzbretter

Die Bretter von Brenners Altholz sind nicht auf alt gefaked, sondern sind echte, aus dem Abbau von alten Holzkonstruktionen stammende Bretter, die dann aufbereitet werden. Sie werden einseitig auf eine einheitliche Dicke gehobelt an den Kanten gefast und bei 60°C in der Kammer getrocknet und dadurch von Ungeziefer befreit. Kein Brett ist wie ein anderes. Manche sind schwer und massiv und andere wiederum schon so von Würmern bearbeitet, dass sie richtig eicht in der Hand liegen. Es gibt Bretter die mit der Hacke auf Maß gebracht wurden und solche in die Verliebte ihre Initialen eingeritzt haben.

Auch farblich ist wirklich alles dabei von hellem Braun über lichtes Grau bis hin zu dunkelbraun. Hier muss man ein bisschen aufpassen, dass man nicht gleiche Schattierungen neben einander setzt. Ich habe zusätzlich längere Bretter geteilt und in verschiedenen Reihen an unterschiedlichen Seiten der Wand eingesetzt um ein bisschen mehr Varianz reinzubringen. Damit ich am Schluss nicht blöd aus der Wäsche schaue, habe ich bereits in der Vorbereitung die jeweiligen Reihen zusammengestellt, geschnitten und rückseitig beschriftet. So konnte ich innerhalb eines Tages die Wand hochziehen. Befestigt wurden die Bretter dabei mit dem Druckluftnagler. Da sie ja bereits Wurmlöcher hatten, fallen die Nagellöcher gleich noch weniger auf.

Der Rahmen

Am Schwierigsten war der Rahmen um den Fernseher zu bauen, da ich hier nicht nur auf die richtige Lage sondern auch noch auf den Gärungswinkel, die Brettbreite und schlussendlich auch noch auf die korrekten Ausschnitte achten musste. Ein kleines Missgeschick ist mir auch bei diesem Projekt passiert, da ich mich beim massiven Balken an der Wand um 1cm vermessen habe und demnach der Balken in den Rahmen um den Fernseher hineinragt. Bei einer modernen Wand würde das vermutlich nicht besonders gut aussehen. in diesem Fall macht es jedoch absolut nichts aus und fällt auch kaum auf.

Die Beleuchtung

Zuletzt wurde die Wand auch noch beleuchtet. Gerade auf einer Wand mit einer derartigen Struktur macht sich eine Beleuchtung besonders gut, da so die Schattierungen besonders gut zur Geltung kommen. Die Leuchten im Industrial Stil kauften wir auf Amazon ebenso wie die dazugehörigen Leuchtmittel. Da die Leuchten bei uns dimmbar sind können wir immer für die richtige Lichtstimmung sorgen.

Ein Gedanke zu „Wand aus Altholz – Wohnzimmer im Ski-Lounge Style

  • 24. Mai 2022 um 22:01
    Permalink

    Tolle Idee, tolle Umsetzung und sieht richtig toll aus.

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