Die Installation der Pooltechnik

Do It Yourself – ist nur ein Synonym für Masochismus. Nachdem ich von der Firma Edelbacher angerufen wurde, dass sie die Folie in unserem Pool bereits zwei Wochen früher montieren könnten, musste ich die Technik schnellstmöglich fertigstellen damit eine Druckprüfung stattfinden kann. Die Druckprüfung soll sicherstellen, dass es im Bereich der Pooltechnik keine Undichtheiten gibt. Nur so lässt sich die Garantie für die Dichtheit der Folie gewährleisten.

Elektroinstallation

Um an der Pooltechnik zu arbeiten, stellte ich neulich ja das Dach des Poolhauses fertig. Nur so konnte ich sicherstellen, dass mir der Regen nichts zerstört. Nachdem nun das Dach dicht ist konnte ich mich der Elektroinstallation zuwenden. Und davon gibt es Einiges in unserem Technikraum. Neben den üblichen Dauerstrom- und Lichtkreisen kommt nämlich die jeweiligen Stromkreise für die Pumpen, die Salzanlage, den Frischwasserzulauf, den Wasserfall, Poolbeleuchtung, Whirlpoolpumpe, etc. dazu.

Damit das Ganze aber noch halbwegs vernünftig aussieht, legte ich die Mantelleitungen in Installationsrohre und baute einen Verteilerkasten ein. In diesem Verteilerkasten befindet sich ein 16-fach KNX-Aktor und ein Binäreingang mit ebenfalls 16 Kanälen. Der Aktor schaltet alle Verbrauch auf der Südseite des Gartens bis hin zu den Beeten entlang der Straße. Über den Binäreingang erkennt unser KNX-Bussystem diverse Zustände im Wasserkreislauf, also zB. wenn zu wenig Wasser im Pool oder im Überlaufbecken ist, oder wenn der Wärmespeicher den Wärmetauscher speist und die Pumpe zu Arbeiten beginnen müssen. Ebenfalls erkannt wird ob sich jemand im Pool aufhält, da dann die Pumpe das Wasser aus dem Überlaufbecken wieder zurück in den Pool pumpen muss.

Das Überlaufbecken

Vor dem Umbau war die Technik direkt neben dem Pool in einem Schacht untergebracht. Das war nicht wirklich praktisch, weil wir für jede Kleinigkeit in den Schacht runter steigen mussten. Um uns das in Zukunft zu erleichtern, verlegten wir die Pooltechnik nach oben. Dadurch wurde der ehemalige Technikschacht frei für eine andere Nutzung.

Wie es der Zufall wollte, braucht man für einen Überlaufpool ein Ausgleichsbecken in dem sich das verdrängte Wasser aus dem Pool sammeln kann. Was liegt also näher, als den Schacht als Ausgleichbecken zu nutzen. Da ich aber trotzdem ein paar Teile der Pooltechnik weiterhin da unten belassen muss, kann ich nicht den kompletten Schacht dafür nutzen. Das ist aber auch nicht nötig, da es kaum zu so einer starken Verdrängung kommen wird. Es gibt zwar Empfehlungen für die passende Größe eines Ausgleichsbehälters in denen von ca. 10% der Wassermenge des Pools gesprochen wird, aber das erscheint mir doch etwas zu viel.

Für meine Berechnung der Beckengröße nahm ich an, dass immer eine Mindestmenge an Wasser im Becken verbleiben soll, damit die Pumpe nicht leer läuft. Dafür habe ich rund 250 Liter kalkuliert. Wenn nun zehn Personen mit einem durchschnittlichen Gewicht von rund 80kg in den Pool steigen, dann ist dieser zum einen voll und zum anderen werden 800 Liter Wasser verdrängt. Das war auch der Wert von dem ich ausging als ich das Becken plante. 800 Liter Verdrängung plus 250 Liter normaler Wasserstand ergeben maximal 1025 Liter benötigtes Fassungsvermögen. Unser Becken hat eine Grundfläche von 1,25 x 2,5m und eine Tiefe von 35cm. Somit hat es ein Fassungsvermögen von ca. 1,1 Kubikmetern und ist meiner Meinung nach vollkommen ausreichend für unseren Pool.

Als klar war wie das Becken aussehen sollte, betonierte ich einen Teil des Pumpensumpfs zu und setzte darauf die Stützmauer für das Ausgleichsbecken auf. Darin baute ich auf 35cm Höhe eine Durchführung ein die später als Überlauf dienen wird, wenn zu viel Wasser im Becken ist. Bevor ich die Teichfolie in das Becken legte, stellte ich noch die Montage der Technik fertig. Es wäre nämlich zu aufwendig gewesen die Einlaufdüsen oder den Wärmetauscher an eine andere Stelle zu versetzen. Daher muss das Becken darunter Platz finden. Auch die Rohre für den Abfluss der Grundwasserpumpe legte ich bereits.

Das orange Rohr ist ein klassisches Kanalrohr DN110. Es leitet das Wasser aus der Überlaufrinne an das hintere Ende des Ausgleichsbeckens. Die Umwälzpumpe wiederum pumpt das Wasser an der vorderen Seite bei der Betonmauer wieder in den Kreislauf wodurch das Wasser immer in Bewegung bleibt.

Für die Auskleidung des Beckens bestellte ich eine einfache Teichfolie aus 1mm starkem PVC die ich mit Aluschienen an der Wand befestigte. Das so geschaffene Becken ist dicht und lässt sich zugleich leicht reinigen.

Die Pumpentechnik

Unser Pool verfügt über zwei Umwälzpumpen die aus unterschiedlichen Quellen gespeist werden. Eine Pumpe ist mit dem Bodenablauf des Pools verbunden und gewährleistet eine Umwälzung des Wassers, selbst wenn im pool mal nicht genug Wasser bis zum Überlauf enthalten ist. Die zweite Pumpe befördert das Wasser aus dem Ausgleichsbecken in den Kreislauf.

Da wir über zwei Pumpen verfügen reichen hier eher kleine Leistungsstufen mit knapp 11m3 Förderleistung pro Stunde völlig aus. Gemeinsam werden in einer Stunde rund 2/3 der gesamten Wassermenge des Pools umgewälzt, was letztendlich ohnehin das Limit der Salzaanlage ist.

Beide Pumpen führen zu einem gemeinsam Filter der mit Filterglas gefüllt ist und von dort weiter an der pH-Sonde vorbei in die Salz-Elektrolyse. Der Salzmanager mit integrierter pH-Messung steuert anhand den Messwerte die angeschlossene Peristaltik-Pumpe die aus dem angeschlossenen Kanister pH-Minus in den Wasserkreislauf einspritzt. In der Elektrolysekammer wird NaCl (Natriumchlorid) aufgespaltet in Na und Cl also in Natrium und Chlor. Das Chlor bekämpft innerhalb der Kammer die Keime und drängt danach aufgrund der Bindungsfreudigkeit mit Natrium wieder dazu sich zu NaCl zu verbinden.

Nach der Chlorung wird das Wasser weitergeführt zu den Einlaufdüsen. Zwei der Düsen liegen direkt unter dem Technikraum. Deren Zulauf führt durch einen Edelstahlwärmetauscher dessen Wärme aus Überschüssen unserer thermischen Solaranlage resultiert.

Ebenfalls auf den Bilder ersichtlich ist die Bewässerungstechnik mit Bewässerungscomputer für 11 Kreise sowie die zugehörigen 6 Magnetventile für die unterschiedlichen Bewässerungsbereiche. Außerdem kann man den Verstärker für die Außenlautsprecher im Garten sehen.

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