Rusty Slot – die Gartenleuchte hat ihre Tücken

Vor über vier Jahren kauften wir bereits zwei Stück dieser Leuchten für unseren Garten und konnten uns dann nicht entscheiden an welcher Stelle wir sie montieren sollten. Irgendwie passten die Leuchten an keiner Stelle wirklich gut hin, und die Verkabelung hatte dann ja auch noch gefehlt.

Mit der neuen Gartengestaltung planten wir gleich die passenden Orte für unsere Leuchten ein. Und wir kauften dann zu den zwei Stück 50 cm hohen Leuchten noch drei Stück 80 cm hohe Eisenleuchten Rusty Slot bei Amazon. Alle Lampen bestellten wir ohne Leuchtmittel, da mir der Aufpreis von fast 50 Euro für eine LED Birne mit E27 Sockel doch etwas vermessen erschien.

Im Zuge der Bauarbeiten wurden die Erdspieße für die Leuchten bereits ausgerichtet und teilweise im Betonfundament fixiert. Als es dann endlich soweit war, dass ich die Lampen aufstellen konnte kam das erste kleine Problem. Die bei den Erdspießen mitgelieferten M6 Schrauben waren nur 30mm lang und damit um gut 3cm zu kurz um die Rusty Slot Leuchten anzuschrauben. Da ich keine passenden Gewindeschrauben zuhause hatte, musste ich also schnell mal zum Baumarkt fahren und dort M8 Schrauben mit 60mm Länge besorgen. Nun konnte ich die Leuchten montieren und verkabeln.

Da die Abdeckungen der Leuchten nicht dicht sind, muss man dafür sorgen, dass die Leitungen in der Leuchte entsprechend gut geschützt sind. Daher entschied ich mich dafür die Anschlüsse in einer Aufputz-Verteilerdose mit IP54 Schutzklasse zu montieren. Damit sollte Spritzwasser und Nebel kein Problem sein, und mehr Wasser bekommen die Leuchten ja hoffentlich nicht ab.

Die in den Leuchten verbauten E27 Sockel sind geeignet für Leuchtmittel in Kerzenform mit bis zu 50mm Länge, da darüber ein Schutzdeckel aus trübem Kunststoff mit einem Dichtring ist. Leider hat der originale Sockel keinen Schutzleiter, was normaler Weise kein Problem wäre, wenn die Leuchte und vor allem die Fassung dicht wären. Leider stellte ich erst später fest, dass die Fassung nicht dicht ist und recht schnell Feuchtigkeit eindringen kann. Wenn nun kein Kontakt zwischen Phase und Nullleiter hergestellt wird, so fällt der Leitungsschutzschlater nicht und im schlimmsten Fall steht das Lampengehäuse unter Strom. Bei einem Eisengehäuse ist das kein Spaß. Also überlegte ich, wie ich dem entgegen wirken könnte.

Bevor ich für das angesprochene Problem jedoch eine Lösung finden konnte, wollte ich Sabine die

funktionierenden Leuchten zeigen und schraubte daher bei 3 Lampen ein Leuchtmittel ein das ich noch zuhause hatte. Glühbirnen mit E27 Sockel in Kerzenform mit 10 Watt Halogen-Leuchten darin verbaut. Stolz zeigte ich Sabine am Abend das Ergebnis der Arbeit und schaltete dafür für knapp 5 Minuten die Lichter ein. Am nächsten Morgen wollte ich für den Blog ein Foto machen und traute meinen Augen nicht, denn aus den Leuchten hingen die Schutzkappen bis zum Boden herunter, nur durch einen dünnen schwarzen Film mit der Fassung verbunden. Offensichtlich war die Wärmeentwicklung der Leuchtmittel für die Fassungen zu viel und sie sind einfach geschmolzen. Richtig krass finde ich dabei, dass ich in der Montageanleitung keinen Hinweis darauf gefunden habe, dass man die Leuchten nur mit Kaltlichtlampen verwenden darf.

Also suchte ich nun auch noch nach einer Lösung für dieses Problem, denn die Ersatzfassungen sollten über 70 Euro kosten und haben eine extrem lange Lieferzeit. Nur dafür, dass ich dann den gleichen Schrott wieder drin habe.

Mein Lösungsansatz war also die Verwendung von wasserdichten LED-Spots für den Garten. Mit einem Stückpreis von knapp 13 Euro waren die wesentlich günstiger als die Fassung von SLV und hatten dabei das Leuchtmittel auch schon dabei. Allerdings musste ich natürlich die originale Fassung aus der Leuchte entfernen und den Spot irgendwie darin montieren.

Die Montage gestaltete sich einfacher als gedacht, da die originalen Fassungen einfach durch zwei Inbusschrauben gehalten wurden und das Kabel mit einem Kunststoffteil fixiert war, das wiederum durch zwei Schrauben mit dem Deckel verschraubt war. Diese kleinen Schräubchen machte ich mir zu Nutze und fixierte mit einer der Schrauben den Haltebügel des LED-Spots. Nun musste ich nur noch den elektrischen Anschluss herstellen, wobei ich damit auch gleich das zweite Problem aus dem Weg geräumt hatte, da diese Spots auch über einen Schutzleiter verfügen. Nun musste ich nur noch den Deckel aufsetzen und festschrauben, und die Leuchten waren wieder einsatzbereit.

Der Vorteil des Umbauarbeit liegt auf der Hand:

  • Die Leuchten haben jetzt einen Schutzkontakt und sind daher sicherer
  • Die Lichtquelle verfügt über einen Kühlkörper der nun über den Metallbügel direkt auf das Eisengehäuse ableitet und eine effektivere Kühlung ermöglicht
  • Das austretende Licht ist durch den Reflektor des Spots wesentlich heller als bei der Verwendung einer normalen LED Birne, egal welche Form diese hätte
Das Ergebnis sieht richtig gut aus und ich bin damit zufrieden. Allerdings empfinde ich die verwendete Technik, die mit den Leuchten mitgeliefert wird, als Zumutung, weil sie eigentlich keinen Sicherheitsstandards entsprechen kann und definitiv wertlos ist. Darum habe ich sicherheitshalber bei allen Leuchten die Fassungen ausgebaut und durch die LED-Spots ersetzt, auch bei jenen deren Fassung nicht beschädigt wurden, weil ich ja nur 3 entsprechende Glühbirnen hatte. Aber alleine die Tatsache, dass kein Schutzleiteranschluss vorhanden war, war für mich Grund genug einen Austausch vorzunehmen.

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