Sonntag, 15. September 2019

Regenentwässerung ohne Kanalanschluss

Nachdem wir zwar in der Straße einen Kombikanal für Schmutzwasser und Regenwasser haben, diese aber beim Bau vor rund 25 Jahren viel zu klein für die Siedlungsgröße dimensioniert wurde, dürfen wir kein Regenwasser in den Kanal einleiten. Zahlen müssen wir für diese Option allerdings trotzdem, weil es ja per Definition ein Kombikanal ist. Diese Rechtsauslegung mag verstehen wer will, mir erschließt sich die Logik nicht. Das ist als ob man sich ein Auto mit 4-Zylinder-Motor kauft und auch dafür bezahlt, später aber nur einen Zylinder davon nutzen darf. Egal. Wir mussten also wieder mal schauen, dass das Regenwasser auf unserem Grund versickern kann.

Da die Zisterne ohnehin schon ausreichend vom Hausdach gespeist wird, überlegte ich mir nun einen Möglichkeit zumindest ein Wenig des anfallenden Regenwassers für die Pflanzen im nebenliegenden Hochbeet zu nutzen. Dieses Hochbeet ist gemauert und misst 6 x 0,9 Meter bei einer Innenhöhe von 90 cm. Das sind rund 4,9 Kubikmeter Erde.

In dem Beet werden in Kürze Kirschlorbeer Pflanzen gesetzt. Die vertragen schon etwas Wasser, wenn es mal stärker regnen sollte. Also habe ich nun den Sinkkasten in die Ecke des Hochbeets gesetzt und lasse davon ausgehend ein Kanalrohr einmal komplett durch das Beet verlaufen. Am
Ende des Beetes führt die Leitung nach unten in ein weiteres Rohrstück mit knapp 4 Metern. Die Rohre sind an der Unterseite alle 10-15 cm angebohrt, damit das Regenwasser das durch die Rohre fließt ins Erdreich abfließen kann. Je mehr Regenwasser durch die Leitung fließt, umso mehr geht davon in das Bodenrohr, das direkt in eine Drainage-Schicht aus grobem Rollschotter entwässert.

Sollte der Boden gesättigt sein und das komplette Rohr mit Regenwasser gefüllt sein, so läuft das Wasser über einen Überlauf in ein weiteres Rohrsystem, das in der Zisterne mündet. So versuche ich zu verhindern, dass unser Hochbeet bei einem Starkregen geflutet wird. Kann der Boden kein Wasser mehr aufnehmen, so fließt es einfach über den Überlauf ab.

Durch diese Konstruktion hoffe ich einen Großteil des Regenwassers das sich auf unserem Sitzplatz sammelt im Hochbeet versickern lassen zu können.

Eine ähnliche Maßnahme wurde für den Feuerplatz notwendig, da der runde Platz mit einem Durchmesser von etwa 3,8 Metern in etwa 5-6 cm Gefälle in Richtung Rasen benötigt hätte. Dadurch wäre der Boden ziemlich schräg geworden, was uns nicht gefallen würde. Also überlegten wir das Gefälle in das Zentrum des Platzes zu machen und dort eine Grube mit Schotter zu füllen.

Ich hob ein Loch mit ca. 30 cm Durchmesser aus, das ich 90 cm tief
grub. Dieses Loch füllte ich ca. 60 cm hoch mit 3/6 Rollschotter auf bevor ich in den oberen Bereich ein DN110 Abflussrohr mit rund 30 cm Länge setzte. Um dieses Rohr füllte ich nun das restliche Loch mit Schotter auf. In der Drainage-Schicht aus grobem Schotter hat etwa 20 Liter Kapazität. Sollte in kurzer Zeit mehr Regen fallen, so wird das Wasser im Zentrum des Feuerplatzes stehen und nur langsam abfließen, da es im Boden versickern muss. Aber damit werden wir vermutlich leben können und auch müssen, da ein Anschluss an die Zisterne viel zu aufwendig gewesen wäre.

Dienstag, 10. September 2019

Der Feuerplatz entsteht

Die konstruktiven Arbeiten haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber den bisherigen Arbeiten: man sieht laufend Fortschritte, und kann sich auch leichter Vorstellen wie es in Kürze aussehen wird in unserem Garten.

Heute wurde die Natursteinmauer um den Feuerplatz fertig. Die Mauer fasst einen runden Platz mit etwa 3,5 Metern Innendurchmesser ein. Der Platz wird später mit roten Granitsteinen gepflastert und soll, wenn alles nach Plan verläuft, eine Feuerschale mit Grillring im Zentrum stehen haben.
An der Rückseite erkennt man eine Vertiefund in der Mauer. Dort werden wir eine Stehleuchte aus Cortenstahl der Firma SLV hinstellen. Das Modell nennt sich Rusty Slot 80 und ist entsprechend des Names 80 cm hoch. Somit wird die Leuchte perfekt in die Aussparung der 80 cm hohen Natursteinmauer passen. Für die Befestigung wurde bereits der entsprechende Erdspieß einbetoniert und ein Anschlusskabel gelegt. Die Leuchte selbst kommt erst an ihre Position, wenn der Boden gepflastert wurde. 

Jetzt wo der Platz innerhalb der Mauern etwas gesäubert wurde, kann man sich das auch schon recht gut vorstellen. Interessanter Weise wirken Räume wesentlich größer sobald die Mauern stehen. Als noch die Markierungen am Boden waren, sah alles etwas klein au, aber jetzt kann ich mir schon gut vorstellen, wie der Platz mit einer mittig platzierten Feuerschale wirken wird.

Für später überlege ich auch noch Sitzgelegenheiten an der Oberseite der Mauer anzubringen. Aber das hat noch Zeit.

Dienstag, 3. September 2019

Die Natursteinmauern

Nachdem die Einfriedung so gut wie fertig betoniert ist, konnten die Fundamente für die Natursteinmauern vorbereitet werden. So lässt sich bereits ein bisschen abschätzen wie die Bereiche später aussehen werden.

Damit die Arbeiter mehr Zeit für das Mauern aufwenden können, habe ich mal über eine Tonne Gneis von der Straße in den Garten geführt und dort nebeneinander aufgelegt. Dadurch kann man etwas besser wählen und die passenden Steine finden, was bei Natursteinen nicht ganz einfach ist. Schließlich unterscheiden sich die Steine in Form und Größe massiv.

Beim Mauern muss man sich auch entscheiden auf welcher Seite die Steine sauber gelegt werden, da diese ja unterschiedlich groß sind. Die Innenseite der Beete sieht dadurch nicht besonders sauber aus, was uns letztendlich ja egal sein kann, weil wir die Innenseiten hoffentlich nie wieder zu Gesicht bekommen.

Jetzt müssen an der Innenseite der Beete nur noch die Teerpappen aufgeflämmt werden, um zu verhindern, dass später das Regenwasser, oder die Feuchtigkeit der Erde durchdringt und dadurch die Mauer beschädigt. Schließlich wollen wir ja lange Freude haben damit und nicht bereits nach dem ersten Winter mit Sanierungen beginnen.

Beim vorderen großen Beet haben wir eine Besonderheit eingebaut. Nämlich einen Abfluss für einWaschbecken. wir haben uns nämlich dazu entschlossen eine kleine Outdoor-Küche zu bauen in der wir den Weber Kugelgrill, einen Gasgriller zum Einbauen und ein Waschbecken unterbringen werden. Damit das Wasser später auch ohne Kanalanschluss ablaufen kann, griff ich zu einem kleinen Trick der sich auch schon im Garten meiner Eltern bewährte. Der Abfluss mündet nämlich in einem gelochten Drainagerohr das einmal längs durch das Hochbeet führt. Da das Rohr eine Länge von 6 Metern und einen Durchmesser von 10cm hat nimmt es bis zu 50 Litern Wasser auf einmal auf, das dann langsam versickern kann. Wobei klar ist, dass man in diesem Waschbecken keine Reinigungsmittel verwenden darf, da alles was hier abfließt ins Erdreich eindringt.

Uns ging es bei der Idee eher darum einen Wasseranschluss für Frischwasser zu haben und eine Möglichkeit sich schnell mal die Hände zu spülen. Dafür reicht es allemal.

Samstag, 31. August 2019

Vorbereitung fürs Pflastern

Diese Woche wurde wieder ein größerer Abschnitt fertig. Das Streifenfundament zum Nachbargrundstück wurde fertig betoniert und ist nun bereit fürs Pflastern und für das Gießen der Betonplatte.

Nachdem das Fundament fertiggestellt war, wurde die Einfahrt mit Rollschotter und Grädermaterial aufgefüllt. Damit es später nicht zu Setzungen des Materials kommt, habe ich den Bereich mehrere Stunden mit dem Verdichter bearbeitet. Durch die Bearbeitung wurde das Volumen wesentlich geringer, woran man erkennen konnte, dass es wirklich einen Bedarf zum Verdichten gab.

Nachdem der Boden verdichtet war, konnten wir uns ein Bild von der Lage machen und legten die Pflastersteine sowohl längs als auch quer auf. So konnten wir uns überlegen wie die Steine besser wirken würden.

Da der Eingangsbereich mit 20 Metern Länge sehr lange ist, entschieden wir uns für das Verlegen quer zum Haus, so werden die Fugen in der Länge unterbrochen und der Eingangsbereich wirkt  dadurch nicht so extrem gestreckt.

Damit die Pflastersteine später ordentlich halten und in den Fugen kein Unkraut wachsen kann, wird von den Bauleuten eine Betonfuge hergestellt.

Donnerstag, 22. August 2019

Einfriedung mit Hochdruck

Die Zuversicht steigt, dass ein großer Teil der Bauarbeiten vor dem Herbst noch erledigt sein könnte, denn im Moment geht ordentlich was weiter auf der Baustelle.

Nachdem die Arbeiten diese Woche seit Montag wieder im Gange sind hat sich bereits einiges getan auf unserer Baustelle. So wurden die Schalsteinmauern entlang der Straße und entlang der Einfahrt des Nachbarn bereits geschalt und betoniert. Auch die Mauer im Osten zum Nachbarn hin ist bereits auf der richtigen Höhe inklusive Betonkranz fertig gestellt.

Aus Gründen der Stabilität und auch der Zeitersparnis entschieden wir uns die Außenmauer für die Pooltechnik doch nicht aus alten Tonziegeln, sondern aus Betonschalsteinen machen zu lassen. Die sind wesentlich einfacher und schneller zu verarbeiten. Und da wir diese Wände nicht sehen werden ist es aus optischen Gründen auch nicht nötig sie besonders attraktiv auszuführen.

Derzeit arbeiten die Bauarbeiter an dieser Außenmauer des Technikraumes unseres Pools und sorgen für das passende Fundament für die Ziegelsteinmauer aus alten Ziegeln, zu der mir bereits auch ein Design vorschwebt.


Auch die letzten Fundamente für die Eingangsüberdachung sind bereits betoniert und es geht mit Hochdruck an die Nivelierung des Bodens vor unserem Hauseingang. Für diesen Bereich habe ich bereits unseren Nachbarn gebeten eine Rüttelplatte zu besorgen, damit ich am Wochenende den lockeren Boden verdichten kann. Dadurch möchte ich verhindern, dass es später zu Setzungen der Pflastersteine kommt.

Wenn alles glatt geht, dann sollten die Betonarbeiten an den Außenmauern diese Woche noch abgeschlossen werden. Eventuell auch die Arbeiten am Streifenfundament entlang des Hauses. Im Bereich des Autoabstellplatzes wird eine Betonplatte betoniert, die sich über das Streifenfundament zieht, daher kann diese erst nächste Woche gemacht werden. Ich hoffe, dass der Boden der Einfahrt eventuell auch schon morgen soweit begradigt ist, dass ich eine Runde drüber rütteln kann, um das Material schon mal zu verdichten.


Dienstag, 20. August 2019

Lieferung der Pflastersteine

Ursprünglich war geplant, dass die Bauarbeiten bereits etwas weiter fortgeschritten wären, weshalb die Lieferung der Bodenbeläge bereits für diese Kalenderwoche 34 eingeplant wurden. Da die Arbeiten jedoch etwas später begannen, ist bislang auch das Material für die Natursteinmauern noch nicht verarbeitet. Glücklicherweise hatten wir vorsorglich einen größeren Parkraum bei der Gemeinde für die Lagerung der Materialien beantragt, und natürlich auch dafür bezahlt. So gab es nun kein Problem mit dem Platz für die Steine. Das nicht zuletzt, weil der Fahrer des LKWs die Paletten fein säuberlich geschlichtet hat.

Somit ist wirklich alles vorhanden, was die Bauarbeiter in den nächsten Wochen verarbeiten werden. Bereits mit der ersten Lieferung die Ende Juni ankam, wurden die Natursteine geliefert. Für die Innenmauern sind fast 12 Tonnen gespaltener Gneis in Blöcken vorhanden. Diese werden dann mit Mörtel vermauert, was dem Ganzen mehr Stabilität verleit und nicht ganz so aufwendig ist wie das Legen der Natursteine. Werden die Steine nur gelegt, dann muss sehr genau gearbeitet werden, und es müssen auch immer passende Steine gefunden werden, was ziemlich viel Zeit braucht. Der Gneis zeichnet sich durch einen hohen Eisenanteil aus wodurch sich an der Oberfläche der Steine leichter Rost bildet.

Für den Brunnen stehen uns gut 1,5 Tonnen Alpenquarzit zur
Verfügung. Dieser ist etwas heller als der Gneis und glitzert leicht in der Sonne. Auch der Brunnen wird mit Mörtel gemauert und wir werden versuchen die sehr unterschiedlichen Größen zu einen möglichst natürlich aussehenden Brunnen zu verarbeiten. Ebenfalls bei der ersten Lieferung dabei waren die roten Granitpflastersteine für den Feuerplatz und die Pflastersteine aus Porphyr für den Weg der alle Bereiche miteinander verbindet. Diese Pflastersteine bringen ein bisschen einen rustikalen Touch in die Gartengestaltung.

Heute kamen nun die Bodenbeläge dazu. Zuerst dachte ich, dass uns die Firma Schappelwein vergessen hätte, da ich nicht damit gerechnet hätte noch kurz vor 18 Uhr eine Lieferung zu erhalten. Allerdings war der Fahrer scheinbar so ausgelastet, dass es sich einfach nicht früher ausging.

Nachdem uns nur noch knapp 12 Meter Fläche vor unserem Grundstück zur Verfügung standen, hatten wir ein bisschen Sorge, dass sich das ganze Material dort nicht ausgehen würde. Da die Steine allerdings auf Europaletten geliefert wurden, und daher auch bedingt stapelbar waren, konnte der Fahrer jeweils zwei Paletten übereinander stellen. So ging es sich mit dem Platzt genau aus.


Vor allem die 100 Quadratmeter Beton-Pflastersteine für die Einfahrt und den Eingangsbereich beanspruchten eine Menge Platz, da die Steine 5 cm Hoch sind. Hier wurden zwei verschiedene Größen geliefert, damit das Verlegemuster später nicht zu regelmäßig aussieht.

Für einen kleinen Teil der Pool-Terrasse bestellten wir Betonplatten in Holzoptik. Sie sehen ein bisschen wie alte Bahnschwellen aus und haben eine schöne Oberflächenstruktur. Da Beton aber nicht anfällig für Witterungseinflüsse ist, eignen sich diese Steine besonders für die Verwendung als Sonnendeck neben dem Pool.

Dieses Sonnendeck wird, wie der Pool, durch Travertin Ruggiato
eingefasst. Dieser Boden hat unterschiedliche Farbtöne zwischen Vanille und einen zarten Rotton. Für die Pool-Terrasse wählten wir 60 x 40 cm große Steinplatten, denn hier ist schon durch die unterschiedlichen Farben ausreichend Abwechslung gegeben.

Beim Sitzplatz wird schlussendlich ein vanillefarbener Travertin im Römischen Verband gelegt. Diese Verlegeform ist auch nicht viel aufwendiger, weil sich das Verlegemuster ständig wiederholt. Man muss lediglich ein bisschen aufpassen nicht durcheinander zu kommen.

Damit uns keine Steine oder Platten abhanden kommen, oder wir zumindest sehen wie sie entwendet wurden, montierte ich wieder die Kameras zur Überwachung des Außenbereichs. Diese Senden die Bilder dauernd an die Cloud, wo ich dann im Falle eines Falles die gespeicherten Videos ansehen und einen etwaigen Diebstahl nachvollziehen kann.



Sonntag, 18. August 2019

Wasser & Strom

Wie immer vergeht kein freier Nachmittag und kein Wochenende ohne Arbeit auf unserer Gartenbaustelle. Schließlich ist es uns nicht möglich alle Arbeiten an Professionisten zu vergeben, da uns dafür schlichtweg das Geld fehlt.

Diesmal war die Verlegung der Wasserrohre für die Bewässerung und die der Schläuche und Kabel für die Elektrik dran.

Die Wasserleitung, die wir letztens aus unserem Haus heraus führten verlegte ich nun an der Einfriedungsmauer entlang bis hin zum
zukünftigen Technikraum beim Pool. Dort wird das Wasser später auf die verschiedenen Bewässerungskreise verteilt. Dafür haben wir einen Bewässerungscomputer mit 11 Kreisen gekauft.

Vom Technikraum ausgehend führen nun sechs Kreise zum Rasen und den unterschiedlichen Hochbeeten. Außerdem führen von dort auch die Panzerschläuche der Elektroleitungen zu den Punkten an denen die Rostleuchten und die Steckdosen später angebracht werden.

Zu diesem Thema wird es später einen ausführlichen Beitrag geben.

Donnerstag, 8. August 2019

Es wird wieder betoniert

Nun geht es wieder ein bisschen weiter. Nachdem den Arbeitern das Material ausgegangen ist und sie auf die Schotterlieferung warten mussten, konnten sie nun damit beginnen die Schalsteine mit Beton zu füllen.

Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, denn sie haben die 15 Laufmeter an der Straße zu etwa 70% gefüllt und konnten auch entlang der Einfahrt des Nachbargrundstücks bereits die Hälfte der Länge bis zu rund einem Drittel der Höhe füllen. Außerdem wurden die Steine des Streifenfundaments im Norden bereits etwas gefüllt.

Sollte es in diesem Tempo weitergehen, dann sehe ich allerdings mehr als Schwarz für den geplanten Fertigstellungstermin im Oktober. Da wird es schon schwierig, dass die Fundamente rechtzeitig fertig sind, damit der Zimmerer in zwei Wochen das Naturmaß für die Stützen nehmen kann.

Dienstag, 6. August 2019

Die WTF-Mauer

Wir ließen uns einen Plan für den Garten von einer Gartenarchitektin erstellen, der zugegebener Maßen nicht zu 100% aussagekräftig und auch nicht immer ganz nach Önorm ist. Aber dafür bin ich ja nahezu andauernd auf der Baustelle, um etwaigen Unklarheiten entgegen zu wirken.

Gestern war ich mittags auf der Baustelle und besprach mit dem Polier die Einfriedung. Wo welche Höhe geplant ist, wie viele Reihen Betonsteine dann nötig wären und das neben dem Pool später auf dem Betonfundament eine Ziegelmauer aus gebrauchten Tonziegeln gemauert würde. Wir zeichneten das alles auch hübsch mit dem Stift auf den bestehenden Mauern an.

Als ich am Abende nach Hause kam, traf mich beinahe der Schlag. Die Mauer neben dem Pool, die als Fundament für die Tonziegel dienen sollte, war 5 Reihen hoch aufgeschlichtet. Also statt 30 cm war sie nun über einen Meter hoch. Glücklicherweise war das Ganze noch nicht betoniert, sondern vorerst nur gelegt.

Gleich in der Früh rief ich heute beim Polier an und sagte ihm, dass das nicht stimmen würde. Natürlich war es meine Schuld, weil ich das alles ganz anders gesagt hätte. Wobei ich eines sicher weiß, nämlich dass ich ganz genau sage was wann wo hingehört. Leider fehlt mir einfach die Zeit und die rechtliche Grundlage, sonst würde ich mir Urlaub nehmen und die Baustelle mit  ein paar Flüchtlingen innerhalb eines Monats pipipein und supergünstig fertig machen. Aber das ist halt nicht erlaubt in Österreich.

Egal. Als der Polier da war dämmerte es ihm, dass ich unter Umständen doch gesagt hätte wie es zu machen wäre. Da es aber heute wie aus Schaffeln schüttete, mussten die Arbeiter unverrichteter Dinge wieder abziehen. Toll, dass es nur knapp 30 Minuten später aufklarte und den ganzen Tag schön blieb.

So hatte ich das Vergnügen am Abend die WTF-Mauer wieder abzubauen. Und zwar auf das Maß das sie haben sollte. Dabei führte ich gleich die Betonschalsteine mit der Scheibtruhe nach hinten auf dem Grundstück, wo sie eigentlich hingehörten. Außerdem führte ich auch gleich eine komplette Palette Betonsteine von ganz vorne nach hinten, damit die Arbeiter morgen nicht wieder den halben Tag mit Steineführen verschwenden müssen. Mich kostete das alles gerade mal intensive und kräfteraubende 90 Minuten, weil ich statt zwei Schalsteinen immer gleich 5 Stück in die Truhe packte.

Samstag, 3. August 2019

Der Kampf mit der Wasserleitung

Als wir vor 7 Jahren unseren Garten zum ersten Mal gestalteten, dachten wir noch, dass die Kanalgebühren sich am Wasserverbrauch orientieren würden, und wir daher gut beraten wären für die Bewässerung des Gartens möglichst wenig Wasser aus der Leitung zu verschwenden. Daher richteten wir die komplette Bewässerung auf die Verwendung des Zisternenwassers aus und installierten dafür im Pool-Schacht ein Hauswasserwerk, damit genug Druck vorhanden wäre für die Bewässerung.

Mittlerweile wurden wir eines Besseren belehrt, denn jetzt wissen wir, dass in Niederösterreich die Nutzfläche zur Berechnung herangezogen werden und man nicht belohnt wird, wenn man Wasser spart. Diesem Umstand tragen wir nun Rechnung, und schließen die Gartenbewässerung ans örtliche Wassernetz. Das hat den Vorteil, dass nun endlich das andauernde Nachfüllen der Zisterne in Trockenperioden weg fällt. Auch die verstopften Ventile sollten damit endlich der Vergangenheit angehören, da wir ja in Zukunft sauberes Wasser aus der Leitung verwenden.

Bis es allerdings soweit ist, muss das Wasser erst einmal vom Haus zum Pool gelangen, wo es später durch die Bewässerungsanlage auf die verschiedenen Stränge aufgeteilt wird.

Wir planten die Leitungen aus unserem Haus durch ein, mittels 35 mm starkem Mauerbohrer gebohrtes, Loch hinaus zu führen. Allerdings bräuchten wir zwei Löcher, da wir auch zwei Leitungen aus dem Haus führen wollten. Das ist natürlich nicht so lässig, wenn man das Haus gleich doppelt anbohrt. Außerdem würden die Leitungen dann sehr oberflächennahe aus der Wand austreten.

Da wir uns düster dran erinnern konnten, dass wir die Wasserleitung bei der Installation durch ein Abflussrohr durch die Bodenplatte ins Haus führten, machte ich mich am Samstag auf die Suche nach dem Austrittspunkt des Wassers. Zuvor versuchte ich über ein Foto aus dem Inneren zu klären ob es wirklich ein Rohr gab. Und es gab eines, wie das Foto eindeutig zeigte.

Jetzt musste ich nur noch das andere Ende des Rohres an der Außenseite des Hauses finden und hoffen, dass es nicht durchgängig bis zum Wasserschacht in unserer Einfahrt geführt würde.

Also maß ich den Abstand zu den Wänden und machte mich dann auf der
Außenseite auf die Suche.

Nach einiger Zeit wurde ich dort auch fündig und dachte zuerst, dass das auf dem Foto sichtbare Abflussrohr mein gewünschtes Ziel darstellen würde. Glücklicherweise grub ich noch weiter, denn wenn ich das Rohr geöffnet hätte, dann wäre das ein sprichwörtlicher Griff in die Scheiße gewesen. Das gesuchte Rohr der Wasserleitung befand sich nämlich wenige Zentimeter daneben und ein kleines Stück hinter der Dämmung.

Damit das Einführen der Wasserleitung etwas schwerer wurde, hatten wir direkt hinter der Dämmung einen 90 Grad Bogen, durch den wir die steifen Wasserrohre bringen mussten. Mit einigen Biegen und noch mehr Drücken und Schieben, hatte ich dann nach etwas mehr als zwei Stunden die beiden Wasserrohre dort wo ich sie haben wollte. Zudem führte ich dann noch ein Elektro-Leerrrohr ein, damit wir dort eine 5-polige Mantelleitung und eine Busleitung für den KNX durchschieben konnten.

Abschließend verschlossen wir den Zugang wieder mit Montageschaum, damit sich nicht die erstbeste Wühlmaus einen Zugang zu unserem Haus schaffen kann. Wobei, die müsste erst den knappen Meter durch das glatte Rohr nach oben steigen bevor sie bei uns einbrechen könnte.

Mittwoch, 31. Juli 2019

Die Schalung - das unerklärbare Phänomen

Vor zwei Tagen mühten sich die Arbeiter ab mit den ersten Schalungen für die Punktfundamente unseres Carports. Wir erhielten für die Fundamente ein Planskizze unseres Zimmerers, auf der er die Lage und die Ausführung der Fundamente beschrieb und einzeichnete.

Laut des Plan gibt es unterschiedliche Fundamente. Ein Streifenfundament das 10 cm unter der Oberkante des fertigen Belags liegt, und 13 Punktfundamente die jeweils 15 cm unter der Oberkante des Belages liegen sollten. Zudem ist die Lage der Fundamente natürlich essenziell, da dort später die tragenden Elemente der Überdachung stehen werden.

Als ich vorgestern am Abend die Lage der Fundamente kontrollierte, stellte ich fest, dass beide nicht einmal annähernd dort waren, wo sie hingehörten. Zudem waren sie auf unterschiedliche Niveaus geschalt, obwohl sie gleich hoch sein sollten. Das besprach ich am nächsten Tag mit dem Polier und wir stellten fest, dass er den falschen Plan für die Maße verwendete.

Kann passieren. Also ging ich arbeiten und sah gestern am Abend die Schalungen für vier Fundamente in unserer Einfahrt. Beim Nachmessen stellte sich heraus, dass 3 der vier Fundamente falsch waren. auch die von vorgestern waren wieder falsch positioniert. Das vierte war an der richtigen position aber 5 cm zu hoch. Das besprach ich heute mit dem Polier. Er glaubte es zuerst nicht und stellte dann fest, dass sie offensichtlich wieder falsch gemessen hätten. Diesmal lag es nicht am Plan.

Somit wurden die Schalungen heute abermals korrigiert. Allerdings konnte ich sie jetzt nicht mehr nachmessen, da heute am späten Nachmittag bereits der Lieferbeton kam und die Fundamente nun gegossen sind. Ich hoffe, dass die Positionen nun passen, denn jetzt wird jede Änderung richtig schwierig.

Es wird betoniert

Obwohl ich mehrfach nachfragte, wollten die Bauleute weder die Künetten abschalen noch vor dem Betonieren eine Drainageschicht mit Rollschotter einbringen. Dabei ging es mir weniger um die Stabilität der Fundamente, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ein massiver Betonblock mit 40 cm Breite und fast 60 cm Höhe sich durch irgendwelche Witterungsbedingungen beeindrucken lässt. Ich dachte hier eigentlich an die Wirtschaftlichkeit, da Lieferbeton doch recht teuer ist und das bei uns mit etwas weniger als 60 Laufmetern durchaus kostenwirksam bemerkbar machen würde.

Uns konnte es eigentlich egal sein, da wir einen Pauschalpreis vereinbarten, aber ich dachte halt, dass sich unter Umständen die Baufirma etwas Geld sparen könnte. War nicht gewünscht. Auch gut.

Wenigstens konnte ich den Polier davon überzeugen, dass er neben dem Pool ein Schalbrett einlegen sollte, damit der Beton in der Künette später nicht die nur rund 15 cm dicke Erdschicht zum Pool abdrücken würde. Wäre das passiert, dann wäre sämtlicher Beton aus der Künette in den Pool gelaufen. Ein ziemlicher Schaden.

Heute kam also die Betonlieferung. Und das gleich mal um über 2 Stunden verspätet, weil die Betonpumpe bei einer anderen Baustelle aufgehalten wurde. So blieb den Arbeitern wenigstens genug Zeit um noch ein paar Schalungen für Punktfundamente fertig zu stellen. Die konnten Sie gleich füllen, wenn die Pumpe dann da war.

Das Betonieren dauerte letztendlich etwa zwei Stunden, in denen der Fundamentstreifen entlang der Grundstücksgrenze, die Punktfundamente die bereits geschalt waren (leider waren 4 Fundamentschalungen noch nicht fertig) und sogar die Bodenplatte des zusätzlichen Poolbereichs
betoniert werden. Dann hatte der Fahrer der Betonpumpe auch noch ein Problem mit der Schwerkraftbremse und brachte die Kugel nicht aus dem Förderrohr. Dabei wurden Unmengen Wasser und wässriger Beton im Bereich des straßenseitigen Fundaments vergossen, wodurch sich das Niveau nicht mehr glatt und homogen herstellen ließ. Nun ist an dieser Stelle eine Wölbung im Fundament wodurch auch die Schalsteine nicht in der Waage gelegt werden konnte. Das lässt sich allerdings durch die abschließende Ausgleichsschicht, den Betonkranz, wieder ausgleichen.


Der Poolabriss

Gut das klingt vielleicht jetzt etwas schlimmer als es ist. Allerdings sagt der Titel nichts über die unglaubliche Arbeit aus die dahinter steckt.

Grundsätzlich planen wir einen Komplettumbau unseres Styroporstein-Pools, da wir 2011 eine GFK-Römertreppe einbauten, die wir nun durch einen gemauerten Einstieg ersetzen wollen. Der Grund für diese massiven Umbauarbeiten liegt an unserem Plan, den Pool von einem Skimmer-Pool zu einem Überlaufpool umzurüsten. Dabei soll in Zukunft das Wasser entlang der hinteren Längsseite über die Poolkante treten und in einer Rinne zum Schacht rückgeführt werden. Am Ende der Rinne wird ein Grobfilter angebracht, der Blätter und Tiere ausfiltern soll. Dann wird das Wasser in ein Ausgleichsbecken geleitet, das sich im jetzigen Technikschacht des Pool befinden wird.

Von dem Ausgleichsbecken wird das Wasser dann nach Oben in einen neuen Technikraum (der aus alten Ziegelsteinen gemauert werden soll) gepumpt, im Wärmetauscher erhitzt und dann an der neuen Treppe mit Sitzplatz eingeleitet werden. Als Besonderheit versuche ich dem Wasser auf dem Weg zum Sitzplatz über einen Kompressor Druckluft mitzugeben. So soll beim Sitzplatz und der Treppe später eine Art Mini-Whirlpool entstehen.

Zudem sind noch ein paar andere Pool-Attraktionen geplant, denen ich jedoch später mal einen Beitrag widmen werde, denn jetzt geht es erst Mal um den Abbruch der alten Treppe. Und gerade das gestaltet sich sehr schwierig, da ich leider vergaß, dass wir die Treppe nicht nur mit massiven Stahlbolzen an der Betonmauer fixierten, sondern auch durch eine 30 cm hohe Faserbetonschicht mit Bewährung sicherten. Somit wurde das Demontieren der Treppe zur Tortur.

Die Gewindestangen, die die Treppe hielten, waren teilweise so stark verrostet, dass ein Lösen der Muttern unmöglich war. Hier blieb nur der Einsatz des Winkelschleifers übrig. Wobei das nur der kleinere Teil der Übung war. Als ich nämlich die massive Betonschicht am Fuß der Treppe entdeckte, wollte ich eigentlich schon wieder aufgeben.

Mit meinem Abbruchhammer konnte ich dem Beton stückweise Herr werden. Aber es dauerte fast vier Stunden bis die 2 Meter breite, 25 cm starke und und 45 cm hohe Betonschicht abgetragen war. Nicht gänzlich, weil ich für die später zu gießende zusätzliche Bodenplatte des Pools eine feste Verbindung mit der bestehenden Poolmauer haben wollte. So ließ ich die Bewährung stehen und ersuchte den Betonziegel zum Teil zu erhalten.

Als nächstes musste ich dafür sorgen, dass die zusätzlichen Poolwände Platz finden würden. Da das Loch dafür zu klein und der Boden mit Ziegelbruch vom Hausbau gefüllt war, vergrößerte ich zuerst das Loch auf das richtige Maß und schaufelte dann händisch das Erdreich und den Schutt weg. Weil unser Grundstück zu dem Zeitpunkt schon wie nach einem Bombenangriff aussah, transportierte ich das Material in Schuttkübeln vom Pool weg. Rund 60 mal war ich mit je zwei Kübeln unterwegs, bis das Loch passend war.

Nachdem das Loch nun passte, konnte ich bestehendes Material verwenden um den Boden für die Bodenplatte vorzubereiten. Kies und Schotter lagen vor unserer Gartenhütte, und mussten dort ohnehin weg. So traf es sich recht gut, dass ich ordentlich viel davon - ich glaube, dass es etwa 10 Scheibtruhen voll waren, dort abladen konnte. Nach guten sieben Stunden arbeit am Pool war das Loch vergrößert, das Aushubmaterial entfernt und der Boden für die Betonplatte vorbereitet.

Gerade rechtzeitig, denn am nächsten Tag kam der Lieferbeton für die Fundamente unserer Einfriedung und ich hoffte darauf, dass vielleicht ausreichend Beton übrig bleiben würde, damit sich die Bodenplatte ausgeht. Und meine Hoffnung wurde erfüllt, denn nachdem die Fundamentstreifen um unser Grundstück gefüllt und auch die Punktfundamente bereits gegossen waren, blieb noch genug Beton für die Poll-Bodenplatte übrig und es musste sogar noch fast ein Kubikmeter zwischen den Fundamentstreifen der zukünftigen terrasse verteilt werden , da so viel geliefert wurde.

Schon einen Tag später war ich dabei die Styroporsteine aufzustellen. Wie vor 8 Jahren ließ sich das ganz leicht erledigen. Mit einem Fuchsschwanz schneidet man die Blöcke in 25 cm Schritten zurecht und setzt sie wie Lego zusammen. Schlussendlich werden sie mit Montageschaum am Boden fixiert und sind bereit um mit Beton gefüllt zu werden. Natürlich darf man nicht vergessen zuvor die Einbauteile, wie Einlaufdüsen, Scheinwerfer, etc. in die Wände einzuschäumen, denn wenn mal der Beton drin ist, geht nichts mehr.


Freitag, 26. Juli 2019

Die Gartenbaustelle - es geht los

Es hat lange gedauert bis wir uns mit einer Baufirma einigen konnten. Dabei ging es nicht alleine um den Preis, sondern vorrangig um den Zeitfaktor. Auf Grund der günstigen Konditionen bei Finanzierungen sind sämtliche Unternehmen im Baugewerbe völlig überlastet. Völlig egal ob Baufirmen, Zimmereien oder Dachdecker, alle sagen das Gleiche: 'Wir haben derzeit zu viel zu tun!'

Die Preisspanne der Angebote lag zwischen 36.000,- beim günstigsten und 65.000,- beim von der Realität am weitesten entfernten Angebot. Die realistischen Anbieter lagen zwischen 41.500,- und 45.000,- Euro, wobei wir uns letztendlich nicht für den Billigstbieter und auch nicht für den 'Bestbieter' entschieden, sondern einem Bauunternehmen den Vorzug gaben, das bei einer Freundin von uns bereits Arbeiten durchführte und uns empfohlen wurde.

Am 22. Juli war es dann endlich soweit und der Bagger rückte an
um Abbrucharbeiten durch-zuführen und die Oberfläche abzugraben. Auch wenn es langsam voran ging, waren am Ende der ersten Woche die Künetten für die Einfriedung und ein Streifenfundament ausgehoben, und ein Teil des Geländes war abgegraben und das Erdreich dank der Großzügigkeit des Nachbarn auf dessen Grundstück zwischengelagert. Damit können wir etwas Geld sparen, da wir später nicht wieder Erde besorgen müssen, die wir zuvor entsorgen ließen.

Auch ein Fundament, das von Sabine und mir vor 8 Jahren hergestellt wurde, wurde abgetragen und entsorgt. Zudem wurde das Grädermaterial, das sich in den Wegen befand verteilt, damit weniger zu entsorgen war.

Wir hätten zwar gehofft, dass am Ende der ersten Woche mehr passiert wäre, aber es ist mal ein Anfang. Mal sehen was die kommende Woche bringt.

Dienstag, 23. Juli 2019

Latexfarbe im Badezimmer

Seit sieben Jahren wohnen wir bereits in unserem Haus, und mittlerweile ist leider die eine oder andere Kleinigkeit auszubessern. Da ist zum Beispiel im oberen Badezimmer die weiße Wand an einigen Stellen nicht mehr ganz weiß, weil Kinder - und das sind dann nicht nur unsere - gerne mal mit nicht ganz sauberen Händen die Wände angreifen.

Rund um den Lichtschalter waren ebenso die Fingerabdrücke verteilt wie an der Wand neben dem Eingang zur Dusche. und auch in der Toilette war die Wand nicht mehr so wie wir sie gerne sehen würden.

Also entschieden wir uns dazu die Wände im oberen Bad mit Latexfarbe zu streichen, damit wir in Zukunft die Flecken etwas leichter wegbekommen. Die WO-WE Farbe bestellten wir auf Amazon, weil diese Farbe unserer Meinung nach das beste Preis-Leistung Verhältnis hatte. Außerdem bestellten wir gleich noch FrogTape und selbstklebende Abdeckfolie dazu.

Das FrogTape eignet sich bestens für scharfkantiges Abkleben und die Folie haftet wirklich ordentlich und deck großflächig den Boden ab. In wenigen Minuten ließ sich damit der Bereich im Badezimmer abkleben.

Die WO-WE Latexfarbe wird in einem schönen Behälter mit Spannverschluss geliefert. Der Verschluss erleichtert das Öffnen und ermöglicht ein einfaches Verschließen der Farbdose. Die Farbe selbst ist sehr dickflüssig und wirklich sehr gut deckend. So reichte es aus die Wände
einfach zu streichen. Ein zweiter Anstrich wäre eventuell denkbar um eine noch besser abwischbare Oberfläche zu erreichen.

Innerhalb von knapp zwei Stunden war das Ausmalen erledigt und nun erstrahlt das Bad wieder in einem schönen Mattweiß, das nun auch abwischbar ist. So haben wir hoffentlich länger was davon.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Der schleichende Tod des GIRA Homeserver 3


Die Grundidee des GIRA Homeserver hat mir sehr gut gefallen, da sich damit wirklich viele Aktionen in der häuslichen Elektroinstallation umsetzen lassen, die ohne Programmierlogik einfach nicht machbar wären.

Unser GIRA Homeserver 3 (der schon seit Jahren EOL - End Of Life - ist, und bereits durch den GIRA Homeserver 4 abgelöst wurde)  steuert so gut wie jeden bereich des Hauses. Genauere Infos über die Funktionen, die ich mit dem Homeserver umsetzte findest du im Hausbau-Blog im Beitrag über KNX. Wir kümmern uns kaum mehr manuell um irgend welche Rollläden oder Beleuchtungen, denn das meiste läuft voll autonom ab. Zudem spricht unser Homeserver seit etwa zwei Jahren mit Alex unserer Amazon Echos im Haus. Näheres dazu findest du wieder in einem Beitrag in unserem Hausbau-Blog. So wurde der Komfort durch spezielle Routinen noch erweitert. Mit einem einzelnen Kommando werden nun morgens zum Frühstück die richtigen Rollläden geöffnet, bestimmte Beleuchtungen eingeschaltet, der Strom der Espressomaschine eingeschaltet, die aktuelle Außentemperatur und die kommenden Termine des Tages angesagt und schlussendlich unser Lieblingssender aufgerufen.

Es ist also offensichtlich, dass unser GIRA Homeserver bereits voll integriert war und es mehr als betrüblich ist, wenn er nicht funktioniert. Leider ist es aber nun so, dass die Hardware, die GIRA für ihre Homeserver verwendet nicht zwingend für einen 24/7 Betrieb über mehrere Jahre ausgelegt ist. Vor allem mit dem Power-Board, der Platine die das Mainboard und den Speicherchip mit Energie versorgt, dürfte es in sehr vielen Fällen Probleme geben.

Symptome

Unser Homeserver hatte in letzter Zeit immer wieder Probleme mit der Netzwerkverbindung. Die schob ich eigentlich auf den Provider und die Tatsache, dass der Server über eine Powerline-Verbindung mit dem Netzwerk verbunden ist. Ich dachte also nicht dran, dass es ein Problem mit dem Server selbst geben könnte.

In letzter Zeit kam es dann ab uns zu vor, dass der Server nach einem Update nicht wieder hochfuhr. Nach einem Ausschalten und Wiedereinschalten ging das aber dann, also dachte ich eher an ein Problem beim Booten, das womöglich durch die Update-Routine hervorgerufen sein könnte.

Auf den RTR-Displays stand plötzlich eine falsche Uhrzeit und ein falsches Datum, und wegen der falschen Zeit versagte die Rollladensteuerung komplett und öffnete alle Rollläden bereits um 4:30 morgens. Und das obwohl der Dämmerungssensor zu diesem Zeitpunkt sicher noch einen zu geringen Wert für das Öffnen sendete. Spätestens jetzt war ich leicht in Panik, weil es erstmals zu massiven Fehlfunktionen im System kam.

Zuletzt reagierte der Homeserver dann nicht mehr auf den Tastendruck des Power-Knopfes, wobei auch hier interessanter Weise der Klick am Druckpunkt des Schalters ausblieb. Hätte also auch der Taster sein können. Leider reagierte der Server auch nicht, nachdem ich die kleine Platine mit dem Schalter ausbaute und den Steuerkontakt direkt herstellte.

Das Gerät ließ sich nun unter keinen Umständen mehr starten und zeigte absolut keine Reaktion.

Die Fehlersuche

In meiner ersten Panik kontaktierte ich mal GIRA per Mail....auf diese Anfrage habe ich bis heute keine Reaktion erhalten, aber es ist ja auch erst zwei Wochen her. Eigentlich wollte ich ja nur wissen, ob es außer dem Mainboard noch andere Ursachen für das Verhalten geben könnte.

Nun wählte ich die Telefonnummer, die ich auf der GIRA Website fand und rief dort direkt in der Technik an. Der freundliche Techniker erklärte mir in kurzen Worten, dass die die Hardware des Homeserver 3 bereits seit 2012 End Of Life wäre, also nicht mehr supportet wird, und es aus diesem Grund auch nicht möglich wäre das Gerät zu ihnen einzuschicken. Es gäbe nur eine Lösung und zwar wäre das der Kauf des GIRA Homeserver 4 oder des GIRA Facility Server, die sich nur durch die Bauform und den Preis unterscheiden. Cool habe ich in diesem Zusammenhang die Aussage des Technikers gefunden, dass die Software des Homeserver lizenzfrei und kostenlos herunter zu laden wäre und man dafür nicht bezahlt. Man bezahlt nur für die Hardware, daher gäbe es auch keine Möglichkeit den HS3 kostengünstiger zu ersetzen als durch einen Neukauf. Lustig ist, dass die verwendete Industrie-Hardware beim HS3 und HS4 nicht mal 500 Euro Wert ist und dann mit einer Spanne von mindestens 1.300,- Euro verkauft wird. So kann man es auch machen.

Somit wäre laut GIRA die einzige Möglichkeit unser Smart-Home wieder zum Laufen zu bringen, die Neuanschaffung des rund 1.800,- Euro teuren HS4. Die Tatsache, dass die verbaute Hardware im HS4 bereits seit Anfang 2019 End Of Life ist und es daher auch nur Ersatzteile aus Restbeständen gibt machte mir die Entscheidung dahingehend jedoch nicht leicht.

Also begann ich mit einem Multimeter durchzumessen wo nun eigentlich die Spannung oder der Strom fehlen würden und stellte fest, dass am Anschluss des Mainboards keine Spannung anliegt und der Fehler daher bereits in der Platine davor liegen musste. Das machte mich ein wenig zuversichtlicher, da ich bis zu diesem Zeitpunkt auch schon auf der Suche nach einer alten VIA  Epia-LN Platine war, dem EOL Mainboard, das im Homeserver verbaut ist. Da das Linus des HS genau auf diese Hardware gebrandet ist, kann leider keine andere Hardware verwendet werden. Auf Aliexpress fand ich das Board gebraucht zu einem Preis von mindestens $ 180,- natürlich immer mit dem Risiko, dass die Platine nicht richtig funktioniert, die BIOS Einstellungen nicht passen oder einer der Treiber nicht passt, weil unter Umständen ein anderer Chip verwendet wurde.

Die Suche nach einer Lösung

Da sich die Power-Platine als Hauptschuldiger für meine Probleme nahezu aufdrängte, musst ich nun nach einer Lösung suchen, die einerseits günstig und andererseits dauerhaft wäre. Nun dürften die Platinen der Stromversorgung im HS3 oft wegen thermischer Belastung den Geist aufgeben. Also wollte ich eigentlich die Verwendung eines vergleichbaren Gehäuses vermeiden, auch wenn ich die niedrige Bauform des Gehäuses schätze, denn so lässt es sich bei uns im Verteilerschrank unterbringen. Um jetzt aber thermische Probleme auszuschließen wählte ich als Ersatz ein Cooler Master Cube-Gehäuse im Mini-ITX Faktor inklusive 120mm Lüfter und für Standard-ATX Netzteile geeignet. Das Thermaltake Netzteil ist mit über 500W wesentlich überdimensioniert, da der GIRA Homeserver 3 sich mit rund 20-30W begnügen würde. Hier war hauptsächlich der Preis und die Eignung zum Dauerbetrieb ausschlaggebend für die Entscheidung. In Summe habe ich nun knapp über 90 Euro ausgegeben.

Der Umbau der Komponenten war nun reine Formsache. Mainboard raus, Stromversorgungen kappen und alles im Cooler Master Gehäuse einbauen. Die Front-USB-Anschlüsse des Gehäuses habe ich sicherheitshalber nicht mit dem Mainboard verbunden, da es möglich wäre, dass es während des Bootvorganges mangels Treiber zu Problemen kommen könnte. Die beiden Anschlüsse an der Rückseite reichten bislang ja schließlich auch.

Nach dem Umbau ist mein GIRA Homeserver 3 nun doppelt so hoch wie ursprünglich und verfügt neben einem integrierten und belüfteten Netzteil auch über einen 120mm Lüfter an der Gehäuseseite, der die passiv gekühlten Komponenten nun wesentlich kühler hält als sie zuvor waren. Unser Homeserver hatte im Normalbetrieb meist eine Temperatur von 38-40° Celsius an der Gehäuse-Außenseite. Nun ist das Gerät nicht mal mehr handwarm. Ja dafür macht es jetzt Geräusche und braucht fast doppelt so viel Energie wie zuvor. Das sind zwar Mehrkosten beim Strom von fast 20 Euro pro Jahr, dafür aber gut 1.700,- Euro Einsparung, weil ich keinen neuen Homeserver kaufen musste. Und wenn durch den höheren Energieverbrauch die Elektronik des Servers länger halten sollte, dann sind mir die höheren Stromkosten mehr als recht.

Fazit

Ein Unternehmen wie GIRA sollte meiner Ansicht über den Support-Prozess von eigenen Produkten nachdenken. Es kann ja wohl nicht sein, dass ein hochpreisiges Produkt wie der Homeserver nicht mehr supportet wird, weil das neue Gerät bereits am Markt ist und die Hardware EOL ist. End Of Life war das Zeug schon als ich es kaufte, nämlich bei VIA, dem Hersteller des Boards. Mein nächstes Projekt ist jetzt das Studieren der KNX-API. Vielleicht kann ich mir meine Logik in C# umsetzen und über Kurz oder Lang den Homeserver loswerden. Mir wäre ohnehin eine Lösung auf unabhängiger Hardware lieber, dann könnte ich mir ein Backup-Gerät anschließen und einfach umschalten, wenn wieder mal der Server ausfällt.