Donnerstag, 9. Mai 2019

Der schleichende Tod des GIRA Homeserver 3


Die Grundidee des GIRA Homeserver hat mir sehr gut gefallen, da sich damit wirklich viele Aktionen in der häuslichen Elektroinstallation umsetzen lassen, die ohne Programmierlogik einfach nicht machbar wären.

Unser GIRA Homeserver 3 (der schon seit Jahren EOL - End Of Life - ist, und bereits durch den GIRA Homeserver 4 abgelöst wurde)  steuert so gut wie jeden bereich des Hauses. Genauere Infos über die Funktionen, die ich mit dem Homeserver umsetzte findest du im Hausbau-Blog im Beitrag über KNX. Wir kümmern uns kaum mehr manuell um irgend welche Rollläden oder Beleuchtungen, denn das meiste läuft voll autonom ab. Zudem spricht unser Homeserver seit etwa zwei Jahren mit Alex unserer Amazon Echos im Haus. Näheres dazu findest du wieder in einem Beitrag in unserem Hausbau-Blog. So wurde der Komfort durch spezielle Routinen noch erweitert. Mit einem einzelnen Kommando werden nun morgens zum Frühstück die richtigen Rollläden geöffnet, bestimmte Beleuchtungen eingeschaltet, der Strom der Espressomaschine eingeschaltet, die aktuelle Außentemperatur und die kommenden Termine des Tages angesagt und schlussendlich unser Lieblingssender aufgerufen.

Es ist also offensichtlich, dass unser GIRA Homeserver bereits voll integriert war und es mehr als betrüblich ist, wenn er nicht funktioniert. Leider ist es aber nun so, dass die Hardware, die GIRA für ihre Homeserver verwendet nicht zwingend für einen 24/7 Betrieb über mehrere Jahre ausgelegt ist. Vor allem mit dem Power-Board, der Platine die das Mainboard und den Speicherchip mit Energie versorgt, dürfte es in sehr vielen Fällen Probleme geben.

Symptome

Unser Homeserver hatte in letzter Zeit immer wieder Probleme mit der Netzwerkverbindung. Die schob ich eigentlich auf den Provider und die Tatsache, dass der Server über eine Powerline-Verbindung mit dem Netzwerk verbunden ist. Ich dachte also nicht dran, dass es ein Problem mit dem Server selbst geben könnte.

In letzter Zeit kam es dann ab uns zu vor, dass der Server nach einem Update nicht wieder hochfuhr. Nach einem Ausschalten und Wiedereinschalten ging das aber dann, also dachte ich eher an ein Problem beim Booten, das womöglich durch die Update-Routine hervorgerufen sein könnte.

Auf den RTR-Displays stand plötzlich eine falsche Uhrzeit und ein falsches Datum, und wegen der falschen Zeit versagte die Rollladensteuerung komplett und öffnete alle Rollläden bereits um 4:30 morgens. Und das obwohl der Dämmerungssensor zu diesem Zeitpunkt sicher noch einen zu geringen Wert für das Öffnen sendete. Spätestens jetzt war ich leicht in Panik, weil es erstmals zu massiven Fehlfunktionen im System kam.

Zuletzt reagierte der Homeserver dann nicht mehr auf den Tastendruck des Power-Knopfes, wobei auch hier interessanter Weise der Klick am Druckpunkt des Schalters ausblieb. Hätte also auch der Taster sein können. Leider reagierte der Server auch nicht, nachdem ich die kleine Platine mit dem Schalter ausbaute und den Steuerkontakt direkt herstellte.

Das Gerät ließ sich nun unter keinen Umständen mehr starten und zeigte absolut keine Reaktion.

Die Fehlersuche

In meiner ersten Panik kontaktierte ich mal GIRA per Mail....auf diese Anfrage habe ich bis heute keine Reaktion erhalten, aber es ist ja auch erst zwei Wochen her. Eigentlich wollte ich ja nur wissen, ob es außer dem Mainboard noch andere Ursachen für das Verhalten geben könnte.

Nun wählte ich die Telefonnummer, die ich auf der GIRA Website fand und rief dort direkt in der Technik an. Der freundliche Techniker erklärte mir in kurzen Worten, dass die die Hardware des Homeserver 3 bereits seit 2012 End Of Life wäre, also nicht mehr supportet wird, und es aus diesem Grund auch nicht möglich wäre das Gerät zu ihnen einzuschicken. Es gäbe nur eine Lösung und zwar wäre das der Kauf des GIRA Homeserver 4 oder des GIRA Facility Server, die sich nur durch die Bauform und den Preis unterscheiden. Cool habe ich in diesem Zusammenhang die Aussage des Technikers gefunden, dass die Software des Homeserver lizenzfrei und kostenlos herunter zu laden wäre und man dafür nicht bezahlt. Man bezahlt nur für die Hardware, daher gäbe es auch keine Möglichkeit den HS3 kostengünstiger zu ersetzen als durch einen Neukauf. Lustig ist, dass die verwendete Industrie-Hardware beim HS3 und HS4 nicht mal 500 Euro Wert ist und dann mit einer Spanne von mindestens 1.300,- Euro verkauft wird. So kann man es auch machen.

Somit wäre laut GIRA die einzige Möglichkeit unser Smart-Home wieder zum Laufen zu bringen, die Neuanschaffung des rund 1.800,- Euro teuren HS4. Die Tatsache, dass die verbaute Hardware im HS4 bereits seit Anfang 2019 End Of Life ist und es daher auch nur Ersatzteile aus Restbeständen gibt machte mir die Entscheidung dahingehend jedoch nicht leicht.

Also begann ich mit einem Multimeter durchzumessen wo nun eigentlich die Spannung oder der Strom fehlen würden und stellte fest, dass am Anschluss des Mainboards keine Spannung anliegt und der Fehler daher bereits in der Platine davor liegen musste. Das machte mich ein wenig zuversichtlicher, da ich bis zu diesem Zeitpunkt auch schon auf der Suche nach einer alten VIA  Epia-LN Platine war, dem EOL Mainboard, das im Homeserver verbaut ist. Da das Linus des HS genau auf diese Hardware gebrandet ist, kann leider keine andere Hardware verwendet werden. Auf Aliexpress fand ich das Board gebraucht zu einem Preis von mindestens $ 180,- natürlich immer mit dem Risiko, dass die Platine nicht richtig funktioniert, die BIOS Einstellungen nicht passen oder einer der Treiber nicht passt, weil unter Umständen ein anderer Chip verwendet wurde.

Die Suche nach einer Lösung

Da sich die Power-Platine als Hauptschuldiger für meine Probleme nahezu aufdrängte, musst ich nun nach einer Lösung suchen, die einerseits günstig und andererseits dauerhaft wäre. Nun dürften die Platinen der Stromversorgung im HS3 oft wegen thermischer Belastung den Geist aufgeben. Also wollte ich eigentlich die Verwendung eines vergleichbaren Gehäuses vermeiden, auch wenn ich die niedrige Bauform des Gehäuses schätze, denn so lässt es sich bei uns im Verteilerschrank unterbringen. Um jetzt aber thermische Probleme auszuschließen wählte ich als Ersatz ein Cooler Master Cube-Gehäuse im Mini-ITX Faktor inklusive 120mm Lüfter und für Standard-ATX Netzteile geeignet. Das Thermaltake Netzteil ist mit über 500W wesentlich überdimensioniert, da der GIRA Homeserver 3 sich mit rund 20-30W begnügen würde. Hier war hauptsächlich der Preis und die Eignung zum Dauerbetrieb ausschlaggebend für die Entscheidung. In Summe habe ich nun knapp über 90 Euro ausgegeben.

Der Umbau der Komponenten war nun reine Formsache. Mainboard raus, Stromversorgungen kappen und alles im Cooler Master Gehäuse einbauen. Die Front-USB-Anschlüsse des Gehäuses habe ich sicherheitshalber nicht mit dem Mainboard verbunden, da es möglich wäre, dass es während des Bootvorganges mangels Treiber zu Problemen kommen könnte. Die beiden Anschlüsse an der Rückseite reichten bislang ja schließlich auch.

Nach dem Umbau ist mein GIRA Homeserver 3 nun doppelt so hoch wie ursprünglich und verfügt neben einem integrierten und belüfteten Netzteil auch über einen 120mm Lüfter an der Gehäuseseite, der die passiv gekühlten Komponenten nun wesentlich kühler hält als sie zuvor waren. Unser Homeserver hatte im Normalbetrieb meist eine Temperatur von 38-40° Celsius an der Gehäuse-Außenseite. Nun ist das Gerät nicht mal mehr handwarm. Ja dafür macht es jetzt Geräusche und braucht fast doppelt so viel Energie wie zuvor. Das sind zwar Mehrkosten beim Strom von fast 20 Euro pro Jahr, dafür aber gut 1.700,- Euro Einsparung, weil ich keinen neuen Homeserver kaufen musste. Und wenn durch den höheren Energieverbrauch die Elektronik des Servers länger halten sollte, dann sind mir die höheren Stromkosten mehr als recht.

Fazit

Ein Unternehmen wie GIRA sollte meiner Ansicht über den Support-Prozess von eigenen Produkten nachdenken. Es kann ja wohl nicht sein, dass ein hochpreisiges Produkt wie der Homeserver nicht mehr supportet wird, weil das neue Gerät bereits am Markt ist und die Hardware EOL ist. End Of Life war das Zeug schon als ich es kaufte, nämlich bei VIA, dem Hersteller des Boards. Mein nächstes Projekt ist jetzt das Studieren der KNX-API. Vielleicht kann ich mir meine Logik in C# umsetzen und über Kurz oder Lang den Homeserver loswerden. Mir wäre ohnehin eine Lösung auf unabhängiger Hardware lieber, dann könnte ich mir ein Backup-Gerät anschließen und einfach umschalten, wenn wieder mal der Server ausfällt.

Donnerstag, 7. März 2019

Das Gartenprojekt

Es geht wieder los. Diesmal betrifft es den Außenbereich unseres Hauses. Leider hat sich in den letzten Jahren die Wetterlage merkbar verändert. So haben wir im Sommer oft sehr lange Trockenperioden mit erbarmungsloser Sonneneinstrahlung und zugleich konstanten Wind aus Ost oder West mit durchschnittlichen Geschwindigkeiten von 15-20 km/h. Daher war es in letzter Zeit eigentlich kaum mehr möglich länger draußen zu sitzen, weil es keinen Sonnenschirm gab, der dem dauerhaften Wind, mit kurzfristigen Spitzen von teilweise über 80 km/h, trotzen konnte. Sämtliche Schirme lösten sich in kürzester Zeit völlig auf. Ohne Sonnenschirm ist es aber de facto unmöglich länger im Garten zu bleiben. Nachdem in letzter Zeit auch beim Essen im Garten regelmäßig die Gläser umgeblasen wurden, nutzen wir die Terrasse seit über zwei Jahren nicht mehr um im Freien zu essen.

Sabines Wunsch war es daher, den Garten neu zu gestalten und im Zuge dieser Planung einen überdachten Sitzplatz zu schaffen der windgeschützt liegt, damit wir den Garten wieder mehr nutzen könnten. Nun hätte es vermutlich gereicht einen überdachten Sitzplatz zu gestalten und diesen seitlich mit Windschutz zu versehen, allerdings brauchen wir auch dafür Fundamente. Daher bot sich an gleich mehr zu machen.

Der aktuelle Plan sieht nun massive Änderungen vor. So werden wir...
  • ...die Einfriedung machen. Da wir allerdings keine Freunde von Zäunen sind, wird rund um unser Grundstück eine etwa 80 cm hohe und ca. 60 cm breite Wanne erstellt in der wir dann Pflanzen setzen. Durch die Erhöhung schaffen wir einen etwas besseren Sichtschutz und bringen die Pflanzen ein Stückchen von der extrem heißen Straße weg, die regelmäßig für Verbrennungen des Wurzelwerks sorgt.
  • ...die Einfahrt neu gestalten, damit auch in Zukunft Platz genug für die Autos der Familie vorhanden ist. Diese wird dann mit einem Carport und einer Eingangsüberdachung überbaut und damit vor Regen und Schnee geschützt. Da wir keinen Platz für eine Garage haben, muss es auf diese Art und Weise gehen.
  • ...direkt im Anschluss an das Carport wird ein überdachter Sitzplatz entstehen. So erhalten wir die Möglichkeit über die Küche trocken zum Sitzplatz zu gelangen und können den Platz im Sommer auch bei Regenwetter nutzen. Zudem liegt der Platz neben dem Haus und wird dadurch auch gleich vor starken Ostwinden geschützt. Gegen den Westwind werden wir seitliche Verblendungen schaffen.
  • ...den Pool etwas verändern und statt der GFK-Treppe eine betonierte Treppe bauen. Dies wird notwendig, weil ich versuchen möchte den Pool umzurüsten auf ein einseitiges Überlaufsystem. Vergleichbar den Infinity-Pools. Hier wird eine Seite des Pools um wenige Zentimeter tiefer gemauert als die anderen Seiten. Sobald nun die Pumpe in Betrieb ist, läuft das Wasser an der niedrigeren Kante über und nimmt oben aufschwimmenden Schmutz mit. Dieser Umbau ist jedoch mit einer kompletten Änderung der Technik verbunden, weil man dazu auch einen Speicherbehälter für den Überlauf benötigt.
  • ...neben dem Pool werden wir aus alten Klinker eine Mauer bauen, die hoffentlich ein bisschen im Ruinen-Stil gestaltet werden kann.. Im Zuge dessen wollen wir an der Stelle des Technikschachtes unseres Pools einen überirdischen Technikraum aufbauen, da der Schacht für die neue Technik zu klein sein wird.
  • ...ebenfalls neben dem Pool wird ein Sonnendeck entstehen. Und weil wir diesmal auf Wartungsfreundlichkeit setzen, wird das Deck aus Steinen im Holzbalkendesign entstehen.
  • ...die Bodenbeläge werden komplett geändert. Dazu wurde bereits die Terrasse aus BPC abgebaut. hier wird später Travertin gelegt werden. Auch der Sitzplatz bekommt einen Belag aus Travertin im römischen Verband gelegt. Für die Einfahrt nehmen wir auf antik gemachte Beton Pflastersteine und für einen neuen Feuerplatz und den Weg vor unserer Terrassentüre kommen Plasterwürfel aus rotem Granit und Porphyr zum Einsatz.
  • ...im kompletten Garten durch Natursteinmauern Bereiche schaffen, die zum Entspannen einladen sollen. So werden die Pflanzen auf verschiedenen Niveaus stehen und dadurch für mehr Abwechslung sorgen. Zudem soll sich durch die erhöhte Lage der Pflanzen ein natürlicher Sichtschutz ergeben. Die Materialien sind größtenteils bereits gewählt. So werden die Mauern aus Stainzer Hartgneis gemauert werden.
  • ...einen kleinen Brunnen neben dem Sitzplatz mauern der aus silbernem Alpenquarzit bestehen wird.
Die Terrasse ist bereits abgebaut
Ihr seht also, dass bei diesem Projekt einiges auf uns zukommt. Nicht nur Arbeit sondern vor allem auch Kosten, denn mittlerweile ist die Gartengestaltung fast schon so teuer wie der Bau eines Hauses. Nicht nur wegen der gestiegenen Ansprüche an einen Garten, sondern auch wegen der extrem hohen Materialkosten und der stark gestiegenen Kosten für Arbeit.

Obwohl wir bereits mit ein paar Vorbereitungen begonnen haben - so habe ich die Terrasse abgebaut und das Material verkauft - sind wir derzeit noch zum Teil in der Planungsphase, vor allem beim Carport, weil dort eine Vielzahl an gesetzliches Regelungen zu beachten sind. Andere Bereich sind da bereits etwas weiter. Die Bodenbeläge und Mauersteine sind bereits bestellt. Und selbst das war nicht so leicht, denn für gewöhnlich fällt die erste Wahl immer auf Materialien die letztendlich unbezahlbar sind. 

Hier seht ihr mal den Alpenquarzit, den Hartgneis und die roten Granitpflaster. Dieses Material ist noch zu einem halbwegs vernünftigen Preis zu haben. Wir bestellten es bei Natursteine Rath.

Alpebquarzit
Granit rot
Hartgneis
Die nächsten Monate werden also spannend und mit Sicherheit auch anstrengend, weil wir wie immer massiv Hand anlegen müssen, um uns ein derartiges Projekt überhaupt leisten zu können.