Montag, 18. Juni 2018

Der Bilderschrank

Wie im vorherigen Post über die Büroeinrichtung bereits beschrieben, plante ich einen speziellen Schrank zu bauen in dem wir unsere Keilrahmen-Bilder lagern könnten. Diesen Kasten brauchten wir vor allem, weil wir eine große Zahl an selbst gemalten Bildern unterschiedlicher Größe mit saisonalen Motiven haben, die wir über das Jahr immer wieder tauschen. Damit die Bilder ordentlich gelagert werden können und nicht darunter leiden, empfiehlt sich die hängende Lagerung.

Der Plan war also einen Stützrahmen aus Kontruktionsholz zu bauen, der an der Außenseite mit den originalen Fronten von IKEA verkleidet wird. Die Decke und ein Einlagefach sind vom Obi in der Zuschnitt-Abteilung gefertigt. Für die Montage der Fronten verwendeten wir ebenfalls originale IKEA-Teile, die nicht so einfach einzubauen waren, weil die Scharniere auf die Montage in vorgebohrten Möbelplatten vorgesehen waren.

Als der Rahmen und die Fronten soweit waren, suchte ich nach einer Lösung für die Bilder. Diese sollten möglichst platzsparend verstaut werden, was zur Notwendigkeit einer flexibel verschiebbaren Konstruktion führte.

Also kaufte ich über Amazon Vollauszug Schubladenschienen mit 100cm Auszuglänge. Diese Schienen baute ich oben im Schrank ein und montierte darauf eine stabile 3-Schicht-Leimholzplatte mit 19mm Dicke. So konnte ich die Trägerplatte ausziehbar machen, damit man die Bilder von beiden Seiten sehen und auswählen kann. Durch den Auszug können Bilder im Schienen angebracht ist.
hinteren Bereich des Schrankes gelagert werden, und bei Bedarf hervor gezogen werden. Damit man die Bilder aus dem hinteren Bereich besser sehen kann, lässt sich dieses Modul noch einmal extra bewegen in dem dieses wiederum auf kurzen

Nun fehlt nur noch ein entsprechender Auszug am Boden der es ermöglicht auch im unteren Drittel des Schrankes Bilder zu schlichten und diese bei Bedarf aus der versteckten Ecke zu ziehen. So nutzen wir die Ecke bestmöglich aus und können all unsere Bilder gleichermaßen effizient wie schonend lagern.

Montag, 7. Mai 2018

Die Büroeinrichtung

Da wir in den Kinderzimmern keine Schreibtische wollten, damit unsere Kinder Lernen und Freizeit ordentlich trennen können, wenn sie das überhaupt wollen, planten wir in unserem Haus ein Arbeitszimmer ein. Dieses Arbeitszimmer war seit unserem Einzug ins neue Haus allerdings mit übrig gebliebenen Möbeln unserer alten Wohnung ausgestattet. So fanden sich dort ein paar Büroschränke, Kleiderschränke und Klapptische sowie viele Kisten, in denen man andauernd suchen wühlen musste, wenn man etwas Bestimmtes suchte.

Das Problem kennen ja so ziemlich alle Häuselbauer, dass für die Einrichtung weniger genützter Räume letztendlich kein Budget mehr da ist. Nun schafften wir es sechs Jahre nach dem Einzug in unser Haus, das Arbeitszimmer komplett zu überarbeiten. Wie bereits bei den Bädern und Kinderzimmern, kam auch bei der Planung des Arbeitszimmers der IKEA Küchenplaner zum Einsatz. Das hauptsächlich deshalb, weil wir auch das Büro mit Küchenmöbel ausstatteten. Unserer Meinung nach bieten auch in diesem Wohnbereich Küchenmöbel die größtmögliche Raumausnutzung und höchste Qualität, bei vergleichsweise vernünftigen Preisen.

Die Planung

Wer schon mal nach echten Büromöbeln geschaut hat, der weiß, dass dieses Möbel mit Abstand die teuersten Anschaffungen für ein Wohnhaus sind. Wenn man also keine Büromöbel braucht, sollte mit dem Küchenprogramm vorlieb nehmen, denn das bietet große Flexibilität und perfekte Kombinationsmöglichkeiten, auch für kleine Räume.

Nachdem ich im IKEA Küchenplaner die Raummaße, das Fenster und die Türe eingegeben hatte, legte ich mit der Planung los. Das Augenmerk lag dabei eindeutig auf maximalem Stauraum und einem günstigen Gesamtpreis. Um den Raum optimal zu nutzen plante ich möglichst viele Hochschränke, die nach Möglichkeit auch 60cm tief sein sollten. Das geht jedoch nicht überall, da zum Beispiel der Eingang zu eng geworden wäre, wenn ich bereits dort mit 60cm tiefen Schränken begonnen hätte. Am Plan kann man sehr
gut sehen, dass es beim Eingang ins Arbeitszimmer zu einer Verengung gekommen wäre, vor allem, weil an der Freien Stelle, an der Wand C noch ein selbst gebauter Spezialschrank geplant war.

Die Arbeitsfläche unter dem Fenster wurde im Planer mal einfach eingeplant, wäre aber für die Verwendung als Schreibtisch viel zu hoch positioniert gewesen. Dafür musste ich mir was einfallen lassen. Die Lösung für dieses Problemchen findet sich ein bisschen später in diesem Post.

Wie bereits bei allen anderen IKEA Möbeln in unserem Haus, verglichen wir die Preise des Österreichischen IKEA mit jenen des IKEA in Bratislava. Das ist zwar ein wenig aufwendiger, lohnt sich aber allemal. Dafür druckten wir aus dem Online-Planer die Artikelliste aus und gaben die einzelnen Artikelnummern auf der Slowakischen IKEA Website ein. Ein Tipp dazu ist, dass man sich zuvor einen Account auf der SK-Website anlegt und dann alle Artikel in der Einkaufsliste speichert. Dann kann man die Preise mit denen der Artikelliste von Österreich vergleichen und wirft alle Artikel aus der Einkaufsliste raus, die in Österreich günstiger sind. Diese kann man dann auf der Österreichischen Website in die Einkaufsliste hinzufügen. Die Einkaufsliste hat den Vorteil, dass man in Bratislava dann nur noch in die Küchenabteilung gehen und dort seine Mailadresse und das Passwort auf dem PC des Mitarbeiters eingeben muss. Dadurch wir die Einkaufsliste direkt geladen und kann in wenigen Minuten zu einer Bestellung zusammengefasst werden.

Der Einkauf

Für den Einkauf in Bratislava muss man bedenken, dass man eine Autobahnvignette für die Slowakei benötigt. Zudem sollte man unbedingt einen Personalausweis oder einen Reisepass dabei haben. Gezahlt wird wie bei uns mit Euro über Kreditkarte, Bankomatkarte oder in bar. Als nächstes sollte einem klar sein, dass man nur eine begrenzte Nutzlast beim Auto hat, und auch dass selbst die kompakt in Schachteln verpackten IKEA-Möbel Platz benötigen. Wir waren mit zwei Autos in Bratislava und hatten zusammen eine maximale Nutzlast von 840kg zur Verfügung.

Da die gesamte Bestellung jedoch 1.200kg gewogen hätte, entschlossen wir uns dazu, die schwersten Artikel (Arbeitsplatten und 2 Hochschränke) in einem zweiten Durchgang zu holen. Was wir jedoch nicht bedachten war die Anzahl an Paketen der restlichen Bestellung. Diese bestand nämlich letztendlich aus 145 Paketen, von denen wir wegen des Gewichts lediglich 7 aus der
Bestellung raus nahmen. So standen wir dann vor dem Problem 138 Pakete auf zwei Autos aufzuteilen, was sich als ziemliche Herausforderungen herausstellte. Hier zahlt es sich aus, wenn man früher gerne mal Tetris gespielt hat, denn ohne perfektes Schlichten hätten wir die Pakete sicher nicht in die beiden Autos bekommen. Beide waren nämlich sprichwörtlich bis unters Dach beladen, und bei unserem Auto mussten wir mit drei Paketen sogar schon auf den Dachträger ausweichen. Glücklicherweise regnete es gerade auf dem Heimweg nicht und die Pakete wurden nur durch etwas Gischt der Fahrzeuge die vor uns fuhren an der Vorderkante feucht. Die Möbelplatten im Inneren der Pakete waren dadurch zum Glück nicht betroffen.

Nachdem eine Fahrt nicht ausreichte, fuhr ich im Anschluss gleich noch ein zweites Mal nach Bratislava, um die Arbeitsplatten und die beiden Hochschränke zu holen, die sich bei der ersten Fahrt einfach nicht ausgegangen wären. Zur gleichen Zeit fuhr Sabine zum IKEA in Vösendorf, um dort die Artikel zu besorgen, die in Österreich günstiger waren. Wir brauchten in Summe etwa 6 Stunden bis alles was wir brauchten eingekauft und in unserem Wohnzimmer abgelegt war. Durch die Einkauf im jeweils günstigeren Möbelhaus, konnten wir uns knapp 25% der Einkaufssumme sparen. Die Küchenmöbel für unser Büro kamen somit komplett auf knapp 2.780,- Euro statt auf 3.753,-. Nach Abzug der Vignetten für zwei Autos uns des etwas höheren Spritverbrauchs bleibt eine Ersparnis von 938,- für die ich den höheren Aufwand gerne in Kauf nehme.

Die Montage

Obwohl das Schleppen der Kartons schon ausgereicht hätte, ging das Drama ja zuhause erst los, weil die Möbel ja auch zusammengebaut und montiert werden wollten. Und das möglichst schnell. Schließlich hatten wir unsere alten Schränke im Büro ausgeräumt, und deren Inhalt fein säuberlich an allen freien Stellen im Wohnzimmer gestapelt. Um hier noch ein bisschen Extramotivation zu schaffen, hatten wir am darauf folgenden Wochenende bereits Gäste zum Essen geplant und mussten daher das Wohnzimmer von Möbeln und Bürozeug freibekommen.

Der Aufbau ist wie üblich keine Hexerei. Was für mich neu war, war lediglich die Tatsache, dass nun nicht nur Hängeschränke, sondern auch Hochschränke und sogar die Unterschränke an der Rückseite in eine Metallschiene eingehängt werden. Das erhöht zwar etwas die Vorarbeiten, weil man die entsprechenden Schienen zuvor zuschneiden und an die Wand montieren muss. Dabei sollte man wirklich genau arbeiten, weil später die Ausrichtung der Schränke maßgeblich von der korrekten Montage der Schienen abhängt. Hat man hier sauber und genau gearbeitet, dann wird die Montage der Schränke und vor allem das Ausrichten und in die Waage bringen ein Kinderspiel. Auf dem Bild sieht man tief montierte Schienen für die Unterschränke, eine hoch montierte für Hängeschränke und Hochschränke und eine Schiene die etwas tiefer sitzt. Die könnte
man sich im Prinzip sparen, weil sie zusätzlich für die Hochschränke verwendet wird. Allerdings müsste man dann den 200cm Korpus des Hochschranks vor dem Aufstellen noch mit dem 40cm Aufsatzschrank verschrauben, und dann beide gemeinsam einhängen. Ich persönlich montierte die Elemente lieber schrittweise. So ließen sie sich auch wesentlich einfacher ausrichten und auf eine gemeinsame Höhe bringen.

Durch dieses System sind in wenigen Minuten die bereits zusammengeschraubten Schrankelemente montiert. Sobald sie an der Wand sind, können sie einfach durch Schrauben verbunden werden und geben sich dadurch im Verbund zusätzliche Stabilität. An der Vorderseite der Schränke werden höhenverstellbare Füße montiert, die die Schienen an der Wand entlasten.

Meiner Meinung nach ist das Aufstellen der Schränke nun wirklich wesentlich einfacher. Bei unserer Küche war es damals noch eine richtige Spielerei die richtige Höhe zu erwischen und dann die Schränke aneinander auszurichten. Das klapp nun wirklich wesentlich leichter.

Der Kunstschrank

Eine besondere Herausforderung war für mich der Schrank, den ich für unsere selbst gemalten Bilder und unsere Skier bauen wollte. Das Problem hier war, dass es keinen Schrank im Küchenprogramm gab, in dem wir unsere Skier liegend lagern , und schon gar keinen in dem wir unsere Keilrahmen-Bilder platzsparend aber übersichtlich unterbringen konnten. Daher überlegte ich mir aus Leisten und IKEA Schranktüren eine Art begehbaren Schrank zu bauen. Vor allem das etwas spezielle Maß von 212 x 53 cm sorgte in der Planung für etwas Kopfzerbrechen, weil es für diese Maße keine fertigen Lösungen gibt. Da ich zwar nicht ganz ungeschickt bin, aber eben kein Tischler, wirkt diese Konstruktion vor allem im Inneren ziemlich 'rustikal'. Aber sie bietet alles was wir benötigen. Dazu fertigte ich ein Gerüst aus Staffelhölzern an und ließ mir beim OBI die Deckplatte und den Zwischenboden aus einer weiß beschichteten Spanplatte zuschneiden.

Im oberen Bereich ist ein 210 x 50cm großer und 40cm hoher Schrank für unsere Ski und Stöcke. Darunter befindet sich seitlich eine Schranktür hinter der sich die Alu-Leiter verbirgt. Zur Verstauung die Keilrahmen-Bilder kann eine 120cm breite Doppeltür mit 200cm Höhe komplett auf die Seite geklappt werden. Dahinter befindet sich ein, derzeit noch ungenutzter, Raum in dem später an speziellen Keilrahmen-Haltern die Bilder aufgehängt werden können. Sobald die Konstruktion fertig ist, werde ich natürlich auch davon Bilder online stellen. Auch die schmalen Leiste, die an der Schranktür für die Leiter zu sehen ist, ließ ich beim OBI zuschneiden. Gerade mal 7 Euro kostete die 16mm starke Spanplatte in weiß mit Kantenumleimer an allen vier Seiten.

Die Griffe

Wie man am 3D-Bild des IKEA Planers erkennen kann, waren die Griffe nicht in der Planung enthalten. Das liegt daran, dass Sabine und ich uns auf keinen der angebotenen Griffe einigen konnten. Irgendwie passte für uns keiner so recht zu unserem Stil. Also schauten wir auf Aliexpress.com nach Türgriffen die uns gefielen.

Nach längerer Suche entschieden wir uns für ein Griffmodell aus dunkelbraunem Leder mit hellen Ziernähten und Montage-Elementen aus gebürstetem Edelstahl. Diese Griffe kosteten inklusive Einfuhrumsatzsteuer und allen Abgaben (davon haben wir in Österreich ja genug) rund 160 Euro für 51 Stück. Pro Griff mussten wir 3,10 Euro zahlen, was bei IKEA günstiger gegangen wäre, aber eben nicht in der Optik. Die gleichen Griffe gibt es auch auf Amazon, wo sie etwas mehr kosten, dafür aber auch unkomplizierter zu erwerben sind.

Um die Griffe schnell und korrekt montieren zu können bastelte ich eine Bohrschablone. Diese hatte den exakten Lochabstand für die Griffe und einen Zentrierstrich. Die Schablone folierte ich ein und sorgte noch für eine korrekte Kante, damit dann alle Bohrungen wirklich exakt an der gleichen Stelle gemacht wurden.
Nun musste ich nur noch an den Laden die Mitte markieren und an den Schranktüren immer im gleichen Abstand von der Unterkante (oder bei manchen Türen eben von der Oberkante) messen und markieren. Dann genügt es die Schablone auf die Markierung aufzulegen und mit einem Bleistift die beiden Bohrlöcher zu markieren. Der Rest ist einfach nur noch Bohren und Schrauben.

Durch diese kleine Schablone war es mir möglich die 50 Griffe in unserem Arbeitszimmer innerhalb einer Stunde zu montieren. Alle perfekt ausgerichtet und an der richtigen Position. Das aufwendigste an der ganzen Aktion war das Aushängen der Schranktüren und das Abnehmen der Ladenfronten. Diese Extra-Arbeit wäre eigentlich nicht nötig gewesen, wurde aber von Sabine eingefordert, um Verschmutzung durch das Bohren in den Laden zu vermeiden. Denn ist erst mal Staub drin, dann bekommt man ihn nie wieder aus der Lade raus :-)

Der Schreibtisch

Das letzte Special in unserem Arbeitszimmer ist die Tischplatte des Arbeitstisches. Wie bereits erwähnt verwenden wir hierfür die normale Küchenarbeitsplatte, die jedoch nicht einfach so montiert werden konnte, weil dann die Arbeitshöhe für einen Schreibtisch völlig ungeeignet gewesen wäre.

Wie bei so vielen Dingen in unserem Haus ist auch der Schreibtisch im Arbeitszimmer ein Unikat und auf seine Weise speziell. Wir wollten bei der Montage zum einen Kreativität und zum anderen auch die Möglichkeit die Platte in der Höhe zu variieren. Die Verstellbarkeit der Höhe wird zwar nicht besonders wichtig sein, weil wir alle unterschiedlich groß sind, und es daher nicht die eine perfekte Einstellung gibt. Es war daher eher wichtig
einen guten Mittelwert zu finden, mit dem jeder von uns zurecht kommt. Dazu gibt es einige Rechner im Internet, die einem anhand der Körpergröße eine Empfehlung für die Höhe der Tischplatte geben.

Ich hielt mich wie gesagt an einen Mittelwert und montierte die Tischplatte mit Wasserrohren, Fittings und Temperguss Flanschen an der Seitenwand des Schrankes, der Mauer sowie als freistehendes Tischbein. Durch die Gewinde der Flansche lässt sich die Platte in einem Bereich von etwa 3cm in der Höhe verstellen.

Etwas über die breite Tischplatte führe ich eine weniger tiefe Platte auf der sich der Drucker und der Monitor unseres PCs befinden. Dadurch muss man zwar leicht schräg sitzen, wenn man den PC verwendet, was uns jedoch nicht stört, weil wir das Gerät kaum mehr einsetzen. Für kurze Verwendung ist schräges Sitzen dann auch kein großes Problem.

Die Wasserrohre verleihen der Tischplatte einen 'industriellen' Touch und geben dem Arbeitszimmer noch einen letzten, individuellen Kick.

Somit konnten wir das Arbeitszimmer in Summe um knapp über 3.100 Euro komplett einrichten. Inklusiver der IKEA Küchenmöbel, aller Zuschnitte vom OBI, den FittingsFlanschen und Wasserrohren, den Osram Unterbauleuchten und der Griffe von Aliexpress, die es auch auf Amazon gibt.