Freitag, 28. Oktober 2011

Die Lüftungsrohre (27.10.)

Gestern war ein turbulenter Tag.

Begonnen hat alles damit, dass wir letzte Woche von unserem Zimmerer die Zusage erhielten diese Woche unseren Dachstuhl innen geschalt zu bekommen. Das alleine war schon Grund genug für Freude. Besonders gefreut haben wir uns allerdings über die Information, dass der Dachstuhl für die Einblasdämmung um 12cm aufgedoppelt werden sollte. Dadurch würde es nun genug Raum für die Lüftungsrohre in der Zwischendecke geben.

Ich müsste nur noch rechtzeitig dafür sorgen, dass die Rohre und die Lüftungsöffnungen montiert werden bevor die Zimmerer kommen. Also plante ich die Verlegearbeiten am Feiertag zu erledigen. Dies ging sich leider nicht aus wodurch die Lüftung auch am Donnerstag in der Früh nicht montiert sein würde bevor die Arbeiten an der Decke anfingen. Daher entschloss ich mich am Donnerstag früher aufzustehen um früh Morgens die Lüftungsrohre zu verlegen. Als besondere Challenge kam dazu, dass ich um sieben Uhr mit dem Auto geschäftlich Richtung Tschechien aufbrechen musste.

Um 4:15 läutete der Wecker zwar noch nicht, ich war allerdings bereits munter und fasste nach einigen Minuten der Ruhelosigkeit den Entschluss mich aus dem Bett zu quälen und nach der schnellen Morgentoilette und einem Espresso zur Baustelle zu fahren. Auf dem Weg dorthin musste ich noch einen Zwischenstopp bei unserem Lager einlegen, da dort die Dichtringe, das Aluband und das Stahlband für die Befestigung der Rohre und Lüftungsöffnungen lagerten. Um Punkt fünf Uhr betrat ich unserer Haus und schaffte es in nur 10 Minuten alle Werkzeuge und mich selbst startbereit zu haben.
Also legte ich los mit dem Abrollen der ersten 50 Meter Lüftungsschlauch. Jeder der schon einmal mit einem gewickelten Schlauch (Gartenschlauch, Elektroschlauch, ..) zu tun hatte kann sich in etwa vorstellen wie sehr sich ein Schlauch mit 75mm Durchmesser gegen die Zwangsbegradigung wehren kann. Nach längerem Kampf hatte ich das erste Schlauchstück über den Sparren verlegt und durch den
Schacht in das Erdgeschoss gezogen, wo es schlussendlich mit dem Lüftungsverteiler verbunden werden soll.

Da ich noch ein wenig unsicher wegen der Montage der Lüftungsöffnungen war entschloss ich mich zuvor auch noch die zwei Rohre für das Schlafzimmer zu verlegen. Dort montierte ich auch gleich die Lüftungsöffnung, steckte die Lüftungsschläuche mit Dichtungen ausgestattet in die dafür vorgesehenen Muffen und verklebte die Anschlussstellen mit Aluband. Die fertige Einheit schraubte ich mich Stahlbändern an den Sparren fest damit sie sich nicht mehr vom Fleck bewegen konnten. Danach wendete ich mich weder dem Badezimmer zu, wo ebenfalls zwei der Schläuche angeschlossen werden mussten. Als das geschehen war, war ich zum einen fast ein bisschen stolz und zum anderen wahnsinnig im Stress, weil ich für zwei Lüftungsöffnungen mit vier Schläuchen fast eineinhalb Stunden benötigte.

In einer Halben Stunde würde mein Kollege mit dem Auto vor der Tür stehen und drauf drängen loszufahren. Also hatte ich nun nur noch 30 Minuten um drei weitere Lüftungsöffnungen und rund 40 Meter Lüftungsschlauch zu verlegen. Kurz vor sieben Uhr war nur noch eine Lüftung für ein Kinderzimmer übrig und ich war wirklich auf der Zielgerade. Der Zimmer und mein Arbeitskollege könnten kommen.

Nach zwei Stunden im Vollstress hatte ich bei rund 7 Grad Innentemperatur in unserem Haus das T-Shirt komplett nassgeschwitzt und ging hinaus zum Pool um mich mit nicht minder kalten Wasser zu waschen. Im Werkzeugcontainer fand ich auch noch ein sauberes und vor allem trockenes Shirt für die Dienstreise. Obwohl ich mich extra beeilte mit der Montage, ärgerte ich mich nicht, dass mein Kollege erst mit 30 minütiger Verspätung bei mir ankam. So hatte ich wenigsten Zeit noch ein bisschen zusammen zu räumen.

Im Auto auf dem Weg nach Tschechien versuchte ich nun den Zimmerer zu erreichen, was mir nach etwa einer Stunde dann auch gelang. Er würde erst am Freitag und Samstag kommen und mit den Arbeiten beginnen. Na toll! Wofür der ganze Stress? - Egal so war es wenigstens erledigt. Der Tag ging im Übrigen ein wenig turbulent weiter. Mein Kollege vergaß beim Kauf der tschechischen Autobahnvignette seine Firmenkreditkarte an der Tankstelle, was er allerdings erst einige Stunden später bemerkte (er hat sie an der Tankstelle wieder bekommen nachdem er sie bereits sperren ließ), und ich hatte ein Begegnung mit der tschechischen Polizei da ich meinen Reisepass zuhause liegen ließ. Ein Grenzübertritt ohne Personalausweis oder Reisepass ist ein Vergehen nach §156 Abs. 11 und wird mit 500-3.000 Kĉ geahndet. Gnädiger Weise begnügte sich der Polizist mit 500 Kĉ was in etwa 26 Euro entspricht. Leider hatte ich nicht genügend Geld mit und musste zur Bezahlung der Strafe wieder zurück nach Tschechien fahren um dort beim Billa-Bankomaten das Geld zu beheben. Ein krönender Abschluss eines turbulenten Tages der nach 17 Stunden endlich endete :-)

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