Montag, 11. Juli 2011

Der Fall der Traiskirchner Mauer. (30.6.)

Bislang lief alles nahezu perfekt, abgesehen von der einen oder anderen Terminverschiebung. Die Bauarbeiten schritten zügig voran und wir konnten alle geplanten Arbeiten am Pool problemlos durchführen.

In dieser Woche schien es allerdings etwas zu stagnieren. So war es uns einfach unmöglich den Zimmermann zu erreichen der uns eigentlich in dieser Woche bereits den Dachstuhl liefern hätte sollen.
Weder der Baumeister noch wir drangen bis zu ihm vor. Ich erreichte allerdings dann doch jemanden und konnte zumindest abklären, dass der Zimmermann diese Woche wegen einer Reise nicht erreichbar, zwei Mitarbeiter im Krankenstand und zwei Mitarbeiter bei der Gesellenprüfung seien und es daher drunter und drüber ginge. Das kann ich nachvollziehen, dann kommt er halt nächste Woche.

Heute in der Früh sah ich, wie jeden Tag, auf der Baustelle nach dem Rechten und machte mal wieder ein Baufortschrittsfoto. So wie es aussah, würde die Maurerpartie heute die Giebelwände fertigstellen können, da ja bereits der größte Teil davon stand. Es war warm und Regen war nicht zu erwarten. Über die Baustelle zog der übliche leichte Westwind, der die Arbeit in der prallen Sonne etwas erträglicher macht.

Die Maurerpartie begann wie immer um sieben Uhr mit der Arbeit und plante noch vor dem Wochenende die Arbeiten am Obergeschoß fertig zu bekommen.

Im Laufe des Tages frischte der Wind allerdings immer mehr auf und entwickelte sich zum Nachmittag hin zu einem regelrechten Sturm. Da mir die schräg stehenden Fahnenmaste vor dem Firmengebäude auffielen, beschloss ich einen vorsorglichen Besuch auf der Baustelle zu machen. Schließlich gibt es auf einer Baustelle einiges was sich, angeregt durch höhere Windgeschwindigkeiten, gerne mal auf die Grundstücke der Nachbarn verabschiedet.

Das Bild das sich mir auf der Baustelle bot überstieg allerdings alle meine Befürchtungen um Längen. Mit vielem hätte ich gerechnet, aber dass eine komplette Wand verschwindet hätte ich beim besten Willen nicht erwartet.

Dabei hatten wir noch Glück im Unglück, da gerade keiner der Arbeiter unter der Wand stand ging es noch glimpflich aus. Mario, der älteste der Partie, hatte kurz zuvor den letzten Ziegel der Giebelwand aufgemauert und war gerade dabei über die Leiter abzusteigen als er ein Donnern hörte. Instinktiv sprang er von der Leiter und wurde daher von keinem der durch die Fensteröffnungen schießenden Ziegelbrocken erwischt.

Auch Nedi kam mit dem Schrecken davon, er stand gerade mit dem Rücken zu der einstürzenden Wand und bekam es daher erst mit als es schon zuspät gewesen wäre. Die Mischmaschine vor der er gerade stand fing einen Ziegel ab und verhinderte damit wohl, dass er verletzt wurde. Patrick und der Polier befanden sich gerade unten und hörten nur den Knall ohne zu wissen was eigentlich passiert war.

Ich kam wenige Minuten nach dem Mauerfall zur Baustelle. Die Arbeiter standen noch unter dem Eindruck des Unfalls, und waren gerade dabei die Arbeiten für heute einzustellen und die Werkzeuge einzusammeln.

Der Polier meinte, dass sie am Montag den Schutt entfernen und die Zwischendecke auf etwaige Beschädigungen überprüfen würden. Allerdings sähe alles soweit gut aus, da die Decke von unten noch gestützt war und sich die Last der Mauer auf viele Stützen übertrug. Ein Tag Arbeit und zwei Paletten Ziegel sollten der gesamte Schaden sein.

Materielle Schäden sind zu beheben. Wir sind nur froh, dass niemand verletzt wurde und werden daher nächste Woche mit den Arbeitern mal gemeinsam grillen :-)

Und jetzt noch ein paar Bilder von der ehemaligen Mauer:


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen