Donnerstag, 5. Mai 2011

Pool oder Waschbecken (4.5.)

Gestern war Sabine kurz auf der Baustelle und hat mit ihrem perfekten Augenmaß festgestellt, dass der Pool sicher nicht tief genug ist. Also bin ich nach der Arbeit auch noch zur Baustelle gefahren und habe dort einmal das Maßband hineingehalten.

135cm ... das Loch sollte aber nach letzten Hochrechnungen zumindest 165cm tief sein weil dort ja eigentlich 20cm Schotter, 20cm Bodenplatte und 155cm Wandaufbau reinmüssen, und wir danach etwa 30cm Anschütten mit dem Aushubmaterial das auf der Seite des Grundstücks gelagert wird.


Mein erster Weg nachdem ich Stefan zur Schule gebracht habe war also zur Baustelle. Dort hat der Vorsichtige Baggerfahrer bereits wieder fleißig gearbeitet während sich der LKW-Fahrer und der Erdbeweger über die Lochausmaße unterhielten. Mit den Worten "Mei Frau hot g'segn, dass des Woschbeckn um a Eck zweng tiaf is!"*1 hab ich mir den Erdbeweger einmal auf die Seite geholt. Der hat nochmal nachgemessen und festgestellt, dass seine Leute genau auf die vom Polier festgelegte Tiefe gegraben haben.

Also als nächstes ein Anruf beim Polier. Nachdem er erfuhr, dass der Bagger noch da wäre um nach zu baggern hat er sich gleich ins Auto gesetzt und ist zu unserer Baustelle gefahren. Er stellte sein Nivelliergerät auf und seine falsche Berechnung der Tiefe fest. 40cm tiefer sollte das Loch eigentlich werden. Der Erdbeweger meinte dazu: "Na daun is jo scho kloa wea des Nochgrob'n zoit."*2 woraufhin dem Polier kurzfristig die Gesichtszüge entglitten sind.

Auf meine Frage ob wir den Aushub nun nach Kubik oder Zeit zahlen sagte der Erdbeweger: "Ois wos ma normal mochn varechna ma in Kubik. De Nochgrobarei moch ma noch Zeit."*3 worauf ich ihn mit einem mitleidigen Lächeln ansah während ich mit dem Daumen auf den Bagger deutete und er hinzufügte "Jo i was eh der is ned da Schnöste. Mia wern uns scho wos eifoin lossn und uns in da Mittn treffn!"*4

Mit dem Erdbeweger sind wir jetzt so verblieben, dass wir den bisherigen Aushub in Kubikmetern verrechnen und er die Nachgrabearbeiten des Pools auf Zeitbasis als eigene Position hinein nimmt. Den Rest müssen wir mit dem Baumeister klären. Zum Glück ist der Baggerfahrer eher von der langsamen Seite sonst hätten wir An- und Abtransport des Baggers auch noch zu bezahlen gehabt. Grundsätzlich werden wir dem Baumeister sicher nicht das komplette Nachgraben in Rechnung stellen, weil wir ja den Aushub zu bezahlen gehabt hätten. Es wird schon irgendetwas geben wo er uns entgegenkommen kann. Bis jetzt hat ja alles soweit geklappt.


*1: „Meiner Frau fiel die geringe Tiefe des Pool-Loches auf!“
*2: „Die Rechnung für das Nachgraben wird wohl der Baumeister übernehmen.“
*3: „Alles was bereits zuvor als Aushub feststand wird in Kubikmetern verrechnet, die Nachbearbeitung des Pools wird auf Zeitbasis abgerechnet.“
*4: „Ja ich weiß, dass er nicht der Schnellste ist. Ich werde mir eine Lösung überlegen die für beide Seiten annehmbar ist.“

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