Freitag, 27. Mai 2011

Die Bodenplatte (26.5.)

Am Dienstag quälten wir uns noch mit dem Schotter für das Fundament, und heute ist davon schon nichts mehr zu sehen.

Der Bautrupp begann den Aufbau der Bodenplatte am Mittwoch um sieben Uhr mit dem Verlegen der XPS-Dämmplatten. Diese in hübschem Rosa gehaltenen Dämmplatten können ein unglaubliches Gewicht tragen. Wir haben in der Arbeit ein bisschen herumgerechnet und sind zu dem Schluss gekommen, dass unser Einfamilienhaus in Massivbauweise etwa 170 bis 200 Tonnen mit der Bodenplatte wiegen müsste. Das sind bis zu 1,5 Tonnen pro Quadratmeter. Allerdings eigentlich nur 150 Gramm Haus pro Quadratzentimeter. So gesehen ist es eigentlich gar nicht mehr so beeindruckend :-)

Egal! Die Arbeiter sorgten also für einen absolut planenen Schotteruntergrund, da Sabine und ich die Oberfläche nicht so eben hinbekamen wie es für die Dämmplatten notwendig wäre. Darauf verlegten sie die Dämmplatten. Normalerweise würde die Bodenplatte dann seitlich verschalt werden um zu betonieren. Bei unserem Projekt war das nicht ganz so einfach, da die Bodenplatte sehr weit aus dem Erdreich heraus ragt. Normale Schalbretter wären dadurch zu niedrig gewesen. Die Übergröße allerdings wäre wieder viel zu hoch gewesen und hätte mühsam zugeschnitten werden müssen.

Unser Polier recherchierte daher ein wenig im Internet und fand eine Lösung für das Problem. Schalplatten aus Faserzement die bereits die Höhe der Bodenplatte aufwiesen und einfach mit PU-Schaum auf die Dämmplatten aufgeklebt werden. Somit ergibt sich eine umlaufende Wanne in die der Beton eingegossen werden kann. Der Arbeitsaufwand war auch entsprechend geringer, wodurch sich wohl der Aufpreis für das Material in die Pauschalkalkulation einrechnen ließ.

Gestern, am Mittwoch dem 25. Mai, starteten die Maurer morgens mit der Bewährung der Bodenplatte des Hauses. Während dessen kümmerte ich mich noch vor der Arbeit um die Erstellung des Schnurgerüstes für die Poolziegel, um nach dem Betonieren gleich die Bewährungseisen einstecken zu können. Nachdem die Betonlieferung für 14 Uhr angekündigt war, hatten die Bauarbeiter nur etwa 6 Stunden Zeit um die Baustahlgitter einzulegen. Aber auch das ging sich perfekt aus. Die Bodenplatte war mit zwei horizontalen Lagen Gittern und einer vertikalen Zwischenlage fertig zum Befüllen. Alleine die Betonpumpe fehlte noch.

Obwohl für zwei Uhr am Nachmittag angesagt, dauerte es doch bis um viertel vier bis die Betonpumpe bei unserem Baugrund ankam.

Als der Arm der Pumpe ausgefahren war mussten nur noch die Betonmischer zu unserem Grundstück finden damit es losgehen konnte.
Der Polier bestellte ursprünglich 32 Kubikmeter plus Rest. Damit wollte er verhindern, dass zu viel Beton geliefert würde und neben der höheren Kosten für den Beton dann auch noch Entsorgungskosten anfielen. Da es allerdings wegen eines Verkehrsumfalles auf der Süd-Ost-Tangente gestern auch massive Beeinträchtigungen des Verkehrs im Süden Wiens gab, entschied er sich dafür die Bestellung auf 41 Kubikmeter zu fixieren. Die Wartezeit auf den letzten Mischer wäre nämlich mit rund einer Stunde ziemlich lange gewesen.

Gegen halb vier am Nachmittag startete die Befüllung der Bodenplatte. Die Bauarbeiter füllten die Schalung der Bodenplatte beim Technikraum beginnend,
da dort die meisten Anschlüsse aus dem Boden kommen. Während zwei Arbeiter den Schlauch der Betonpumpe führten kümmerten sich die Anderen darum, dass die Gitter schön überdeckt wurden. Nach einer kurzen Verdichtung des Betons wurde er noch glatt gezogen.

Die Bodenplatte unseres Hauses war nach einer knappen Stunde betoniert und geglättet. Kurz darauf standen die Arbeiter bereits im Pool um die letzte Fuhre Beton zu verarbeiten.
Vor allem der Fahrer der Betonpumpe hatte es in diesem Fall eher bequem. Er setzte sich mit einem kalten Espresso auf einen unserer Campingstühle und führte den Pumpenarm. Das Führerhaus der Pumpe spendete ihm auch noch ein wenig Schatten. Damit war sein Arbeitsplatz zu der Zeit wohl der angenehmste.

Schlußendlich steckten die Arbeiter noch Bewährungseisen entlang des Schnurgerüstes in den frischen Beton der Poolplatte. Damit ersparen wir uns jetzt das mühsame anbohren der Platte um die Eisen zu montieren.
Um halb sieben am Abend waren die Arbeiten beendet und die Baustelle so gut es geht zusammengeräumt. Beide Bodenplatten hatten über Nacht Zeit anzuziehen. Im Endeffekt war der Zeitpunkt für das Betonieren ideal, da der Beton so bereits rund vierzehn Stunden Zeit hatte um auszuhärten bevor die Sonne gnadenlos darauf scheint. Zu schnelle Austrockunung durch direkte Sonneneinstrahlung führt nämlich zur Bildung von Rissen in der Oberfläche.

Heute, Freitag, in der Früh beschte ich kurz die Baustelle um die Bodenplatten mit Wasser zu begießen bevor die Sonne richtig loslegt.

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