Montag, 16. Mai 2011

Der Deckel ist eckig (16.5.)

Heute hätte der Frischwasserschacht geliefert und versetzt werden sollen.

Warum hätte?
Tja. Wie ich heute ja schon einmal schrieb, gab es in der Früh das eine oder andere Missverständnis. Somit wurde erst um halb zwei am Nachmittag mit dem Aushub für den Frischwasserschacht begonnen. Davor warteten der Polier und der LKW-Fahrer des Bauunternehmens bereits über die Mittagszeit bei unserem Baugrund.

Glücklicher Weise! Denn genau zu der Zeit kam die Baufirma die den Wasseranschluss machen wird vorbei um zu sehen ob der Schacht bereits fertig montiert sei. Dabei waren sie so nett dem Polier eine verschlüsselte Nachricht zu hinterlassen:
„Hobt’s es eh den richtign Deckl fian Schacht. Da Schacht muaß mit ana Haund aufgeh. Weu waun ned, daun montia ma ka Wosaua!“*1

Der Polier übermittelte mir die Nachricht und ich versuchte daraus schlau zu werden. Warum sollte der Schacht mit einer Hand zu öffnen sein. Hatte sich der Triestingtaler Wasserleitungsverbund dazu verpflichtet mindestens einen einarmigen Wasserzähler-Ableser zu beschäftigen? Oder brauchen die ihre zweite Hand womöglich um die Zigarette zu halten, damit ihnen beim Öffnen des Deckels kein Rauch in die Augen steigt? Das kann ganz schön im Auge brennen – ich weiß das aus Erfahrung, schließlich war ich vor Urzeiten auch mal Raucher.

Weil ich nicht so recht nachvollziehen konnte worum es geht, rief ich beim Leiter des Bautrupps an und fragte nach. Der klärte mich auf, dass eine Abdeckung des Typs Vista Top notwendig sei. Diese könnte mit einer Hand über ein Klappscharnier geöffnet werden und es ist die Einzige zulässige Schachtabdeckung. OK! Warum steht der spezielle Typ der Schachtabdeckung dann nicht auf dem Schachtplan drauf den ich dem Baumeister übergab. Keinen Hinweis auf diesen beknackten Deckel.

Wir stiegen also auf den LKW und schauten nach wie die Schachtabdeckung aussah. Sie war mit einer Hand zu öffnen und hatte eine Arretierung. Also wie gefordert. Ich rief nochmals beim Bautruppleiter an und fragte nach ob der Deckel nun passen würde.

Jetzt kommt’s: NEIN! Denn auf der Schachtabdeckung muss VISTA TOP drauf stehen und er muss RUND sein sonst – genau, die aufmerksamen Leserinnen und Leser wissen bereits was kommt – gibt es keine Wasseruhr!

Und der Polier soll schauen, dass der Schacht auf den Zentimeter genau passt, denn sonst gibt es keine Wasseruhr. Maximal 1m von derStraßenfront eingerückt und auf 192cm Tiefe. Laut Schachtplan vom Gehsteig aus gemessen. Na das kann was werden.

Unser Bauunternehmen bemüht sich nun darum den Schacht soweit es geht zu versetzen, und die Abdeckplatte mit der RUNDEN VISTA TOP Klappscharniereinhandbedienungsschachtabdeckung so schnell wie möglich aus Sollenau zu besorgen.

Angeblich kommen die Triestingtaler Wasseranschluss-Vollzugsbeamten am 23.5. um die Wasseruhr zu montieren. Eh schon 7 Tage nach dem Termin zu dem wir den Wasseranschluss benötigt hätten. Aber wir können froh sein, falls wir kommenden Montag wirklich Wasser bekommen. Schließlich müssen die Wassermonarchen erst ihren Sanctus zu dem hochkomplizierten Erdloch geben.

Es ist immer wieder was Feines mit lokalen Monopolisten zusammen zu arbeiten. Wasser, Strom, Kanal….


*1: „Sind sie sich sicher, dass sie die richtige Schachtabdeckung dabei haben. Der Schacht muss mit einer Hand zu öffnen sein. Wir würden ansonsten keine Wasseruhr in diesem Schacht montieren!“

1 Kommentar:

  1. das mit dem wasserschacht war anno 2006 schon so - die sprüche dürften standard sein

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