Mittwoch, 14. Juni 2017

Alexa freundet sich mit dem Homeserver an

Es ist einige Zeit her, seit ich den letzten Blog-Post online stellte. Mir geht Qualität vor Quantität, also schreibe ich nur, wenn es was zu schreiben gibt. Schließlich wird schon genug gepostet.

Diesmal ist es wieder ein größeres Projekt. Zwar weniger wegen des Kostenaufwandes und auch nicht, weil es viel Anstrengung kostet, sondern weil es für unser Smart-Home ein großer Schritt ist und weil es auch bedeutet, dass ich mir mal wieder Gedanken über die Programmierung unseres Homeservers machen muss.

Verteilerschrank (rechte Seite)
Gira Homeserver 3
Seit sechs Jahren leben wir nun mit unserem KNX System im Haus, das neben der üblichen Anwendungs-möglichkeiten vor allem durch den Einsatz des GIRA Homeservers mit erweiterter Funktionalität punkten kann. Viele Dinge hätte auch ein weniger smartes Haus geschafft, aber bei einigen Funktionen wäre der Verkabelungs-aufwand und die Anzahl an Schaltern einfach viel zu groß geworden. Wer will schon eine Schalterreihe von 12 Schaltern oder mehr im Wohnzimmer haben. Sieht fürchterlich aus und ist auch noch unpraktisch. Dafür hat man für Gewöhnlich einen etwas größeren Verteilerschrank im Haus (oder auch mehrere). Wir setzten auf einen großen Schrank, der die Zentrale des Hauses bildet und dort sämtliche Sicherungen und Aktoren vereint. Somit münden natürlich auch sämtliche Leiten dort, was in der Bauphase eine ziemliche Herausforderung für uns darstellte. Ich hoffe, dass ich hier für längere Zeit nicht mehr an die Drähte ran muss, denn hinter den Blenden verlaufen mehrere Kilometer Kupferdraht die die Sicherungen, Aktoren und Auflegeleisten miteinander verbinden. Von den Mantelleitungen zu den Verbrauchern mal abgesehen.

Berker Raumcontroller
Durch das Bussystem ließen sich dann auch noch Kabeln für Kreuzschaltungen und so sparen, weil zu den Tastern lediglich eine Bus-Leitung führt. Jedoch wäre das Haus durch den Einsatz von KNX-Tastern alleine noch nicht wirklich smart geworden, weil das ja nur eine andere Art von Schalter ist. Somit war die Anschaffung und Programmierung des Gira Homeservers ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Smart-Home.

Der Gira Homeserver bietet die Möglichkeit auf relativ einfachem Weg Szenen zu erstellen, Gruppen und Sequenzen zu bilden und Logik zu implementieren. Szenen und Sequenzen sind noch die einfachste Übung und ließen sich auch ohne Server durchführen und auch die Steuerung der Beschattung würde nicht unbedingt nach Logik verlangen, weil die durch den Einsatz der Wetterstation und die Einstellungen des Rollladenaktors ebenso steuern ließen. Aber eben nicht so smart, wie ich mir das wünschte.

Web-GUI - Wohnraaum
Durch den Homeserver lässt sich einfach Logik und eine Automatisierung auf hohem Niveau umsetzen. So wird die Beschattung sowie ein Teil der Beleuchtung nahezu vollkommen autark über Wetter-, Zeit- und Lichtparameter gesteuert. Die Logik die ich erstellte steuert die Rollläden in Abhängigkeit vom Wochentag, von Ferien und Feiertagen, von Dämmerung und Helligkeit und natürlich von der Zeit. Zudem muss die Beschattungsautomatik sperrbar sein, falls man verhindern möchte, dass ein Rollladen ungewollt rauf oder runtergeht. So kann unser Haus nun bereits selbstständig entscheiden, dass die Rollläden der Schlafräume an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen erst später aufgehen (12 Uhr Mittags, länger braucht derzeit keiner zu schlafen bei uns :-) als unter der Woche, wo sie bereits um 9:30 öffnen. Ebenso kennt es die Ferien unserer Kinder und lässt auch in dieser Zeit die Beschattung länger unten.

Sind die Rollläden geöffnet, dann wird in Abhängigkeit des Winkels und der Stärke der Sonneneinstrahlung und von der Anwesenheit von Personen im Haus entschieden wie weit die Beschattung geschlossen wird. Ist keiner zuhause, dann fahren die Rollläden weiter hinunter, weil es ja egal ist ob es in den Zimmern dunkel ist oder nicht. Kommt jemand nach Hause, so fahren die Läden automatisch etwas nach Oben um mehr Licht in die Wohnräume zu lassen. Je steiler die Sonne steht um so höher fahren sie. Das ist schon ziemlich smart.

Dass nun auch die Beleuchtung mit der Dämmerung und dem Status der Beschattung sowie der Anwesenheit von Personen zusammen hängt ist so richtig smart.

Web-GUI Hauptseite
GIRA App
Zusätzlich lässt sich jede Funktion im Haus sowohl über die Gira App als auch im Intranet über eine selbst erstellte Webseite, die am Gira Homeserver läuft, mit einfacher Symbolik für die Tablet- und Smartphoneanwendung steuern. Dazu habe ich ja bereits einen Post verfasst.

Manche Dinge sind praktisch, andere einfach nur eine Spielerei. Vor allem die Steuerung über die Weboberfläche oder die App brauchen wir so gut wie nie, weil das Haus ohnehin das Meiste selbst macht, und das Wenige was es nicht macht, geht einfacher über die Taster in den Wohnräumen.

Aber mit dem Einzug von Alexa wurde dann alles doch wieder etwas anders, denn auch hier begann es mit einer Spielerei. Wozu einem Lautsprecher sagen was er spielen soll, wenn man das Ganze doch auch über eine App erledigen kann? Nun ja, weil es einfach etwas smarter ist. Und weil Alexa eben mehr kann als nur Musik zu spielen.

Amazon Echo
Im Laufe der Zeit wurde Alexa Teil des Alltags. Wir fragten nach dem Wetter, ließen uns die Verkehrsbedingungen für den Weg zur Arbeit ansagen und wurden über die Einträge unserer Kalender informiert. Somit war es nahe liegend die Fähigkeiten von Alexa zu erweitern.

Daher wollte ich bereits früh meinen Echo mit dem Homeserver verbinden, um unser Haus um ein Sprachsteuerungsfeature zu erweitern. Leider wird bislang von Gira direkt nichts angeboten und alle anderen Interfaces erforderten Entwickler-Zugriff auf den Echo, den ich weder einrichten noch im Folgejahr bezahlen will. Also wurde die Sprachsteuerung erstmal auf Eis gelegt.

Vor Kurzem stolperte ich nun über die Voxior App, die versprach, dass man den Gira Homeserver einfach verbinden könne. Und zwar ohne zusätzliches Gateway. Dieses Service ist nicht kostenfrei, wie so ziemlich alles in der schönen Welt der Home-Automation. Natürlich gibt es viele freie und auch Open Source Lösungen, aber letztendlich wird man dann doch immer wieder auf die eine oder andere Weise zur Kasse gebeten. Bei Voxior zahlt man für eine auf 3 Jahre befristete Lizenz im normalfall 199 Euro. Jetzt zu Beginn gab es eine Aktion mit 99 Euro für 3 Jahre. Ich denke, dass es sich über Kurz oder Lang auf sagen wir mal 30-50 Euro pro Jahr einpendeln wird. Da man die Lizenz derzeit ohnehin per Mail anfragen muss, erfährt man den aktuellen Lizenzpreis auch auf diesem Weg.

Ich schaltete den Voxior-Skill frei (erhielt vorerst für 14 Tage kostenlosen Testzugang) und stellte fest, dass nichts ging. Also schrieb ich an dem Anbieter der App, dass es mir nicht möglich wäre ein Gateway anzulegen und Geräte hinzuzufügen. Die Leute dort waren sehr freundlich, bemüht und konnten mir letztendlich den Weg zur Lösung weisen (alles auf Englisch).

Das Problem lag bei A1 Österreich, denn dieser tolle Provider gibt seinen Internet-Usern nur interne IPs, die bei der Verwendung von DynDNS falsch dargestellt werden und aus Fremdnetzen nicht erreichbar sind. Somit kann man DynDNS also von jedem A1-Gerät erreichen, aber eben nicht aus Fremdnetzen. Ein Anruf bei A1 führte dazu, dass ich mir für 2,28 Euro pro Monat eine öffentliche (dynamische) IP Adresse zulegte.

Ein erneuter Versuch mit Voxior schlug aber wieder fehl. Nachdem ich nun aber zahlender IP-Besitzer war, wendete ich mich erneut an den A1-Support und siehe da: A1 hat auch noch eine Firewall laufen, die alle Ports außer die Standardports blockt. Nachdem die Firewall auch noch deaktiviert war, konnte das Voxior Service plötzlich auf meinen Dienst zugreifen und die vorhandenen Geräte erkennen.

Gira DynDNS Portal
Gira Homeserver Config für DynDNS
Wenn man keine fixe IP Adresse hat, empfiehlt es sich den GiraDNS.com Dienst zu nützen und die Daten des DNS-Dienstes im Homeserver über den Experten einzutragen. Wenn man selbst nicht Besitzer des Servers ist, dann kann man das selbst nicht durchführen, da man für die Registrierung die Seriennummer des Servers kennen muss. Allerdings muss man für die Verwendung des Voxior-Dienstes nicht Besitzer des Servers sein. Hier reicht es, wenn man über einen externen Quad-Client (am Smartphone ist das die Gira App) Zugang verfügt.  Dann sendet der Server die aktuelle öffentliche IP an den Dienst (im 15 Minuten-Takt) und man kann den Server von Außen einfach über den Gira-Host erreichen. Dazu muss der Server bei Gira registriert werden.

Voxior Gateway hinzufügen
GIRA Quad Client Konfigurator
Um nun die Geräte des Bus-Systems von Alexa bedienbar zu machen braucht es eine Schnittstelle. Die einzige mir derzeit bekannte Schnittstelle die mit Gira-Produkten wie dem Homeserver und X1 zusammen arbeiten kann ist die Voxior.com . Die bedient sich der Funktionalität des Gira Quad Clients. Somit muss man nach der Registrierung (hier benötigt man einen Amazon Account) einfach die Zugangsdaten der Gira App (also des Quad Clients) als neues Gateway auf Voxior.com eintragen. Dadurch stellt das Interface eine Verbindung mit dem Gira Homeserver her und liest die vorhandenen Geräte aus, die dann im nächsten Reiter konfiguriert werden können.


Voxior Geräteliste
Amazon Echo Smart Home Liste
Hat man die Geräte auf Voxior eingelesen, so kann man dort die gewünschten Geräte zur Sprachsteuerung über Alexa aktivieren und die Namen konfigurieren. Das ist einfach und selbsterklärend, allerdings muss ich zugeben, dass ich mit der Namensgebung ein bisschen Probleme habe.  Ich suche noch immer nach möglichst einfachen Namen für die Geräte. Bisher heißen sie entsprechend ihrer Funktion Deckenlicht, Leselicht, Effektlicht und dann der Raumname. Wenn ich nun zB. Alexa auffordere "Alexa schalte Deckenlicht Schlafzimmer ein", dann kommt hin und wieder die Rückfrage "Ich habe mehrere Geräte gefunden. Welches Gerät meinst du?" wenn ich dann nochmal "Deckenlicht Schlafzimmer" sage, dann klappt es. Ist nur eine Kleinigkeit, aber es wäre nett, wenn es schon beim ersten Mal klappen würde.

Aber für die ersten Versuche mit Alexa und KNX bin ich schon sehr zufrieden. Es lassen sich nun die Rollläden öffnen, schließen und auf eine bestimmte Position fahren und auch die Beleuchtungen im ganzen Haus sprachsteuern. Wenn auch ab und zu mal ein Missverständnis zwischen mir und Alexa herrscht.

Besonders angenehm ist es, wenn wir auf der Couch liegen und sich die tiefstehende Sonne im Fernseher spiegelt, weil die Helligkeit nicht so hoch ist, dass die Rollläden automatisch herunter gefahren werden, aber doch zu hell um das Bild ordentlich zu erkenne. Früher musste ich das Smartphone zur Hand nehmen, die App oder das Webinterface öffnen und den entsprechenden Rollladen auswählen und schließen. Nun geht das wesentlich komfortabler indem ich einfach Alexa bitte die Beschattung zu schließen.

Natürlich sind die Möglichkeiten der Sprachsteuerung so vielfältig wie die des Bus-Systems selbst. Einzelne Rollläden, oder Gruppen bis hin zu allen Rollläden des Hauses lassen sich hoch- und runterfahren oder auf einen bestimmten Wert bewegen. Ebenso ist jeder einzelne Beleuchtungskörper innerhalb und außerhalb des Hauses ebenso mit Alexa verbunden wie die Raumtemperaturregler und die Steckdosen. Auch wenn wir es selten verwenden, so lässt sich zum Beispiel die Raumtemperatur über Alexa verändern (bei einer Fußbodenheizung darf man sich allerdings keine schnellen Effekte erwarten) und was bei Gästen immer wieder für Erstaunen sorgt sind die Szenen, die sich über Alexa anwählen lassen. Wenn dann Leuchten angehen, Rollläden runter fahren und die Musik spielt, dann ist das schon beeindruckend.

Als ebenso praktisch erwiesen hat sich eine Szene für den Abend (Good night) die sämtliche Lichter und Verbraucher im Erdgeschoß ausschaltet. Damit muss man beim Verlassen des Wohnzimmers nur noch "Alexa, Good night einschalten sagen". Das funktioniert noch besser, wenn wir das Haus verlassen und die Szene Good bye starten, denn dann werden sämtliche Beleuchtungen im Haus ausgeschaltet, die LEDs sowie die Displays in den Raumcontrollern deaktiviert und die Beschattung in einen Abwesenheitsmodus versetzt. Mit einem einfachen Welcome wird das Haus wieder in einen Anwesenheitsmodus versetzt, der auch aktiviert wird, wenn im Haus Beleuchtungen eingeschaltet werden, denn dann geht das Haus davon aus, dass jemand zuhause ist.

Da wir bislang nur im Wohnzimmer einen Echo und im Zimmer meiner Tochter einen Echo Dot haben, können wir auch nur dort von den Benefits profitieren.  Meine Tochter hat Alexa sowieso schon als persönliche Assistentin engagiert und schafft ihr sämtliche Vorgänge für Licht, Beschattung und Musik an. Nur die Klimaanlage habe ich noch nicht erfolgreich mit Alexa verknüpft. Die hängt derzeit genauso wie die Lüftung noch nicht an unserem KNX-System. Aber das kommt sicher auch noch.

Also für mich ist der Voxior Skill ein sehr ausgereifter Skill, sauber und intuitiv umgesetzt und auch nutzbar, wenn man selbst keinen Zugriff auf den Homeserver, hat sondern nur Anwender der Gira App ist. Somit braucht man auch keinen Programmierer oder Elektriker um Alexa mit seinem System zu verbinden. Natürlich vereinfacht der Zugriff auf den Server mittels Gira Experten die Sache wesentlich, weil man sich dann die Geräte bereits von vornherein in die richtigen Räume zuordnen kann und dies dann auf der Voxior Page sehr schön dargestellt wird.

Dienstag, 1. November 2016

Halloween Deko 2016

Wie jedes Jahr dekorieren wir zu Halloween unseren Garten und auch im Haus. Natürlich versuchen wir dabei immer wieder etwas Neues zu präsentieren und die Kinder und Erwachsenen der Nachbarschaft mit unserer Deko zu beeindrucken. Mit jedem Jahr wird das schwieriger, weil unsere Besucher im mittlerweile 4. Jahr schon einiges bei uns gesehen haben.

Letztes Jahr bauten wir zu unseren Grabsteinen auch ein paar Grabplatten und schafften so schon eine recht brauchbare Friedhof-Illusion.

Dieses Jahr hatten wir keine Gartenparty geplant und feierten im kleinen Kreis, weshalb wir im hinteren Teil des Gartens diesmal nichts zu dekorieren hatten. Die Gräber verfeinerte ich diesmal mit ein bisschen Efeu und einem Mini-Zombie sowie den schon bekannten Grusel-Wackelbildern die wir letztes Jahr über Aliexpress bestellten.

Durch einen schön welken Kranz und Grabkerzen (dieses Jahr verwendeten wir wegen des ewig starken Windes bei uns batteriebetriebene LED-Kerzen) konnten wir noch ein paar authentische Details hinzufügen.

Damit das ganze im rechte Licht erschien, kaufte ich auf Amazon ein 5er Pack RGB LED Spots mit denen ich unseren Vorplatz und die Trauerweide am Nachbargrundstück in blaues Licht tauchte und dadurch eine intensivere Stimmung schaffte.

Wie schon im letzten Jahr, war auch in diesem Jahr wieder eine Nebelmaschine im Einsatz. Allerdings besorgte ich diesmal eine zweite und tauchte den gesamten Vorplatz so kontinuierlich in einen schaurigen Nebel ein, der glücklicher Weise nicht komplett vom Wind verweht wurde.

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Der Zugang zum Garten wurde durch ein Absperrband gesichert. So konnten wir auch unsere Besucher gut zum Hauseingang umleiten, wo sie nach Süßem fragen konnten. Diesmal wurde unser Haus auch rundum vom Kamerasystem Ring überwacht. So konnten wir auch später noch ein paar Eindrücke unserer Gäste festhalten, als sie sich unsere Deko ansahen.

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Auf dem Weg nach Hinten zur Haustüre wartete wieder unser Skelett, um die Leute zu begrüßen.

Gleich dahinter lag ein abgetrennter Arm neben einer Schaufel. Und gleich gegenüber unserer Haustüre versteckte sich ein Zombie mit offenem Gehirn, der durch eine LED-Leuchte mit Bewegungsmelder von Hinten beleuchtet wurde. Ein netter Effekt, der bei all der Aufregung kaum aufgefallen ist. Aber ich finde, dass man nicht zu viel machen kann.

Soweit kannten unsere Besucher das Meiste ja schon. Einige Dinge waren wie letztes Jahr. Ander waren einfach auf andere Weise angeordnet und anders anrangiert.

Wirklich neu war dieses Jahr die Atmosfear FX Hologramm Illusion oder kurz Holusion. Atmosfear bietet DVDs und Downloads die perfekt zu Halloween passen und ich wählte für unsere Deko das Programm Macabre Manor in der es um eine vierköpfige Familie geht, die wie könnte es anders sein, verstorben ist. Das Besondere an den Fear FX Inhalten ist, dass sie jeweils für die Darstellung auf einem Fernseher, als Fensterprojektion und als sogenannte Holusion angeboten wird. Das alles gibt es jeweils für horizontale und vertikale Darstellung.

Für unsere Zwecke baute ich ein kleines Holzgestell in das ich den Projektor hochkant hinein stellen konnte. Dieses Gestell musste hoch genug sein, damit die Projektion perfekt in unser 200cm hohes Fenster des Schlafzimmers passte. Um eine perfekte Projektion zu erhalten reichte es nicht unseren Vorhang zu beleuchten. Daher kaufte ich noch eine günstige, lichtdurchlässige Rollo auf der die Projektion perfekt dargestellt werden konnte.

Durch den Winkelausgleich des Projektors konnte ich den Beamer etwas seitlich vom Fester aufstellen. So leuchtete er nicht direkt von hinten auf die Projektionsfläche sondern eben etwas von der Seite.

Da die Szenen des digitalen Downloads in  einzelnen Sequenzen geliefert wurden, hätte ich einfach eine Playlist erstellen können. Jedoch sind die Szenen teilweise zwei- oder dreiteilig und manchmal einfach zu gruselig für kleinere Kinder. Daher schnitt ich die Szenen mit Nero zusammen und ließ dabei die zu heftigen Szenen vorerst weg. Erst ab etwa 19:30 liefen dann die wilderen Szenen auch in unserem Fenster ab. In Summe hatte der zusammen geschnittene Film dann knapp 7 Stunden wobei sich die Szenen nach etwa 20 Minuten jeweils wiederholten.

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Leider sieht man es in diesem Video nicht besonders gut, aber es bietet eine Vorstellung von dem wie es aussehen kann. Dieses Jahr fehlte jedoch der Ton, also hab ich noch ein bisschen Luft nach Oben.

Für nächstes Jahr hab ich auch schon ein paar Ideen, die durchaus umsetzbar sind. Es sind ja noch ein paar Tage bis zum nächsten Halloween.

Natürlich dekorierte Sabine auch im Inneren des Hauses wieder fleißig, wovon ich hier noch abschließend ein paar Bilder einstelle.








Gehirn (Maroni-Reis)
Nudeln mit Lachssauce





Montag, 10. Oktober 2016

Vorzimmer Möbel 2.0

Vor mittlerweile über vier Jahren haben wir unser neues Heim bezogen. Damals war natürlich noch nicht alles komplett fertig, aber das Haus war soweit bereit für den Einzug. Wenig später zeigte sich, dass wir im Vorzimmer eine Lösung brauchen würden, um die Jacken aufzuhängen oder Kleinigkeiten unterzubringen. Wir kauften uns daraufhin eine Garderobe bei einem Online-Versandhandel und stellten diese in unseren Vorraum. Eine Interimslösung, wie es Sabine damals sah.

Nun wissen Männer vermutlich wovon ich rede, wenn ich sage, dass ich im Laufe der Jahre diese Interimslösung als Dauerlösung akzeptierte und immer unwilliger wurde diese zu ändern. Vor allem weil jede Änderung zwangsläufig zu hohen oder noch höheren Kosten sowie zu einem großen Arbeitsaufwand führen würde. Also konnte ich mich lange nicht dazu durchringen etwas zu unternehmen.

Diesen Sommer war es dann soweit. Sabine akzeptierte keine Aufschub mehr und ich musste endlich in die Gänge kommen. Sabine plante daher einen Wandverbau für unseren Vorraum der folgende Bedingungen zu erfüllen hatte:

  • mindestens 2 Meter Hängestangen für Jacken
  • Haken für Jacken und Mäntel von Gästen
  • Raum für Handschuhe, Hauben und Schals, Sonnenbrillen, Schlüssel, Sportkopfhörer und anderes Sportequipment
  • Platz für Stiefel und Schuhe
  • Platz für die Schultaschen der Kids
Dabei durfte das Ganze nicht zu drückend wirken und muss vor allem eines sein: passend zu unserem Stil und dem Rest des Hauses.

Dafür mussten wir nun einiges probieren um die richtige Bearbeitungsmethoden für das Holz zu finden. Das Ziel war, dass das Holz alt, gebraucht und etwas mitgenommen aussieht. Wir überlegten uns den Effekt durch einen speziellen Hobel zu erreichen der von Festool angeboten wird. Jedoch ist dieser Hobel extrem teuer und daher nicht in die endgültige Auswahl der Methoden getreten. Außerdem probierten wir in den Sommermonaten einige Farbkombinationen für das Holz.

Als wir nun wussten wie die Oberflächenstruktur und die Farbe aussehen sollte, mussten wir uns überlegen wie wir das ganze zusammen bauen würden. Viele unterschiedliche Möglichkeiten standen zur Wahl. Vom einfachen Rahmen bis hin zu komplett geschlossenen Kasten hatten wir alle Möglichkeiten ins Auge gefasst. Bis zuletz waren wir uns dabei nicht sicher wie die Schranktüren aussehen sollten, hinter denen wir unsere Schuhe verstecken würden. Also begannen wir einfach mal Schritt für Schritt.

Das Material

Wir wollten natürlich nicht zu viel für das Material ausgeben und dabei auch noch Holz besorgen das
sich leicht bearbeiten lässt. Daher entschieden wir uns für gehobelte Fichtenholz-Bretter in unterschiedlichen Breiten. 94mm/114mm/144mm breit waren die Bretter die wir im Baumarkt auf Raumhöhe zuschneiden ließen. Als Einlagefächer kauften wir Leimholzbretter. Zur Verbindung der Teile setzte ich einfach auf Spax-Schrauben. Dadurch sollte der einfache, eher technische und trotzdem alte Eindruck erweckt werden.

Die Oberflächenbearbeitung

Damit wir nun den gewünschten Vintage-Effekt erreichten begannen wir mit der Oberflächenstruktur. Dazu verwendete ich eine einfache Bohrmaschine mit einer Stahldrahtbürste oder alternativ einer aus Messingdrähten. Bewegt man nun die drehende Bürste entlang der Holzmaserung, so wird der weiche Teil der Holzfasern durch die Bürste abgetragen. Es bleibt lediglich der festere Teil der Maserung übrig. Im Prinzip ähnelt der Vorgang der natürlichen Verwitterung von Holz, da hier auch zuerst die weicheren Fasern abgetragen werden. So bleibt nur der robustere Teil der Fasern übrig. Der Einfachheit halber schraubte ich die Bretter bereits zuvor zusammen und schuf damit die Panele, die ich später zu einem Schrank zusammen schrauben konnte.

Durch die Verwendung einer Stahdrahtbürste wird mehr Material abgetragen, jedoch werden dabei Spuren ins Holz gefräst, weil die Bürste ziemlich hart ist. Eine sauberere Struktur erreicht man durch die Verwendung einer Messingdrahtbürste. Da die Messing-Drähte weicher sind graben sie sich nicht so tief in das Holz ein. Dadurch wird die Struktur schöner und sauberer, allerdings ist der Aufwand wesentlich größer als mit einer Stahlbürste. Ich persönlich verwendete die Stahlbürste für die Vorarbeit und säuberte dann die Fläche mit der Messingbürste.  So ging es relativ schnell und trotzdem sauber. Unbedingt einen Atemschutz tragen, da diese Arbeit extrem staubig ist.

Die Farbgebung


Um nun den gewünschten Vintage-Effekt zu erhalten trugen wir unterschiedliche Farbschichten auf. Wir begannen mit moorbrauner Beize. Moorbraun ist nahezu schwarz und wäre damit eine ziemlich extreme Wahl für das Vorzimmer gewesen, wenn wir nicht noch weitere Schritte durchgeführt hätten. Die moorbraune Beize mussten wir vollflächig deckend auftragen, damit auch wirklich jeder Millimeter der hellen Fichtenfärbung überdeckt wurde.

Als nächsten Schritt trugen wir eine dünne Schicht transparentes Möbel-Öl auf. Dieses jedoch nicht deckend sondern nur flüchtig mit dem Pinsel überstrichen. Das taten wir, da die nächste Schicht dann nur an den Teilen des Holzes haften würde an denen kein Öl aufgetragen wurde. So lässt sich eine fleckige Oberflächenfärbung erreichen.

Nachdem das Öl einen Tag lang einziehen konnte, Strichen wir die Oberfläche des Holzes mit einer weißen Holzbeize. Diese kann nun nur noch an Stellen ins Holz eindringen an denen die Oberfläche nicht mir Öl getränkt ist. An den Stellen an denen das Öl nicht so dicht gestrichen wurde, kann die Beize trotz der bereits zuvor gebeizten Holzfasern ein wenig in die Oberfläche eindringen.

Nun waren die Bretter also mit moorbrauner Beize, Öl und mit weißer Beize behandelt. Nach einem weiteren Tag trocknen konnte der letzte Arbeitsschritt vorgenommen werden.

Die Oberflächenversiegelung

Bevor die Holzoberfläche nun abgeschlossen werden konnte, mussten wir sie mit einem Nylonaufsatz an der Bohrmaschine von überschüssiger weißer Beize befreien. Die Nylonscheibe ist gerade stark genug, um überschüssige Beize zu entfernen ohne dabei die Oberflächenstruktur zu verändern. Durch diese Behandlung wird nun die Struktur perfekt betont.
Da die Oberfläche nun auf Grund der Beize und der etwas faserigen Struktur für Kleidungsstücke gefährlich werden könnte, mussten wir noch einen weiteren Schritt durchführen. So strichen wir die Oberflächen nun noch mit Deko-Wachs für Möbel ein und lederten sie nach ein paar Minuten ab. So wurden die Oberflächen glatt und färben nun nicht mehr ab.


Der Aufbau

Da nun die Platten alle soweit fertig gestellt waren, konnten wir die Teile zusammen schrauben. Der ursprüngliche Plan einen geschlossenen Schrank zu bauen verlor im Zuge des Aufbaus immer mehr an Reiz. Irgendwie wirkte es viel zu drückend.

Somit ließen wir die Rückseite des Kastens offen um die weiße Wand dahinter sehen zu können. Das Panel an dem die Haken für die Kleidungsstücke unserer Gäste befestigt sind, ist durch eine Leiste an der Rückseite mit versteckten Schrauben an die Wand befestigt. Direkt daran ist die Seitenwand des ersten Regals geschraubt. Diese ist über die fest verschraubten Fächer mit der zweiten Außenseite verbunden welche wiederum mit der Decke verschraubt ist.

Ähnlich sieht es auf der anderen Seite aus. Dort haben wir ein Regal aus 30cm breiten
Leimholzbrettern und den beiden Außenpanelen gebaut. Daran befindet sich das Regal für Stiefel und zwei Stangen für hängende Kleidungsstücke. Da die Konstruktion nicht einfach halten würde, ist sie mit der Wand verschraubt, damit sie nicht kippen oder schwingen kann.

Die Stangen sind aus 3cm dicken Holzstangen die ebenfalls mit moorbrauner Beize behandelt sind.

Als nun alles soweit stand, schlichteten wir zum Testen der Größe mal ein paar Schuhe und Stiefel ein. Als nun unser Möbel gefüllt war, stellten wir fest, dass es ohne Türen viel besser aussehen würde. Nachdem es so natürlich keinen Schutz gegen Staub gibt, checkten wir zuvor die Garderobe die nun über drei Jahre Lang in unserem Vorraum stand. Dort wurde an der Rückseite seither nicht Staub gewischt. Da sich dennoch kaum Staub angesammelt hatte, beschlossen wir, dass es einen Versuch wert wäre die Garderobe mal so zu lassen.

Unser Vorraum hat nun ein bisschen den Style eines Shops mit Kleidungsstücken und Schuhen, die durchaus präsentabel als Raumdeko herhalten.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Die Klimaanlage

In den vergangenen vier Jahren, und davor allem in den Sommern, haben wir in Bezug auf das Raumklima eines gelernt: Ein Haus das so gut gedämmt ist, dass es kaum Heizenergie im Winter benötigt, heizt sich im Sommer verdammt stark auf.

Natürlich ist das irgendwie logisch, wenn man mal richtig darüber nachdenkt. Leider haben wird das in der Planungsphase nicht so richtig bedacht. Wir gingen nämlich davon aus, dass ein Haus welches im Winter die Kälte gut draußen halten kann, natürlich auch im Sommer die Hitze gut draußen halten müsste. Nur ist das leider nicht ganz richtig bedacht, denn in wirklich hält die enorme Dämmung im Winter eher die Wärme drinnen, als die Kälte draußen. So betrachtet wird es nämlich auch logischer warum sich im Sommer die Wärme ebenfalls drinnen hält.

Die Ausgangslage

Im Grunde genommen findet einfach kaum ein Wärmeaustausch mit der Umgebung statt. Im Winter bedeutet das, dass jede Erwärmung im Haus zur Heizkostenersparnis beiträgt. So erwärmt sich das Haus natürlich durch den Einsatz der Bodenheizung oder des Kamins, aber auch
  • durch die Abwärme des Kühlschranks und des Geschirrspülers
  • durch die Abwärme des Wäschetrockners und der Waschmaschine
  • durch Wärme die beim Kochen und Backen entsteht
  • durch das Duschen und Baden
  • durch Fernseher, Computer und Spielkonsolen (vor allem im Zimmer unseres Sohnes zu beobachten)
  • und nicht zuletzt durch die Körperwärme der Bewohner eines Hauses

Betrachtet man all diese Faktoren, dann wird schnell klar, dass man außer die Heizung nichts davon wirklich ausblenden kann wenn das Haus bewohnt ist. Dieser Umstand wurde mir erst in diesem Sommer so richtig klar, da dieser bislang erstmals ein richtig mieser Sommer ohne lange Hitzeperioden war. zum ersten Mal konnten wir beobachten wie sich unser Haus auch ohne Hitze-Rekorde und massive Sonneneinstrahlung aufwärmte.

Bereits im Mai hatten wir in den Schlafräumen über 25° Celsius, und das obwohl es tagsüber kaum die Temperatur erreichte, die wir im Haus schon lang überschritten hatten. Als unsere Kinder dann in den ersten zwei Ferienwochen außer Haus waren startete ich einen versuch der klar zeigte, was ich schon fast vermutet hatte: Nach dem Abkühlen der Raumtemperatur durch nächtelanges Lüften auf 21,5°C kontrollierte ich die Raumtemperatur regelmäßig. Es zeigte sich, dass sich die Zimmer durch die Beschattung der südseitigen Fenster weder wegen der Sonne  noch wegen der Temperaturen um 30°C aufheizten. Und da die Zimmer nicht bewohnt und die Türen verschlossen waren, hielt sich die Temperatur nahezu konstant. Lediglich eine Steigerung um knapp 0,2°C in einer Woche konnte ich verzeichnen.
Gleichzeitig erhöhte sich die Raumtemperatur im Schlafzimmer, das von zwei Personen für rund 7 Stunden genutzt wurde, teilweise um bis zu 3°C in einer Nacht. Innerhalb einer Woche war die Temperatur im Schlafzimmer bei konstanten 27°C und mehr, während die Kinderzimmer immer noch unter 22°C lagen.

Das war nun der Beweis, dass wir mit Beschattung nichts ausrichten werden, da sich die Temperatur eben bereits durch das Bewohnen des Hauses erhöht.

Die Lösung

Unser Klimatechniker brachte es recht treffend auf den Punkt: "Wenn Leute glauben, dass Sie sich durch die enorme Dämmung etwas bei den Heizkosten sparen, dann vergessen Sie auf die Kosten die durch die notwendig gewordene Kühlung eines vollkommen dichten Hauses entstehen."

Wir entschlossen uns also unsere Schlafräume klimatisieren zu lassen. Schließlich ist es hier am unangenehmsten, wenn man zwischen 27° und 34° Raumtemperatur hat. Bei diesen Temperaturen kann man kaum schlafen. Außerdem würde das Raumklima des kompletten Hauses von der Klimatisierung im Obergeschoß profitieren. Warme Luft hat ja bekanntlich die Eigenschaft aufzusteigen. Somit würde ein Temperaturaustausch stattfinden und auch im Erdgeschoß eine angenehmere Temperatur zu erreichen sein.

Da wir einen leicht zugänglichen Dachboden haben, wollten wir nun die Innengeräte über den Türen des Schlafzimmers und der Kinderzimmer haben, die von oben aus dem Dachboden gespeist würden. So könnten die Kältemittelleitungen im Dachboden verlaufen und an der Rückseite des Hauses nach Außen geführt werden, wo wir dann das Spilt-Gerät anbringen wollten. Klingt einfach.

Die Angebote

Unglaublich was uns auf der Suche nach einer passenden Anlage angeboten wurde. Den Beginn machte ein Klima-Techniker der meinte, dass es nicht möglich wäre die Leitungen nachträglich über den Dachboden zu führen und von oben in die Innengeräte einzuleiten weil es ein problem mit dem Kondensat gäbe.

Die Erklärung: Beim Kühlen eines Raumes wird die Raumluft auch gleich entfeuchtet. Dadurch bildet sich auf dem Kühlkörper des Innengerätes etwas Eis und es kommt auch zur Bildung von Kondenswasser. Das kann recht viel Wasser sein, das irgendwie nach Außen transportiert werden muss. Ist die Anlage an der Außenwand montiert und verfügt über einen direkten Ausgang durch die Wand, ist das kein Problem. Werden die Leitungen allerdings nach Oben geführt, dann muss das Kondenswasser weggepumpt werden, weil das Wasser nicht abfließen kann.

Daher bot uns der erste Techniker an die Innengeräte in jedem Schlafraum über dem Fenster anzubringen und an der Außenseite jeweils einen Inverter an die Fassade zu schrauben. Das hätte dann ausgesehen wie eine alte Hotelanlage in einem südlich gelegenen Urlaubsland. Die Leitungen dafür wären im Raum in Kabelkanälen gelegt worden. Sicher die unansehnlichste Lösung, dafür mit etwa 4.200,00 Euro inklusive Montage auch die günstigste.

Ein weiteres Angebot ging dann auf unsere Wünsche ein und bestand aus einem Inverter-Außengerät am Dach unserer Gartenhütte montiert und drei Innengeräten die über Kabelkanäle von oben aus dem Dachboden versorgt worden wären. Das Kondensat wäre über Kondensatpumpen abgeführt worden. Das Angebot war sehr komplett und bestand aus Samsung-Geräten. Einzig der Preis von 8.480,00 inklusive Montage passte absolut nicht in unser Budget, weil wir einfach nicht so viel Geld haben. Also suchten wir weiter.

Das dritte und letztendlich beste Angebot kam von Manfred Leitgeb, ein Kälte- und Klimatechniker aus Eisenstadt [falls Ihr die Kontaktdaten (Mail, Telefonnummer) wollt, schreibt mir ein kurzes Mail oder benutzt die Kommentarfunktion]. Er ging auf unsere Wünsche und Ideen ein und machte uns ein Angebot für eine Anlage bestehend aus einem Inverter-Außengerät montiert auf dem Dach unserer Gartenhütte und drei Innengeräten über den Türen der Schlafräume. Außerdem würden die Leitungen über den Dachboden geführt und das Kondensat über drei Kondensatpumpen über das Dach abgeführt. Der Preis dafür lag bei 6.800,00 Euro, weil bei uns extrem lange Wege mit Kältemittelleitungen zurück zu legen sind, was den Preis leider etwas nach oben treibt. Bei uns wurden letztendlich 50 Meter Kältemittelleitungen verbaut.

Der Einbau

Der Klimatechniker stellte gleich von vornherein klar, dass der Einbau mindestens zwei Tage, wahrscheinlich sogar noch einen halben Tag länger dauern wird. Als es dann am Montag in der Früh soweit war, es hatte bereits knapp 30° Celsius Außentemperatur und die Räume waren schon dauerhaft auf 28° Celsius, konnten wir es kaum mehr erwarten.

Tag 1

Auf unserem Dachboden herrschte bereits Sauna-Klima. Ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit und über 60° Celsius. Sicher nicht die beste Voraussetzung um einen ganzen Tag dort zu arbeiten.

Begonnen hat Herr Leitgeb mit der Montage der Innengeräte, bei denen es ursprünglich geplant war, dass die Leitungen aufputz verlegt werden und durch einen Kabelkanal halbwegs versteckt werden. Nun war ich den ganzen Tag in der Arbeit und wunderte mich sehr als ich nach Hause kam und mir das Ergebnis einen kompletten Arbeitstages ansah. Alle drei Innengeräte waren montiert, aber es waren keine Leitungen zu sehen. Also fragte ich Sabine, die tagsüber zuhause war und daher etwas besser bescheid wusste, was bereits geschehen war. Sie erklärte mir, dass der Techniker es schaffte die Leitungen nicht sichtbar hinter den Innengeräten durch die Trockenbauwände nach Oben zu führen.

Für mich war das eine unglaubliche Leistung, da wir darüber einen 40 cm starken Aufbau vorwiegend aus Einblasdämmung haben. Darunter sind dann auf Stahlschienen die Trockenbauwände montiert, die natürlich mit Steinwolle gefüllt sind. Das alles konnte ihn nicht stoppen, und er führte die Leitungen somit nicht sichtbar hinauf. Um das zu tun musste er die Schalung des Dachboden öffnen und die Dämmung teilweise ausräumen.

Ich war wie gesagt begeistert über die Ausführung der Montage der Innengeräte, aber etwas besorgt, dass die Leitungen am Dachboden nun über den Boden geführt würden, weil es dann etwas schwierig wird schwerere Dinge durch den Dachboden zu schieben, wenn an drei Stellen die Kältemittelleitungen quer über den Boden verlaufen.

Tag 2

Mittlerweile lagen die Kältemittelleitungen und die Kondensatschäuche am Dachboden herum und bildeten ein ziemliches Chaos. Für diesen Tag war geplant die Leitungen sauber zu verlegen und das Außengerät auf dem Dach der Gartenhütte zu platzieren.
Auch an diesem Tag lagen die Temperaturen wieder einem Bereich in dem man durchaus schon gut saunieren könnte.
Damit die Leitungen vom Dachboden zur Gartenhütte verlaufen
können, musste der Techniker natürlich einen Mauerdurchbruch machen und die Fassade öffnen. Da es bei unserem Haus nicht ganz einfach ist, weil das Badezimmerfenster im Obergeschoß genau dort ist wo die Leitung hinunter laufen sollte. So bohrte Herr Leitgeb aus dem Dachboden heraus eine schräge Satellitenbohrung und fräste dann von Außen ein Loch in die Fassade. Für sechs Kältemittelleitungen braucht man dann schon ein ganz schön großes Loch.

Darunter wurde ein Kabelkanal an die Fassade geschraubt durch den die Leitungen dann bis zum Dach der Gartenhütte geführt werden.

Um die Leitungen nicht über den Boden des Dachbodens zu führen, öffnete der Techniker den Fußboden im Dachboden und führte die Leitungen so lange wie möglich darunter, sodass sie auf keinem Fall im Weg sein würden. Erst als die Leitungslänge der Steuerleitung der Kondensatpumpen erreicht waren musste er die Leitungen an die Oberfläche bringen.

Somit bleibt der Dachboden für uns ohne Einschränkungen voll nutzbar und die Pumpen sind trotzdem leicht zugänglich falls mal ein problem auftreten sollte. Außerdem kann es sein, dass man nach der Wintersaison die Leitungen füllen muss, wenn die kleinen Kondenswasserpumpen durch die Luft in den Leitungen das Wasser nicht ordentlich absaugen (obwohl sie das eigentlich schaffen sollten).
Die Pumpen sind übrigens recht laut und sollten daher meiner Meinung nach nicht im Zimmer montiert werden, da man sich dadurch mit Sicherheit gestört fühlt, weil sie erheblich lauter sind als das Innengerät der Klimaanlage.

Das Außengerät würde auf Böcke gestellt da es bis zu diesem Zeitpunkt noch auf der Verpackung aus Styroporstand, verschraubt und dann durch die Leitungen mit dem Innengeräten verbunden.

Tag 3

Wie angekündigt musste der Techniker auch noch einen halben Tag anhängen um die letzen Anschlüsse, die Füllung der Anlage und für den elektrischen Anschluss zu machen. Das dauerte dann noch mal fast vier Stunden bis endlich alles nach Wunsch lief.

Die Kältemittelleitungen liegen offen auf dem Dach der Gartenhütte, weil es mir egal war ob sie unter der Dachkante geführt werden oder oben auf dem Dach aufliegen. Vielleicht werde ich die Leitungen später mal unter die Dachkante hängen, denn sie sind lange genug dafür.

Nun bekam ich noch eine kleine Einleitung in die Verwendung der Fernbedienung für die Innengeräte.

Das Ergebnis

So nun haben wir eine Klimaanlage mit drei Innengeräten die jeweils 2,7kW Kälteleistung bringen, und konnten das komplette Haus innerhalb von nur sechs Stunden um 5°C auf 23°C herab kühlen. Also haben wir das Ziel eine angenehme Temperatur von ca. 24-25° im Wohnzimmer und 23° in den Schlafräumen zu halten erreicht.

Die Steuerung der Inneneinheiten ist komfortabel, es gibt:

eine vollkommen automatische Klimatisierung die 24°C hält

  • Kühlfunktion
  • Heizfunktion
  • reine Ventilation
  • Einschalt-Timer
  • Ausschalt-Timer
  • Sleep-Funktion
  • Temperaturfühler in der Fernbedienung

Die Lüftungsgitter können in verschiedenen Winkeln fixiert, großräumig oder auch in kleinem Bereich geschwenkt werden. Die Anzeige an der Klimaanlage kann ein/ausgeschaltet werden, da die
LED Anzeige in der Nacht etwas zu hell wäre. Außerdem braucht man die Anzeige eigentlich auch nicht, weil ohnehin alles an der Fernbedienung angezeigt wird.


Nach knapp sechs Stunden durchgehendem Betrieb hatten wir eine
signifikante Abkühlung von teilweise mehr als 7°C im Haus. Der einzige Raum der wegen einer verschlossenen Türe im Ergeschoß nicht mitgekühlt wurde, hatte noch die Ausgangstemperatur. So hatten wir einen direkten Vergleich zwischen Badezimmer EG und Kinderzimmer OG, wie man auf den Bildern der Raumcontroller erkennen kann. Natürlich blieb die Einstellung der KLimageräte nicht auf diesem Niveau, weil wir die Temperatur ja eigentlich auf ca. 24° halten wollen, damit der Unterschied zur Außenluft nicht zu groß wird. Zudem würde die Luft im Haus auch zu starkt entfeuchtet werden.

FAZIT

Da unser Haus absolut dicht ist und sich im Sommer wie der Vorhof zur Hölle aufheizt, war die Anschaffung einer Klimatisierung die absolut beste Entscheidung. Endlich kommen wir wieder zu entspannenden Schlaf bei angenehmen Raumklima. Natürlich ist der Preis dafür hoch, auch der Verbrauch der Anlage- selbst bei A++ Anlagen - aber die immer wärmer werdenden Klimabedingungen waren einfach Grund genug für die Anschaffung.

Leider gab es ein kleines Problem mit einem Kondensatschlauch der durch einen Holzspan des Holzbodens im Dachraum an einem Übergang punktiert wurde und daher Lauft ansaugte. Die Kondensatpumpe lief dadurch trocken und sehr laut und das Innengerät begann nach längerem Betrieb zu tropfen. Der Fehler war schnell behoben und nun läuft alles blenden.

Der Einbau lief perfekt und falls Ihr einen Klimatechniker braucht der weiß was er tut, dann meldet euch und ich gebe euch die Nummer und Mailadresse von Manfred Leitgeb, der das bei uns einfach ausgezeichnet gemacht hat.