Dienstag, 1. November 2016

Halloween Deko 2016

Wie jedes Jahr dekorieren wir zu Halloween unseren Garten und auch im Haus. Natürlich versuchen wir dabei immer wieder etwas Neues zu präsentieren und die Kinder und Erwachsenen der Nachbarschaft mit unserer Deko zu beeindrucken. Mit jedem Jahr wird das schwieriger, weil unsere Besucher im mittlerweile 4. Jahr schon einiges bei uns gesehen haben.

Letztes Jahr bauten wir zu unseren Grabsteinen auch ein paar Grabplatten und schafften so schon eine recht brauchbare Friedhof-Illusion.

Dieses Jahr hatten wir keine Gartenparty geplant und feierten im kleinen Kreis, weshalb wir im hinteren Teil des Gartens diesmal nichts zu dekorieren hatten. Die Gräber verfeinerte ich diesmal mit ein bisschen Efeu und einem Mini-Zombie sowie den schon bekannten Grusel-Wackelbildern die wir letztes Jahr über Aliexpress bestellten.

Durch einen schön welken Kranz und Grabkerzen (dieses Jahr verwendeten wir wegen des ewig starken Windes bei uns batteriebetriebene LED-Kerzen) konnten wir noch ein paar authentische Details hinzufügen.

Damit das ganze im rechte Licht erschien, kaufte ich auf Amazon ein 5er Pack RGB LED Spots mit denen ich unseren Vorplatz und die Trauerweide am Nachbargrundstück in blaues Licht tauchte und dadurch eine intensivere Stimmung schaffte.

Wie schon im letzten Jahr, war auch in diesem Jahr wieder eine Nebelmaschine im Einsatz. Allerdings besorgte ich diesmal eine zweite und tauchte den gesamten Vorplatz so kontinuierlich in einen schaurigen Nebel ein, der glücklicher Weise nicht komplett vom Wind verweht wurde.

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Der Zugang zum Garten wurde durch ein Absperrband gesichert. So konnten wir auch unsere Besucher gut zum Hauseingang umleiten, wo sie nach Süßem fragen konnten. Diesmal wurde unser Haus auch rundum vom Kamerasystem Ring überwacht. So konnten wir auch später noch ein paar Eindrücke unserer Gäste festhalten, als sie sich unsere Deko ansahen.

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Auf dem Weg nach Hinten zur Haustüre wartete wieder unser Skelett, um die Leute zu begrüßen.

Gleich dahinter lag ein abgetrennter Arm neben einer Schaufel. Und gleich gegenüber unserer Haustüre versteckte sich ein Zombie mit offenem Gehirn, der durch eine LED-Leuchte mit Bewegungsmelder von Hinten beleuchtet wurde. Ein netter Effekt, der bei all der Aufregung kaum aufgefallen ist. Aber ich finde, dass man nicht zu viel machen kann.

Soweit kannten unsere Besucher das Meiste ja schon. Einige Dinge waren wie letztes Jahr. Ander waren einfach auf andere Weise angeordnet und anders anrangiert.

Wirklich neu war dieses Jahr die Atmosfear FX Hologramm Illusion oder kurz Holusion. Atmosfear bietet DVDs und Downloads die perfekt zu Halloween passen und ich wählte für unsere Deko das Programm Macabre Manor in der es um eine vierköpfige Familie geht, die wie könnte es anders sein, verstorben ist. Das Besondere an den Fear FX Inhalten ist, dass sie jeweils für die Darstellung auf einem Fernseher, als Fensterprojektion und als sogenannte Holusion angeboten wird. Das alles gibt es jeweils für horizontale und vertikale Darstellung.

Für unsere Zwecke baute ich ein kleines Holzgestell in das ich den Projektor hochkant hinein stellen konnte. Dieses Gestell musste hoch genug sein, damit die Projektion perfekt in unser 200cm hohes Fenster des Schlafzimmers passte. Um eine perfekte Projektion zu erhalten reichte es nicht unseren Vorhang zu beleuchten. Daher kaufte ich noch eine günstige, lichtdurchlässige Rollo auf der die Projektion perfekt dargestellt werden konnte.

Durch den Winkelausgleich des Projektors konnte ich den Beamer etwas seitlich vom Fester aufstellen. So leuchtete er nicht direkt von hinten auf die Projektionsfläche sondern eben etwas von der Seite.

Da die Szenen des digitalen Downloads in  einzelnen Sequenzen geliefert wurden, hätte ich einfach eine Playlist erstellen können. Jedoch sind die Szenen teilweise zwei- oder dreiteilig und manchmal einfach zu gruselig für kleinere Kinder. Daher schnitt ich die Szenen mit Nero zusammen und ließ dabei die zu heftigen Szenen vorerst weg. Erst ab etwa 19:30 liefen dann die wilderen Szenen auch in unserem Fenster ab. In Summe hatte der zusammen geschnittene Film dann knapp 7 Stunden wobei sich die Szenen nach etwa 20 Minuten jeweils wiederholten.

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Leider sieht man es in diesem Video nicht besonders gut, aber es bietet eine Vorstellung von dem wie es aussehen kann. Dieses Jahr fehlte jedoch der Ton, also hab ich noch ein bisschen Luft nach Oben.

Für nächstes Jahr hab ich auch schon ein paar Ideen, die durchaus umsetzbar sind. Es sind ja noch ein paar Tage bis zum nächsten Halloween.

Natürlich dekorierte Sabine auch im Inneren des Hauses wieder fleißig, wovon ich hier noch abschließend ein paar Bilder einstelle.








Gehirn (Maroni-Reis)
Nudeln mit Lachssauce





Montag, 10. Oktober 2016

Vorzimmer Möbel 2.0

Vor mittlerweile über vier Jahren haben wir unser neues Heim bezogen. Damals war natürlich noch nicht alles komplett fertig, aber das Haus war soweit bereit für den Einzug. Wenig später zeigte sich, dass wir im Vorzimmer eine Lösung brauchen würden, um die Jacken aufzuhängen oder Kleinigkeiten unterzubringen. Wir kauften uns daraufhin eine Garderobe bei einem Online-Versandhandel und stellten diese in unseren Vorraum. Eine Interimslösung, wie es Sabine damals sah.

Nun wissen Männer vermutlich wovon ich rede, wenn ich sage, dass ich im Laufe der Jahre diese Interimslösung als Dauerlösung akzeptierte und immer unwilliger wurde diese zu ändern. Vor allem weil jede Änderung zwangsläufig zu hohen oder noch höheren Kosten sowie zu einem großen Arbeitsaufwand führen würde. Also konnte ich mich lange nicht dazu durchringen etwas zu unternehmen.

Diesen Sommer war es dann soweit. Sabine akzeptierte keine Aufschub mehr und ich musste endlich in die Gänge kommen. Sabine plante daher einen Wandverbau für unseren Vorraum der folgende Bedingungen zu erfüllen hatte:

  • mindestens 2 Meter Hängestangen für Jacken
  • Haken für Jacken und Mäntel von Gästen
  • Raum für Handschuhe, Hauben und Schals, Sonnenbrillen, Schlüssel, Sportkopfhörer und anderes Sportequipment
  • Platz für Stiefel und Schuhe
  • Platz für die Schultaschen der Kids
Dabei durfte das Ganze nicht zu drückend wirken und muss vor allem eines sein: passend zu unserem Stil und dem Rest des Hauses.

Dafür mussten wir nun einiges probieren um die richtige Bearbeitungsmethoden für das Holz zu finden. Das Ziel war, dass das Holz alt, gebraucht und etwas mitgenommen aussieht. Wir überlegten uns den Effekt durch einen speziellen Hobel zu erreichen der von Festool angeboten wird. Jedoch ist dieser Hobel extrem teuer und daher nicht in die endgültige Auswahl der Methoden getreten. Außerdem probierten wir in den Sommermonaten einige Farbkombinationen für das Holz.

Als wir nun wussten wie die Oberflächenstruktur und die Farbe aussehen sollte, mussten wir uns überlegen wie wir das ganze zusammen bauen würden. Viele unterschiedliche Möglichkeiten standen zur Wahl. Vom einfachen Rahmen bis hin zu komplett geschlossenen Kasten hatten wir alle Möglichkeiten ins Auge gefasst. Bis zuletz waren wir uns dabei nicht sicher wie die Schranktüren aussehen sollten, hinter denen wir unsere Schuhe verstecken würden. Also begannen wir einfach mal Schritt für Schritt.

Das Material

Wir wollten natürlich nicht zu viel für das Material ausgeben und dabei auch noch Holz besorgen das
sich leicht bearbeiten lässt. Daher entschieden wir uns für gehobelte Fichtenholz-Bretter in unterschiedlichen Breiten. 94mm/114mm/144mm breit waren die Bretter die wir im Baumarkt auf Raumhöhe zuschneiden ließen. Als Einlagefächer kauften wir Leimholzbretter. Zur Verbindung der Teile setzte ich einfach auf Spax-Schrauben. Dadurch sollte der einfache, eher technische und trotzdem alte Eindruck erweckt werden.

Die Oberflächenbearbeitung

Damit wir nun den gewünschten Vintage-Effekt erreichten begannen wir mit der Oberflächenstruktur. Dazu verwendete ich eine einfache Bohrmaschine mit einer Stahldrahtbürste oder alternativ einer aus Messingdrähten. Bewegt man nun die drehende Bürste entlang der Holzmaserung, so wird der weiche Teil der Holzfasern durch die Bürste abgetragen. Es bleibt lediglich der festere Teil der Maserung übrig. Im Prinzip ähnelt der Vorgang der natürlichen Verwitterung von Holz, da hier auch zuerst die weicheren Fasern abgetragen werden. So bleibt nur der robustere Teil der Fasern übrig. Der Einfachheit halber schraubte ich die Bretter bereits zuvor zusammen und schuf damit die Panele, die ich später zu einem Schrank zusammen schrauben konnte.

Durch die Verwendung einer Stahdrahtbürste wird mehr Material abgetragen, jedoch werden dabei Spuren ins Holz gefräst, weil die Bürste ziemlich hart ist. Eine sauberere Struktur erreicht man durch die Verwendung einer Messingdrahtbürste. Da die Messing-Drähte weicher sind graben sie sich nicht so tief in das Holz ein. Dadurch wird die Struktur schöner und sauberer, allerdings ist der Aufwand wesentlich größer als mit einer Stahlbürste. Ich persönlich verwendete die Stahlbürste für die Vorarbeit und säuberte dann die Fläche mit der Messingbürste.  So ging es relativ schnell und trotzdem sauber. Unbedingt einen Atemschutz tragen, da diese Arbeit extrem staubig ist.

Die Farbgebung


Um nun den gewünschten Vintage-Effekt zu erhalten trugen wir unterschiedliche Farbschichten auf. Wir begannen mit moorbrauner Beize. Moorbraun ist nahezu schwarz und wäre damit eine ziemlich extreme Wahl für das Vorzimmer gewesen, wenn wir nicht noch weitere Schritte durchgeführt hätten. Die moorbraune Beize mussten wir vollflächig deckend auftragen, damit auch wirklich jeder Millimeter der hellen Fichtenfärbung überdeckt wurde.

Als nächsten Schritt trugen wir eine dünne Schicht transparentes Möbel-Öl auf. Dieses jedoch nicht deckend sondern nur flüchtig mit dem Pinsel überstrichen. Das taten wir, da die nächste Schicht dann nur an den Teilen des Holzes haften würde an denen kein Öl aufgetragen wurde. So lässt sich eine fleckige Oberflächenfärbung erreichen.

Nachdem das Öl einen Tag lang einziehen konnte, Strichen wir die Oberfläche des Holzes mit einer weißen Holzbeize. Diese kann nun nur noch an Stellen ins Holz eindringen an denen die Oberfläche nicht mir Öl getränkt ist. An den Stellen an denen das Öl nicht so dicht gestrichen wurde, kann die Beize trotz der bereits zuvor gebeizten Holzfasern ein wenig in die Oberfläche eindringen.

Nun waren die Bretter also mit moorbrauner Beize, Öl und mit weißer Beize behandelt. Nach einem weiteren Tag trocknen konnte der letzte Arbeitsschritt vorgenommen werden.

Die Oberflächenversiegelung

Bevor die Holzoberfläche nun abgeschlossen werden konnte, mussten wir sie mit einem Nylonaufsatz an der Bohrmaschine von überschüssiger weißer Beize befreien. Die Nylonscheibe ist gerade stark genug, um überschüssige Beize zu entfernen ohne dabei die Oberflächenstruktur zu verändern. Durch diese Behandlung wird nun die Struktur perfekt betont.
Da die Oberfläche nun auf Grund der Beize und der etwas faserigen Struktur für Kleidungsstücke gefährlich werden könnte, mussten wir noch einen weiteren Schritt durchführen. So strichen wir die Oberflächen nun noch mit Deko-Wachs für Möbel ein und lederten sie nach ein paar Minuten ab. So wurden die Oberflächen glatt und färben nun nicht mehr ab.


Der Aufbau

Da nun die Platten alle soweit fertig gestellt waren, konnten wir die Teile zusammen schrauben. Der ursprüngliche Plan einen geschlossenen Schrank zu bauen verlor im Zuge des Aufbaus immer mehr an Reiz. Irgendwie wirkte es viel zu drückend.

Somit ließen wir die Rückseite des Kastens offen um die weiße Wand dahinter sehen zu können. Das Panel an dem die Haken für die Kleidungsstücke unserer Gäste befestigt sind, ist durch eine Leiste an der Rückseite mit versteckten Schrauben an die Wand befestigt. Direkt daran ist die Seitenwand des ersten Regals geschraubt. Diese ist über die fest verschraubten Fächer mit der zweiten Außenseite verbunden welche wiederum mit der Decke verschraubt ist.

Ähnlich sieht es auf der anderen Seite aus. Dort haben wir ein Regal aus 30cm breiten
Leimholzbrettern und den beiden Außenpanelen gebaut. Daran befindet sich das Regal für Stiefel und zwei Stangen für hängende Kleidungsstücke. Da die Konstruktion nicht einfach halten würde, ist sie mit der Wand verschraubt, damit sie nicht kippen oder schwingen kann.

Die Stangen sind aus 3cm dicken Holzstangen die ebenfalls mit moorbrauner Beize behandelt sind.

Als nun alles soweit stand, schlichteten wir zum Testen der Größe mal ein paar Schuhe und Stiefel ein. Als nun unser Möbel gefüllt war, stellten wir fest, dass es ohne Türen viel besser aussehen würde. Nachdem es so natürlich keinen Schutz gegen Staub gibt, checkten wir zuvor die Garderobe die nun über drei Jahre Lang in unserem Vorraum stand. Dort wurde an der Rückseite seither nicht Staub gewischt. Da sich dennoch kaum Staub angesammelt hatte, beschlossen wir, dass es einen Versuch wert wäre die Garderobe mal so zu lassen.

Unser Vorraum hat nun ein bisschen den Style eines Shops mit Kleidungsstücken und Schuhen, die durchaus präsentabel als Raumdeko herhalten.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Die Klimaanlage

In den vergangenen vier Jahren, und davor allem in den Sommern, haben wir in Bezug auf das Raumklima eines gelernt: Ein Haus das so gut gedämmt ist, dass es kaum Heizenergie im Winter benötigt, heizt sich im Sommer verdammt stark auf.

Natürlich ist das irgendwie logisch, wenn man mal richtig darüber nachdenkt. Leider haben wird das in der Planungsphase nicht so richtig bedacht. Wir gingen nämlich davon aus, dass ein Haus welches im Winter die Kälte gut draußen halten kann, natürlich auch im Sommer die Hitze gut draußen halten müsste. Nur ist das leider nicht ganz richtig bedacht, denn in wirklich hält die enorme Dämmung im Winter eher die Wärme drinnen, als die Kälte draußen. So betrachtet wird es nämlich auch logischer warum sich im Sommer die Wärme ebenfalls drinnen hält.

Die Ausgangslage

Im Grunde genommen findet einfach kaum ein Wärmeaustausch mit der Umgebung statt. Im Winter bedeutet das, dass jede Erwärmung im Haus zur Heizkostenersparnis beiträgt. So erwärmt sich das Haus natürlich durch den Einsatz der Bodenheizung oder des Kamins, aber auch
  • durch die Abwärme des Kühlschranks und des Geschirrspülers
  • durch die Abwärme des Wäschetrockners und der Waschmaschine
  • durch Wärme die beim Kochen und Backen entsteht
  • durch das Duschen und Baden
  • durch Fernseher, Computer und Spielkonsolen (vor allem im Zimmer unseres Sohnes zu beobachten)
  • und nicht zuletzt durch die Körperwärme der Bewohner eines Hauses

Betrachtet man all diese Faktoren, dann wird schnell klar, dass man außer die Heizung nichts davon wirklich ausblenden kann wenn das Haus bewohnt ist. Dieser Umstand wurde mir erst in diesem Sommer so richtig klar, da dieser bislang erstmals ein richtig mieser Sommer ohne lange Hitzeperioden war. zum ersten Mal konnten wir beobachten wie sich unser Haus auch ohne Hitze-Rekorde und massive Sonneneinstrahlung aufwärmte.

Bereits im Mai hatten wir in den Schlafräumen über 25° Celsius, und das obwohl es tagsüber kaum die Temperatur erreichte, die wir im Haus schon lang überschritten hatten. Als unsere Kinder dann in den ersten zwei Ferienwochen außer Haus waren startete ich einen versuch der klar zeigte, was ich schon fast vermutet hatte: Nach dem Abkühlen der Raumtemperatur durch nächtelanges Lüften auf 21,5°C kontrollierte ich die Raumtemperatur regelmäßig. Es zeigte sich, dass sich die Zimmer durch die Beschattung der südseitigen Fenster weder wegen der Sonne  noch wegen der Temperaturen um 30°C aufheizten. Und da die Zimmer nicht bewohnt und die Türen verschlossen waren, hielt sich die Temperatur nahezu konstant. Lediglich eine Steigerung um knapp 0,2°C in einer Woche konnte ich verzeichnen.
Gleichzeitig erhöhte sich die Raumtemperatur im Schlafzimmer, das von zwei Personen für rund 7 Stunden genutzt wurde, teilweise um bis zu 3°C in einer Nacht. Innerhalb einer Woche war die Temperatur im Schlafzimmer bei konstanten 27°C und mehr, während die Kinderzimmer immer noch unter 22°C lagen.

Das war nun der Beweis, dass wir mit Beschattung nichts ausrichten werden, da sich die Temperatur eben bereits durch das Bewohnen des Hauses erhöht.

Die Lösung

Unser Klimatechniker brachte es recht treffend auf den Punkt: "Wenn Leute glauben, dass Sie sich durch die enorme Dämmung etwas bei den Heizkosten sparen, dann vergessen Sie auf die Kosten die durch die notwendig gewordene Kühlung eines vollkommen dichten Hauses entstehen."

Wir entschlossen uns also unsere Schlafräume klimatisieren zu lassen. Schließlich ist es hier am unangenehmsten, wenn man zwischen 27° und 34° Raumtemperatur hat. Bei diesen Temperaturen kann man kaum schlafen. Außerdem würde das Raumklima des kompletten Hauses von der Klimatisierung im Obergeschoß profitieren. Warme Luft hat ja bekanntlich die Eigenschaft aufzusteigen. Somit würde ein Temperaturaustausch stattfinden und auch im Erdgeschoß eine angenehmere Temperatur zu erreichen sein.

Da wir einen leicht zugänglichen Dachboden haben, wollten wir nun die Innengeräte über den Türen des Schlafzimmers und der Kinderzimmer haben, die von oben aus dem Dachboden gespeist würden. So könnten die Kältemittelleitungen im Dachboden verlaufen und an der Rückseite des Hauses nach Außen geführt werden, wo wir dann das Spilt-Gerät anbringen wollten. Klingt einfach.

Die Angebote

Unglaublich was uns auf der Suche nach einer passenden Anlage angeboten wurde. Den Beginn machte ein Klima-Techniker der meinte, dass es nicht möglich wäre die Leitungen nachträglich über den Dachboden zu führen und von oben in die Innengeräte einzuleiten weil es ein problem mit dem Kondensat gäbe.

Die Erklärung: Beim Kühlen eines Raumes wird die Raumluft auch gleich entfeuchtet. Dadurch bildet sich auf dem Kühlkörper des Innengerätes etwas Eis und es kommt auch zur Bildung von Kondenswasser. Das kann recht viel Wasser sein, das irgendwie nach Außen transportiert werden muss. Ist die Anlage an der Außenwand montiert und verfügt über einen direkten Ausgang durch die Wand, ist das kein Problem. Werden die Leitungen allerdings nach Oben geführt, dann muss das Kondenswasser weggepumpt werden, weil das Wasser nicht abfließen kann.

Daher bot uns der erste Techniker an die Innengeräte in jedem Schlafraum über dem Fenster anzubringen und an der Außenseite jeweils einen Inverter an die Fassade zu schrauben. Das hätte dann ausgesehen wie eine alte Hotelanlage in einem südlich gelegenen Urlaubsland. Die Leitungen dafür wären im Raum in Kabelkanälen gelegt worden. Sicher die unansehnlichste Lösung, dafür mit etwa 4.200,00 Euro inklusive Montage auch die günstigste.

Ein weiteres Angebot ging dann auf unsere Wünsche ein und bestand aus einem Inverter-Außengerät am Dach unserer Gartenhütte montiert und drei Innengeräten die über Kabelkanäle von oben aus dem Dachboden versorgt worden wären. Das Kondensat wäre über Kondensatpumpen abgeführt worden. Das Angebot war sehr komplett und bestand aus Samsung-Geräten. Einzig der Preis von 8.480,00 inklusive Montage passte absolut nicht in unser Budget, weil wir einfach nicht so viel Geld haben. Also suchten wir weiter.

Das dritte und letztendlich beste Angebot kam von Manfred Leitgeb, ein Kälte- und Klimatechniker aus Eisenstadt [falls Ihr die Kontaktdaten (Mail, Telefonnummer) wollt, schreibt mir ein kurzes Mail oder benutzt die Kommentarfunktion]. Er ging auf unsere Wünsche und Ideen ein und machte uns ein Angebot für eine Anlage bestehend aus einem Inverter-Außengerät montiert auf dem Dach unserer Gartenhütte und drei Innengeräten über den Türen der Schlafräume. Außerdem würden die Leitungen über den Dachboden geführt und das Kondensat über drei Kondensatpumpen über das Dach abgeführt. Der Preis dafür lag bei 6.800,00 Euro, weil bei uns extrem lange Wege mit Kältemittelleitungen zurück zu legen sind, was den Preis leider etwas nach oben treibt. Bei uns wurden letztendlich 50 Meter Kältemittelleitungen verbaut.

Der Einbau

Der Klimatechniker stellte gleich von vornherein klar, dass der Einbau mindestens zwei Tage, wahrscheinlich sogar noch einen halben Tag länger dauern wird. Als es dann am Montag in der Früh soweit war, es hatte bereits knapp 30° Celsius Außentemperatur und die Räume waren schon dauerhaft auf 28° Celsius, konnten wir es kaum mehr erwarten.

Tag 1

Auf unserem Dachboden herrschte bereits Sauna-Klima. Ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit und über 60° Celsius. Sicher nicht die beste Voraussetzung um einen ganzen Tag dort zu arbeiten.

Begonnen hat Herr Leitgeb mit der Montage der Innengeräte, bei denen es ursprünglich geplant war, dass die Leitungen aufputz verlegt werden und durch einen Kabelkanal halbwegs versteckt werden. Nun war ich den ganzen Tag in der Arbeit und wunderte mich sehr als ich nach Hause kam und mir das Ergebnis einen kompletten Arbeitstages ansah. Alle drei Innengeräte waren montiert, aber es waren keine Leitungen zu sehen. Also fragte ich Sabine, die tagsüber zuhause war und daher etwas besser bescheid wusste, was bereits geschehen war. Sie erklärte mir, dass der Techniker es schaffte die Leitungen nicht sichtbar hinter den Innengeräten durch die Trockenbauwände nach Oben zu führen.

Für mich war das eine unglaubliche Leistung, da wir darüber einen 40 cm starken Aufbau vorwiegend aus Einblasdämmung haben. Darunter sind dann auf Stahlschienen die Trockenbauwände montiert, die natürlich mit Steinwolle gefüllt sind. Das alles konnte ihn nicht stoppen, und er führte die Leitungen somit nicht sichtbar hinauf. Um das zu tun musste er die Schalung des Dachboden öffnen und die Dämmung teilweise ausräumen.

Ich war wie gesagt begeistert über die Ausführung der Montage der Innengeräte, aber etwas besorgt, dass die Leitungen am Dachboden nun über den Boden geführt würden, weil es dann etwas schwierig wird schwerere Dinge durch den Dachboden zu schieben, wenn an drei Stellen die Kältemittelleitungen quer über den Boden verlaufen.

Tag 2

Mittlerweile lagen die Kältemittelleitungen und die Kondensatschäuche am Dachboden herum und bildeten ein ziemliches Chaos. Für diesen Tag war geplant die Leitungen sauber zu verlegen und das Außengerät auf dem Dach der Gartenhütte zu platzieren.
Auch an diesem Tag lagen die Temperaturen wieder einem Bereich in dem man durchaus schon gut saunieren könnte.
Damit die Leitungen vom Dachboden zur Gartenhütte verlaufen
können, musste der Techniker natürlich einen Mauerdurchbruch machen und die Fassade öffnen. Da es bei unserem Haus nicht ganz einfach ist, weil das Badezimmerfenster im Obergeschoß genau dort ist wo die Leitung hinunter laufen sollte. So bohrte Herr Leitgeb aus dem Dachboden heraus eine schräge Satellitenbohrung und fräste dann von Außen ein Loch in die Fassade. Für sechs Kältemittelleitungen braucht man dann schon ein ganz schön großes Loch.

Darunter wurde ein Kabelkanal an die Fassade geschraubt durch den die Leitungen dann bis zum Dach der Gartenhütte geführt werden.

Um die Leitungen nicht über den Boden des Dachbodens zu führen, öffnete der Techniker den Fußboden im Dachboden und führte die Leitungen so lange wie möglich darunter, sodass sie auf keinem Fall im Weg sein würden. Erst als die Leitungslänge der Steuerleitung der Kondensatpumpen erreicht waren musste er die Leitungen an die Oberfläche bringen.

Somit bleibt der Dachboden für uns ohne Einschränkungen voll nutzbar und die Pumpen sind trotzdem leicht zugänglich falls mal ein problem auftreten sollte. Außerdem kann es sein, dass man nach der Wintersaison die Leitungen füllen muss, wenn die kleinen Kondenswasserpumpen durch die Luft in den Leitungen das Wasser nicht ordentlich absaugen (obwohl sie das eigentlich schaffen sollten).
Die Pumpen sind übrigens recht laut und sollten daher meiner Meinung nach nicht im Zimmer montiert werden, da man sich dadurch mit Sicherheit gestört fühlt, weil sie erheblich lauter sind als das Innengerät der Klimaanlage.

Das Außengerät würde auf Böcke gestellt da es bis zu diesem Zeitpunkt noch auf der Verpackung aus Styroporstand, verschraubt und dann durch die Leitungen mit dem Innengeräten verbunden.

Tag 3

Wie angekündigt musste der Techniker auch noch einen halben Tag anhängen um die letzen Anschlüsse, die Füllung der Anlage und für den elektrischen Anschluss zu machen. Das dauerte dann noch mal fast vier Stunden bis endlich alles nach Wunsch lief.

Die Kältemittelleitungen liegen offen auf dem Dach der Gartenhütte, weil es mir egal war ob sie unter der Dachkante geführt werden oder oben auf dem Dach aufliegen. Vielleicht werde ich die Leitungen später mal unter die Dachkante hängen, denn sie sind lange genug dafür.

Nun bekam ich noch eine kleine Einleitung in die Verwendung der Fernbedienung für die Innengeräte.

Das Ergebnis

So nun haben wir eine Klimaanlage mit drei Innengeräten die jeweils 2,7kW Kälteleistung bringen, und konnten das komplette Haus innerhalb von nur sechs Stunden um 5°C auf 23°C herab kühlen. Also haben wir das Ziel eine angenehme Temperatur von ca. 24-25° im Wohnzimmer und 23° in den Schlafräumen zu halten erreicht.

Die Steuerung der Inneneinheiten ist komfortabel, es gibt:

eine vollkommen automatische Klimatisierung die 24°C hält

  • Kühlfunktion
  • Heizfunktion
  • reine Ventilation
  • Einschalt-Timer
  • Ausschalt-Timer
  • Sleep-Funktion
  • Temperaturfühler in der Fernbedienung

Die Lüftungsgitter können in verschiedenen Winkeln fixiert, großräumig oder auch in kleinem Bereich geschwenkt werden. Die Anzeige an der Klimaanlage kann ein/ausgeschaltet werden, da die
LED Anzeige in der Nacht etwas zu hell wäre. Außerdem braucht man die Anzeige eigentlich auch nicht, weil ohnehin alles an der Fernbedienung angezeigt wird.


Nach knapp sechs Stunden durchgehendem Betrieb hatten wir eine
signifikante Abkühlung von teilweise mehr als 7°C im Haus. Der einzige Raum der wegen einer verschlossenen Türe im Ergeschoß nicht mitgekühlt wurde, hatte noch die Ausgangstemperatur. So hatten wir einen direkten Vergleich zwischen Badezimmer EG und Kinderzimmer OG, wie man auf den Bildern der Raumcontroller erkennen kann. Natürlich blieb die Einstellung der KLimageräte nicht auf diesem Niveau, weil wir die Temperatur ja eigentlich auf ca. 24° halten wollen, damit der Unterschied zur Außenluft nicht zu groß wird. Zudem würde die Luft im Haus auch zu starkt entfeuchtet werden.

FAZIT

Da unser Haus absolut dicht ist und sich im Sommer wie der Vorhof zur Hölle aufheizt, war die Anschaffung einer Klimatisierung die absolut beste Entscheidung. Endlich kommen wir wieder zu entspannenden Schlaf bei angenehmen Raumklima. Natürlich ist der Preis dafür hoch, auch der Verbrauch der Anlage- selbst bei A++ Anlagen - aber die immer wärmer werdenden Klimabedingungen waren einfach Grund genug für die Anschaffung.

Leider gab es ein kleines Problem mit einem Kondensatschlauch der durch einen Holzspan des Holzbodens im Dachraum an einem Übergang punktiert wurde und daher Lauft ansaugte. Die Kondensatpumpe lief dadurch trocken und sehr laut und das Innengerät begann nach längerem Betrieb zu tropfen. Der Fehler war schnell behoben und nun läuft alles blenden.

Der Einbau lief perfekt und falls Ihr einen Klimatechniker braucht der weiß was er tut, dann meldet euch und ich gebe euch die Nummer und Mailadresse von Manfred Leitgeb, der das bei uns einfach ausgezeichnet gemacht hat.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Plasti Dip für die Alufelgen

Diesmal gibt es einen Artikel der nicht unmittelbar mit unserem Haus zutun hat. Eher mit dem Garten :-)

Wir wollten schon länger für frischen Wind bei unserem Auto sorgen, und planten daher es komplett Folieren zu lassen. Nachdem uns nun mehrere Angebote für eine komplette Folierung unseres Seat Leon ST vorliegen, kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass diese Art der Veränderung einfach zu teuer wäre. Die Angebote reichen von 1.850,- Euro bis hin zu unglaublichen 3.100,- Euro. Dabei sind die Unterschiede nicht nur in der Qualität der Folie zu finden. Auch die anberaumte Arbeitszeit variiert stark.

Nach gründlicher Analyse und dem vergleichen der Angebote stellte sich heraus, dass es kaum möglich ist ordentliche Vergleiche anzustellen. Einige Anbieter setzen auf stärkere Folien und haben somit höhere Materialkosten sowie einen höheren Arbeitsaufwand für die Anbringung der Folie. Andere Anbieter schwören auf dünnere Folien die sich einfach an die Konturen des Fahrzeugs anlegen lassen. Wie auch immer, kommt eine Folierung wegen der Kosten nicht in Frage.

Als wir dieses Vorhaben schon aufgeben wollten, kam ein Freund und erzählte davon, dass er bei einer Tuning-Messe einen Aussteller sah, der eine Art Folie direkt auf den Wagen aufsprühte. Diese Anwendung wäre erheblich günstiger und vergleichbar mit Folien. Was mich natürlich sehr interessierte.

Somit begann ich mit einer Online-Recherche um etwas mehr über das Dipping heraus zu finden. Dabei stieß ich auf unzählige Youtube-Clips und eine große Zahl an Foren und dementsprechend noch mehr Infos in den Posts. Allerdings gab es eigentlich kaum Hinweise über die Qualität und die Haltbarkeit. Sehr brauchbar waren die Clips die direkt vom Hersteller des Originals Performix eingestellt wurden. Diese findet man übrigens auch auf der Seite des autorisierten Importeurs ProDip unter www.prodip.eu . Dort wird gezeigt wie die Teile vorzubereiten sind, wie man Plasti Dip verarbeitet und wie man Oberflächen lange erhalten kann.

Worum es beim Dippen geht

Das Dippen ist eine Mischung aus lackieren und Folie aufbringen. Es werden dabei gelöste
Kunststoffpartikel fein auf eine Oberfläche aufgesprüht. Während des Trocknungsvorganges, der Schicht für Schicht recht schnell geht, verbinden sich die Partikel zu einer homogenen Oberfläche. Diese ist ähnlich einer Folie und fühlt sich letztendlich auch so an. 

Hat man eine matte Farbe gewählt, dann ist die Oberfläche leicht rau. Durch die Glanzversiegelung, mit der man eine glänzende Oberfläche bis hin zum Metallic-Finish erreicht, fühlt sich die Oberfläche dann auch viel glatter an.

Die Verarbeitung

Verarbeitet wird Plasti Dip genau so wie herkömmlicher Autolack. So gibt es zwei Alternativen. Entweder kauft man sich für kleine Flächen das Plasti Dip Aerosol oder für große Projekte Plasti Dip Galons das sich für die Verarbeitung mit Sprühpistolen eignet.

Werden Sprühdosen verwendet, dann kann man damit schnell und einfach kleine Flächen dippen. Alufelgen und Außenspiegel zählen ebenfalls dazu wie zum Beispiel Rennstreifen oder andere Verzierungen. Bei der Dose muss man naturgemäß darauf achten, dass man die Dosen immer aufrecht oder nur leicht geneigt verwendet, da sonst der Anteil an Treibgas im Verhältnis zum  Plasti Dip zu hoch ist und es sich Tropfen bilden. Außerdem sollte man die Dosen auf einmal aufbrauchen, da sich am Sprühkopf Rückstände bilden die bei einer späteren Verwendung zu einem ungleichmäßigen Sprühbild führen.

Professionelle Lackierer werden mit den Gallonen ihre Freude haben, denn diese kommen bereits vorgemischt und müssen nur noch in den Behälter der Lackierpistole eingefüllt werden. Die Verarbeitung ist dann gänzlich mit einer Lackierung des Autos vergleichbar.

Wie es weiter ging

Nach all den Videos war ich fast überzeugt, dass es die passende Option für unser Auto sein könnte. Allerdings ist es trotzdem ein recht großer Aufwand, wenn man es selbst an seinem Auto anwenden möchte. Und falls man es machen lässt, dann kommt man nicht um hin ein wenig in die Tasche zu greifen, denn auch das Dippen des Autos ist nicht kostenlos. Für einen Kombi in der Größe des Leon ST muss man mit rund 800,- Euro rechnen, wenn man die Arbeit von einem Profi machen lässt. Das ist weitaus günstiger als mit Folie, aber noch immer ein Batzen Geld. Um mir also sicher sein zu können, ob das Dippen wirklich die gesuchte Alternative ist, musste ich es im Kleinen ausprobieren.

Dabei bot es sich an, dass Plasti Dip auch auf Alu-Felgen eingesetzt werden kann. So kann ich mir mal die Anwendung, die Qualität des Ergebnisses und die Haltbarkeit ansehen. Über Verarbeitung und Ergebnis werde ich in diesem Beitrag berichten. Die Haltbarkeit wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen, da ich für meine ersten Versuche die Winterräder unseres Seat Leon ST auswählte. Diese sind meiner Ansicht nach perfekt als Versuchsobjekt geeignet, da sie über einen Zeitraum von etwa fünf Monaten widrigsten Bedingungen ausgesetzt werden. Je nach Witterung sind sie dem Sonnenlicht, Regen, Schnee, Eis und Kälte ausgesetzt. Außerdem wirken neben Streusalz als chemische auch eisiger Schnee in Parklücken als mechanische Einflüsse auf die gedippte Oberfläche ein. Am Ende des Winters wird also klar sein, ob diese Oberflächenbehandlung für die Ansprüche der zentral-europäischen Witterung geeignet ist.

Nachdem klar war was ich machen wollte, bestellte ich mir bei ProDip das benötigte Material um vier Stück Alufelgen mit einem Durchmesser von 16 Zoll zu behandeln. In diesem Fall wird empfohlen eine Dose Plasti Dip Aerosol je Felge zu verwenden, um ein sehr gutes Ergebnis zu bekommen. Dabei handelt es sich um Plasti Dip in Sprühdosen, die vergleichbar mit Spraylack anzuwenden sind. Außerdem orderte ich mir auch noch eine Reinigungsflüssigkeit und ein Mittel mit dem man Bereiche die nicht überzogen werden sollen vorbehandelt.

Die Einkaufsliste war in meinem Fall wie folgt:
In Summe kam alles auf 136,60 Euro inklusive Steuer und Versandkosten. Wobei die Maske mit rund 50,- Euro etwas ist worauf man getrost verzichten könnte. Dann lägen die Gesamtkosten auf knapp 90,- Euro für alle vier Felgen. Nun bin ich allerdings ein Sicherheitsfanatiker und gehe absolut kein Risiko ein, wenn es um Farben und Lacke und die entsprechenden Dämpfe geht. Also liegt mein Preis pro Felge etwas höher, nämlich bei etwa 34,- Euro. Noch immer echt günstig.

Leider habe ich keinen geeigneten Raum in dem ich meine Felgen besprühen kann, daher muss ich das im Freien erledigen. Also musste ich fürs erste mal auf geeignetes Wetter warten. Meistens regnete es oder es gab zumindest einen dauerhaft starken Wind. Beides nicht besonders gut geeignet für mein Vorhaben. Am vergangenen Wochenende war es dann endlich so weit und die Sonne kam raus. Also begann ich mit meinem Projekt.

Die Vorbereitung

Damit Plasti Dip ordentlich auf der auf der Oberfläche der Alufelgen haftet, muss diese gründlich gereinigt und vor allem fettfrei sein. Da die Felgen nun bereits drei Winter lang verwendet wurden und ich in dieser Zeit nie die nötige Leidenschaft aufbringen konnte die Alufelgen zu reinigen, hat sich der Schmutz von rund 25.000 Kilometern Laufleistung auf den Oberflächen niedergeschlagen. Mit einfachen Mitteln konnte ich diesem Schmutz nicht mehr Herr werden.

Somit begann ich damit, die Felgen ordentlich mit einem speziellen Felgenreiniger einzusprühen.
Dieser hat die Eigenschaft Bremsrückstände zu lösen und auch öligen Rückständen auf den Pelz zu rücken. Durch diese Vorbehandlung konnte ich mit dem Hochdruckreiniger bereits einen großen Teil der Verunreinigung entfernen. Es brauchte allerdings einige Durchgänge bis der gröbste Schmutz entfernt war. Im letzten Waschdurchgang reinigte ich die Felgen nochmal mit Felgenreiniger und einem in vier Teile geschnittenen Mikrofasertuch. So konnte ich auch die Zwischenräume sehr gut vom Schmutz befreien.

Nachdem die Räder getrocknet waren ging ich zur eigentlichen Vorbehandlung über. Wieder kamen kleine Mikrofasertücher zum Einsatz auf die ich PreDip sprühte. So konnte ich sicher gehen, dass nicht zu viel des Mittels an die Felgen und Reifen kommt und dann womöglich an diesen Stellen das Ergebnis schlechter würde. 

PreDip kann man recht sparsam einsetzt. Die Flasche die ich hier in der Hand halte reicht locker für ein komplettes Auto aus. Viel wichtiger ist, dass man die Mikrofasertücher regelmäßig wechselt, weil sich dort die fettigen und öligen Rückstände sammeln und man nach kurzer Zeit nicht mehr die gewünschten Ergebnisse erhalten würde.

Nach dieser Behandlung sollte man die Oberflächen ordentlich trocknen lassen. Das wird bei sparsamer Anwendung von PreDip vermutlich nicht besonders lange dauern.

Als die kompletten Felgen mit PreDip behandelt waren, trug ich noch eine dünne Schicht DipRelease auf die Seitenwände der Reifen auf. Das muss natürlich sehr vorsichtig gemacht werden, da sonst unter Umständen an Stellen DipRelease aufgetragen wird an denen eigentlich das Plasti Dip haften soll. Passiert das, dann muss man die Stelle mit PreDip nochmals reinigen, da Plasti Dip dort nicht ordentlich haftet und sich früher oder später unschön ablösen wird.

Die Verarbeitung am 'lebenden Objekt'

Plasti Dip wird im einfachsten Fall mit einer Spraydose aufgetragen. Das funktioniert nicht anders als mit Spray-Lack. So bringt man Schicht für Schicht auf und wartet bis der letzte Auftrag leicht angetrocknet ist. Im Prinzip kann man auch gleich eine deckende Schicht sprühen, muss aber dann eventuell in Kauf nehmen, dass Plast Dip verläuft und Nasen bildet. Das kann beim Auftragen in dünnen Schichten nicht passieren.

Wie bei allen Spray-Dosen ist die Lage der Dose wichtig. Hält man Sie aufrecht oder in einem Winkel ab mindestens 90° zum 'Werkstück', dann kann eigentlich nichts schief gehen. Nur wenn der Winkel zwischen Dose und zu besprühender Oberfläche zu flach wird, dann ist der Anteil an Treibmittel zu hoch und das Sprühbild wird schlechter. 

Als sehr praktisch hat sich der Griff herausgestellt, weil man damit wirklich viel komfortabler arbeiten kann als ohne. Man spart sich das teilweise mühsame Niederdrücken des Spaydosenkopfs und bekommt auch schönere Ergebnisse.

Mir ist bei der Verarbeitung aufgefallen, dass es einige Dinge zu beachten gibt, wenn man im Freien Dippen will. 
  • Die Verarbeitung sollte nicht im direkten Sonnenschein durchgeführt werden, da der feine Sprühnebel teilweise noch vor dem Auftreffen auf der Oberfläche trocknet und dann ersten nicht mehr haftet und zweitens zur Bildung von einer Art Plasti-Dip-Spinnweben führt.
  • Weiters sollte man Plasti Dip ohne zu lange Pausen verarbeiten. Bei vier Alufelgen würde ich sagen, dass man bereits bei der ersten Felge mit der nächsten Schicht beginnen kann sobald man bei der vierten Felge angelangt ist. Die Trocknungszeit sollte ausreichend sein.
  • Außerdem ist es nicht ratsam angebrauchte Dosen ohne eine ordentliche Reinigung der Düse nach einer Lagerzeit zu verwenden. Die Düsen sind dann meist verlegt und man bekommt unschöne Patzer und Tropfen in die Oberfläche. Man sollte also die Düse mit Nitro oder ähnlichem reinigen bevor man die Dose erneut verwendet.
  •  Bei der Verarbeitung spielt die Temperatur ebenfalls eine Rolle. Da ich an einem Sommertag
    arbeitete an dem es Temperaturen bis knapp unter 30° Celsius gab, konnte ich feststellen, dass sich das Oberflächenbild merklich verschlechterte, als die Temperatur über 25° C lag. Vermutlich sollte man also bei der Verarbeitung darauf achten, dass man zwischen 20° und 25° Celsius Umgebungstemperatur hat. Die Oberfläche wird bei höherer Temperatur etwas körnig und nicht ganz so homogen wie bei etwas niedrigeren Temperaturen.
  • Wenn man im Freien arbeitet, dann lässt es sich auch kaum verhindern, dass sich Pollen oder Staub an der zu dippenden Oberfläche festsetzen. Vielleicht wäre hier der Einsatz eines mobilen Partyzeltes eine Möglichkeit um äußere Einflüsse möglichst auszuschließen.
Nach dem Aufbringen von sieben Schichten Plasti Dip auf die Alufelgen unseres Autos, wobei ich mich nicht nur der Vorderseite der Felgen annahm, sondern auch das Tiefbett ordentlich einsprühte, waren die Felgen nicht mehr wieder zu erkennen. Von silber zu mattschwarz in etwas weniger als drei Stunden. Wobei alleine die Reinigung und Vorbereitung etwas mehr als eine Stunde in Anspruch nahm.

FAZIT
Jetzt müssen sich die gedippten Felgen erst mal einen Winter lang bewähren, bevor ich den nächsten Schritt wage und unser Auto dippe. Dabei ist mir klar geworden, dass es nicht ganz so trivial ist wie ich dachte. Vor allem für die Vorbereitung muss man ausreichend Zeit einplanen, und dabei habe ich nur unsere Felgen gemacht. Für ein komplettes Fahrzeug ist der Aufwand wesentlich höher, da man dann auch noch viele Bereiche ordentlich abkleben muss.

Hat man allerdings eine ordentliche Vorarbeit geleistet, dann ist das Ergebnis durchaus überzeugend. Die Oberflächenstruktur ist sauber und kleine Fehler fallen vor allem bei matten Oberflächen nur bei sehr genauer Betrachtung auf.

Kleine Fehler in der Oberfläche sollte man auf jeden Fall vor dem Dippen korrigieren, da tiefere
Kratzer auf Grund der sehr dünnen Beschichtung nahezu 1:1 wiedergegeben werden. Das dünne Material reicht einfach nicht zum Ausgleichen. Auf dem Bild sieht man, dass die Kratzer in den Felgen auch nach dem Dippen noch gut zu sehen waren. Damit habe ich natürlich gerechnet.

Wenn man diese zuvor jedoch entsprechend vorbehandelt und grob aus der Oberfläche ausschleift, dann kann man solche kleineren Schäden durch Dippen der Oberfläche sicher auch heraus bekommen.

So und nun noch zwei Bilder einer fertigen Felge. 
 
Die Oberfläche wurde sehr homogen und lässt erst bei sehr genauem Hinsehen kleinere Fehler erkennen. Die basieren dann hauptsächlich auf der Art der Anwendung. Beim nächsten Mal werde ich sicher nicht unter freiem Himmel, bei über 25° C und im direkten Sonnenlicht dippen, weil meiner Meinung nach dadurch die meisten Ungenauigkeiten verursacht wurden.

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, vor allem, wenn man auch noch die sehr überschaubaren Kosten im Blickfeld behält. Je nachdem welche Kosten man nun dazu kalkuliert, kostete mein Plasti Dip Versuch pro Felge ab 22,50 Euro (ohne Maske). Wenn man mehrere Felgen macht, dann wird es noch günstiger, da man sowohl PreDip als auch DipRelease mehrfach verwenden kann. 

5 von 5 Sternen